Das Gewahrsein

Erwachen aus der Perspektive des modernen Advaita und der Satsang-Bewegung
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Tobias

Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Manche beschreiben ja das Gewahrsein als etwas zwischen Existenz und Nichtexistenz, einer Art Unentschieden,
zwischen was? Das ist die gute Frage, und da ich schon heute Nachmittag geschlafen hatte, so möchte ich mir
jetzt noch das Gewahrsein vorknöpfen, denn das ist für mich ein interessantes Thema.

Schaue ich nach dem Gewahrsein, schaue ich eigentlich nach dem "Urgrund", wie die Mystik das Gewahrsein
umschrieb, als das, in dem sich das Persönliche und das Unpersönliche verbinden - und schaue ich Richtung Gewahrsein,
- wobei, man nehme "Richtung" hier nicht so ernst, denn eigentlich ist es ja überall - ist es wie eine Neutralität - es
ist irgendwie weder persönlich noch unpersönlich.

Gewahrsein ist in meinen Augen völlig rätselhaft und trotzdem finde ich mich selbst im Gewahrsein als das Gewahrsein, erkenne ich
es als den Urgrund der Erscheinung des persönlichen Bewusstseins. Es kann darin den persönlichen und den
unpersönlichen Anteil einnehmen, aber ich könnte Es nicht selbst guten Gewissens als "persönlich" oder "unpersönlich"
festlegen. So wie es auf der einen Seite sehr persönlich ist, so ist es auf der anderen Seite, als der Gegenpol,
auch unpersönlich. Es nimmt beide Rollen ein ... der persönliche und die unpersönliche.

Ich könnte auch sagen, es gleicht dem Licht. Es mag im Raum so viel Licht sein, wie will, wenn es auf nichts fällt,
ist der Raum trotzdem stock finster. Das Beispiel gefällt mir gerade, und ein besseres fällt mir auch gerade nicht
ein. Der Leser hat vielleicht bessere Vergleiche. Also sichtbar wird das Licht erst, wenn es wie auf etwas fällt und sich
reflektiert - wohin, wenn das Licht das Auge ist?

Das Gewahrsein ist eine harte Nuss, daher sagt man auch "Nichts" dazu - denn das eigene Verständnis blickt ins Gewahrsein
und sieht nichts. :scared: :irre:

Trotzdem kann man es erkennen. Wie erkenne ich nun Gewahrsein? Eine gute Frage, ist es weder rot noch blau noch grün, noch groß,
noch klein, noch männlich, noch weiblich, noch persönlich, noch unpersönlich, noch ...

Es ist eigentlich ganz einfach. Gewahrsein ist immer hier. Und im Wissen um das eigene Hier-Sein, diesem Spüren eigenen
Existent-seins, vorhanden, fast schon zu nah. :icon_mrgreen_small:

Gemeinhin ignoriert der Mensch das Gewahrsein, und weiß daher auch nicht mehr, wie man etwas wahrnimmt, das eigentlich
keine Gestalt hat, aber ist.

Das ist eigentlich auch ganz einfach. Ich achte auf etwas, was ist, was immer ist, was immer hier ist. Ich würde sagen,
Gewahrsein ist die Substanz aus der ich eigentlich bin - und die diese Form von mir/sich hervorbringt.

Ich bin als der Tobias eine Schöpfung des Gewahrseins - und das Gewahrsein bin ich. Habe ich nun zwei ichs?
Wieso, ich bin doch das Gewahrsein.

Was ist das Gewahrsein? Ich weiß es nicht.

Wie willst du dann behaupten, eine Antwort auf die Frage "Wer bin ich?" erhalten zu haben, weißt du gar nicht,
was Gewahrsein ist? --- "Ich kann es jederzeit spüren, das verbindet mich mit dem Gewahrsein als ein
"ich selbst", auf das es gar keine Antwort braucht, da ich im Gewahrsein ich selbst bin.

Und was ist dann mit dem Menschen? --- Der bin natürlich ich selbst. Er besteht ja aus mir: Gewahrsein.

"Wie kann ein Mensch behaupten, Gewahrsein zu sein?" --- "Ganz einfach, weil er Gewahrsein IST."

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Gewahrsein kann als Persönlichkeit nur sein, wenn es gleichzeitig auch den Gegenpart bildet, den Hintergrund Welt, vor dem
die Persönlichkeit sichtbar werden kann.

Ich würde das Gewahrsein als "die Realität" bezeichnen, auch wenn ich heute darunter etwas anderes verstehe als
früher, denn für mich ist eigentlich an der Basis nur eines real: Gewahrsein. Es ist ja das, aus was alles besteht,
wie auch immer das Gewahrsein das zusammengestrickt hat.

Da gibt es ja dieses abgelutschte Beispiel mit dem Gold aus dem man jeden beliebigen Schmuck machen kann.

Aber Gewahrsein geht für mich noch tiefer. Es erschafft sich erst als das Gold. Und darin ist es völlig rätselhaft
und in einer Wahrheit über das Gewahrsein nicht zu greifen, ausser der, dass es ist - einer Tatsache, von der ich mich
jederzeit überzeugen kann.

Und wenn ich mir das so gerade betrachte, schwebt die Welt im Gewahrsein wie in einem Nichts. an der Basis meiner
Existenz stehe ich vor einem vollkommenen Rätsel, Gewahrsein, das ich zwar jederzeit tasten kann, spüren kann,
aber nicht erklären.

Ich bin zwar als Mensch im Gewahrsein zuhause, aber als Gewahrsein bin ich mir als Mensch ein völliges Rätsel.

Warum das so ist, weiß ich nicht.

Gewahrsein ist eigentlich "still". Gewahrsein ist unglaublich still, so still, dass ... ja, was?

"Von hinten gesehen gibt es nichts?" fiel mir gerade ein, aber frag mich nicht, was "von hinten gesehen" sein
soll. :icon_cheesygrin:

Ich könnte auch sagen, ich wäre eine Simulation des Gewahrseins. Es ist ja nicht schlimm, nur eine
Simulation zu sein, ist man selbst das Gewahrsein. Das, was "simuliert".

Warum es das tut und kann, weiß ich nicht ... doch ist die Fähigkeit zum Leben unsere eigene
Fähigkeit - neutral beschrieben, die des Gewahrseins ... und das macht mich an der Basis
zur Gesamtheit des Lebens, völlig unabhängig davon, als was mich das Gewahrsein "simuliert".

Dadurch, dass ich als Mensch eine Simulation durch mich selbst bin, finde ich meine
Identität in dem, was "simuliert", was alles "simuliert", egal was: Gewahrsein.

Manche sagen ja, kein Mensch könnte behaupten, Gewahrsein zu sein, weil er eben ein
Mensch und nicht das Gewahrsein ist. In meinen Augen ist das Unfug, da es nur Gewahrsein
gibt. Was sollte es dann geben, was nicht Gewahrsein ist?

Wenn es nur Gewahrsein gibt!

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Wenn ich mir jetzt so das Gewahrsein betrachte, ist es das, was eigentlich gar keine Grenzen kennt, in keinerlei Richtung.

Man kann das Gewahrsein quasi in keinem Einzelteil der Erscheinung fassen, aber im umfassenden zu jeder Erscheinung
greifen, und dann ist es auch gleichzeitig ein völlig neutraler Hintergrund zu jedem Ereignis. Es ist das Ereignis
darin nicht, nicht in unserem Verständnissinne.

Es ist in meinen Augen nicht so, dass Gewahrsein zu etwas wird, zum Beispiel zu Materie, nein, es "simuliert" alles,
und verbleibt dabei selbst immer als "reines Bewusstsein": Gewahrsein.

Für das Gewahrsein ist die Welt eher eine Fantasie, als wirklich "es selbst". Es ist zwar alles die Fantasie seiner selbst,
aber das ist eher so, wie wenn man als Mensch fantasiert.

Wer sich als Gewahrsein erkennt sagt zum Beispiel: "Gott verdammt bin ich groß, denn ich kann alles sein, unbeschränkt
alles, und Gott verdammt, bin ich klein, ich bin von all dem nichts.

In diesem "ich bin von all dem nichts" bleibt Gewahrsein immer unverändert, egal was geschehen mag.

Aber warum das alles, was wir hier erleben, im Gewahrsein geschieht, das weiß ich nicht.

Im Grunde genommen sind wir in unserer Gestalt völlig frei. Jede kleidet uns, aber
wir bedürfen keiner.

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Im Gewahrsein bin ich das sogenannte Nichts. Aber dem steht das Menschsein nicht im Wege.
Man kann meiner Erfahrung nach das Nichts UND der Mensch sein, warum?

Weil der Mensch aus dem Nichts besteht. :001_tongue:

Es ist sogar viel einfacher gleichzeitig das Nichts und der Mensch zu sein, als nur der Mensch,
da ich das Nichts nicht mehr ausblenden muss.

Die eigentliche Anstrengung für den Menschen ist es das Nichts, das Gewahrsein
auszublenden. Und das ist eigentlich ein fast unmögliches Kunststück:

etwas zu übersehen, was immer offen sichtlich ist: Gewahrsein

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Das Verständnisproblem im Thema Gewahrsein fusst darin, dass das Gewahrsein REALER als
Gestalt ist, und das Verständnis kann etwas nur über eine Gestalt greifen. Versucht es das
Gewahrsein zu ergreifen, greift es ins Leere. Man kann aber Gewahrsein fühlen, als ein "ist",
"ich bin".

Die Realität des Gewahrseins übersteigt also jegliche mögliche Beschreibung an Größe, denn seine
Größe ist "unbeschränkt", und dadurch wieder unbedeutend: es kann so groß sein, wie es will.

Die schöpfende Instanz steht wie über jeglicher Schöpfung, also über jeglicher Zeit und jeglichem Raum
als "das Hier", das in der Erkenntnis des Gewahrseins automatisch als "ewiges hier" erkannt wird.
Auch wenn das "ewige Hier" alles umfasst, was geschah, geschehen wird, was geschieht, so ist es
wie ein "fester Punkt" meiner selbst, die stille Präsenz, in der alles geschieht, und die tatsächlich immer
am Ziel ist, im "ewigen hier".

Eine Reise gibt es nur für die Schöpfung und für das Gewahrsein scheinbar, eben zum Beispiel als
Mensch.

Ein "Denken" des Gewahrseins kann ich als Mensch nicht begreifen, ich kann nur über das spekulieren,
was REAL über mir steht, auch wenn ich es dem Wesen nach bin. Aber als Mensch bin ich "ausgedacht",
also "im Denken des Gewahrseins" und es ist die über mich bestimmende Instanz, die mich nötigt
diesen Text zu schreiben. :irre: :icon_cheesygrin: :stumm: .

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Zauberer
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Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Zauberer »

Hi Tobias!

Mit dem Wort „Gewahrsein“ kann man vermutlich einer ganz wesentlichen Tatsache Ausdruck geben, nämlich der, dass man ohne „Gewahrsein“ wahrscheinlich gar nicht „sein“ kann. Als Gedankenanstoß möchte ich die Frage in den Raum stellen, ob ein „Mensch“ – was immer das auch sein mag – sich in einem Raum des absoluten Nichts „gewahr“ werden könnte?
Ein Raum ohne materielle Natur und ohne „höhere geistige Instanz“ schließt nach meiner Überlegung nämlich das „Gewahrwerden“ aus, weil es nichts gibt, demgegenüber man dieses „Gewahrsein“ überhaupt reflektieren könnte. Bildlich könnte man sich einen Wanderer vorstellen der in die Dunkelheit ruft. Da er kein Echo bekommt hat er keine Bestätigung dafür, dass er überhaupt gerufen hat.

Nehme ich den Menschen nun vor allem als ein geistiges Wesen an, dann braucht es nach meiner Erkenntnis eines – und sei es auch nur eines einzigen – anderen geistigen Wesens um sich selbst überhaupt als solches erkennen zu können. Vorausgesetzt es gäbe als „höhere Instanz“ ein absolutes geistiges Wesen, dann wäre es zur „Gewahrwerdung“ vermutlich hilfreich, wenn man dieses als „Gegenüber“ erkennen könnte.

Nur so ein Gedanke…..

Zauberer

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Zauberer hat geschrieben:
Als Gedankenanstoß möchte ich die Frage in den Raum stellen, ob ein „Mensch“ – was immer das auch sein mag – sich in einem Raum des absoluten Nichts „gewahr“ werden könnte?


Nun ja, bist du dir selbst nicht gewahr?

Ein Raum ohne materielle Natur und ohne „höhere geistige Instanz“ schließt nach meiner Überlegung nämlich das „Gewahrwerden“ aus, weil es nichts gibt, demgegenüber man dieses „Gewahrsein“ überhaupt reflektieren könnte. Bildlich könnte man sich einen Wanderer vorstellen der in die Dunkelheit ruft. Da er kein Echo bekommt hat er keine Bestätigung dafür, dass er überhaupt gerufen hat.


und

Nehme ich den Menschen nun vor allem als ein geistiges Wesen an, dann braucht es nach meiner Erkenntnis eines – und sei es auch nur eines einzigen – anderen geistigen Wesens um sich selbst überhaupt als solches erkennen zu können. Vorausgesetzt es gäbe als „höhere Instanz“ ein absolutes geistiges Wesen, dann wäre es zur „Gewahrwerdung“ vermutlich hilfreich, wenn man dieses als „Gegenüber“ erkennen könnte.


Es gibt in meinen Augen nur dich selbst. "Erwachen" kann nur von dir selbst "bestätigt" werden.
Es ist einfach jenseits deiner eigenen Vorstellung niemand da, der dir etwas bestätigen könnte,
in dem Fall zum Beispiel "erwacht" oder "nicht erwacht" zu sein.

Die Bestätigung erfolgt so automatisch im Sehen der "Einzigkeit" des "erwachten Zustandes", was
heißt: da ist nichts als der "erwachte Zustand" ... die Antwort ist die ungeteilte Einzigkeit des "ich bin" -

Ich habe zum Beispiel 7.000.000.000 Menschen und frage mich: "welcher von ihnen ist der "wahre" Mensch?"

Die Frage erübrigt sich dann, stelle ich fest, dass es nur einen Menschen gibt: "Welcher von den einen Menschen
ist der wahre Mensch?" Die Frage macht keinen Sinn mehr, da er nicht mehr vergleichbar ist.

Und so in etwa analog ist die Antwort auf die Frage nach dem "Erwachten" ...die Frage beantwortet sich
in ihrer Sinnlosigkeit im Angesicht der Realität des einen Zustandes, der alle "eingebildeten" Zustände bedingt.

Da kommt niemand und sagt, "du bist erwacht" - du bist erwacht, wenn du dich selbst als das Höchste erkennst.

Henrik

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Henrik »

Tobias hat geschrieben:
Da kommt niemand und sagt, "du bist erwacht" - du bist erwacht, wenn du dich selbst als das Höchste erkennst.


Verdammt. Dann bin ich doch nicht erwacht. :sneaky2:

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Henrik hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:
Da kommt niemand und sagt, "du bist erwacht" - du bist erwacht, wenn du dich selbst als das Höchste erkennst.


Verdammt. Dann bin ich doch nicht erwacht. :sneaky2:


Das gilt nicht, Henrik. :001_tongue:

Bedingungen kann man sich immer nur selbst stellen. Ich kann keine stellen :icon_cheesygrin:

Henrik

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Henrik »

Tobias hat geschrieben:
Henrik hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:
Da kommt niemand und sagt, "du bist erwacht" - du bist erwacht, wenn du dich selbst als das Höchste erkennst.


Verdammt. Dann bin ich doch nicht erwacht. :sneaky2:


Das gilt nicht, Henrik. :001_tongue:

Bedingungen kann man sich immer nur selbst stellen. Ich kann keine stellen :icon_cheesygrin:


:laugh: Super Antwort.

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Danke Henrik. :angel:

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Als das sogenannte "Gewahrsein" ist der "Urzustand" oder "Urgrund" des Universums nicht durch die Zeit überdeckt.

Schaue ich nur auf die Zeit, ist der Ursprung des Universums am Anfang der Zeit, und man versucht
aus den Abläufen in der Zeit diesem Ursprung näherzukommen, indem man ihn quasi rekonstruiert.

Im Gewahrsein blicke ich direkt in den Urgrund oder Ursprung - die Zeit hatte ihn nie überdeckt - es
kam mir nur so vor, da ich nur auf die Ereignisse in der Zeit achtete, aber nicht auf das, in was
sie geschahen: der Ewigkeit, dem Gewahrsein, dem "reinen Bewusstsein", dem "ich bin" - egal, wie ich
es zu umschreiben versuche.

Heute rätselt man ja, was vor der Zeit gewesen sein könnte, da dies eigentlich aus Sicht der Zeit
keinen Sinn macht, ein "vor der Zeit" macht keinen Sinn, denn es widerspricht unserer Vorstellung
von Zeit. Ein "vor der Zeit" lässt sich in der Zeit nicht fassen - und das macht das "vor der Zeit" im
Grunde primitiv einfach: es ist. Schon der Logik nach kann es nicht IN der Zeit sein, was man in einem
"vor der Zeit" suchen könnte - es kann nur hier sein: "nicht in der Zeit".

Es ist also noch nicht einmal ein Problem der Logik, weise ich als dieses "vor der Zeit" auf "das Hier"
hin, die Ewigkeit - die jede(r) ganz gewohnt als seine eigenes "hier-sein" kennt - und damit
als das erkennen kann, was "vor dem Universum" war ... dieses "was vor der Zeit war" ist dasselbe,
was nicht "in der Zeit" ist, sondern HIER.

An der Basis meiner selbst und an der Basis des Universums treffe ich auf den festen Punkt der ganzen
Angelegenheit: hier.

Das Hier ist auch das Ich des Universums - es war immer bei sich selbst, als sich selbst - vor jeglicher
Schöpfung war das Universum wo? Hier! Hier bin ich! ruft das Universum permanent als "ich bin" -
und für dieses "hier" ist völlig egal, in welchem Zustand sich seine Gestalt befindet.

Bedeutungen des Hier erkennt man in der Begegnung mit dem Hier, dem Ich, das wie in einem ewigen Blick
das ganze Universum durchstrahlt.

Wo bin ich? hier ... Wer bin ich? Das Hier ... festgenagelt auf alle Zeit, an mir. Das Universum kann zwar jegliche
Geschichte verlassen, aber nicht sich selbst, den Urgrund - der ist nämlich das, was es über jegliches Universum
der Gestalt hinaus ist: sich selbst.

Im Hier begegne ich mir selbst, als mich selbst.

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Ich kann also durchaus mit dem Verständnis herleiten, dass ich ein "vor der Zeit", was auch ein
"vor meiner Geburt" ist, nicht in der Zeit finden kann, weder in einer Vergangenheit noch einer
vorgestellten Zukunft - und mich in der Frage nach meinem eigenen Ursprung gleich dem Hier,
meiner Präsenz, zuwenden.

Es erscheint erst einmal unspektakulär, gewohnt halt, und alles weitere entwickelt sich. Im
Zusammensein mit dem Hier, dem bewussten Zusammensein, beginnt es nämlich "wie
zu sprechen" - man trifft auf etwas, das man kennen lernen kann, oder wieder erkennen kann,
wie einen alten Bekannten, den man aus den Augen verloren hatte, und den man nun wieder
besucht, also absichtlich aufsucht - um sie/ihn/es zu "hören": ... wo? Hier ... was? hier.

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Was die meisten Menschen suchen, sind bestimmte Erlebnisse im Hier, aber sie sind ein Erlebnis
ist in der Zeit, und entsprechen einer Entfaltung der Schöpfung.

Daher kann ich das Hier nicht als ein Ziel suchen, da es kein Zustand in der Zeit ist,
sondern: HIER. Ihm gilt jedes Erlebnis in gleicher Weise. An einem Erlebnis kann ich
es nicht festmachen - dem Hier sind alle Erlebnisse.

Im Hier trifft man auf den "natürlichen Zustand", das, was das Universum seiner Natur nach ist:

hier.

Du magst einwenden "hier war ich ja schon immer? Ich war schon immer hier.

Ja, das stimmt, es gibt für dich an der Basis keine andere Existenz, als das Hier zu sein. :001_tongue:

Tobias

Re: Das Gewahrsein

Beitrag von Tobias »

Im Erkennen des Hier trifft man so auf das, was Nisargadatta "das Höchste" nannte. "Das Höchste" ist
aber dann "das einzige" - und kein "höheres" mehr zu egal was. Es steckt in gleicher Weise in
der Kloschüssel wie im Heiligenbild als eine Schöpfung der Ewigkeit.

Dabei wird dann "das Heilige" etwas, was "das Normale" durchdringt, denn am Ende bleibst nur du
selbst übrig, egal welches Kleid du trägst. Es muss weder dieses Kleid, der Mensch, weg sein, noch
das Gefühl der Zeit oder Identifikation, um das zu sehen - die Wahrheit ist, dass kein Kleid jemals
deine eigene Wirklichkeit verdecken konnte, noch jemals verdecken kann.

Sie ist auf ewig sichtbar - und das ist das Wesen der Ewigkeit: ewige SICHT-barkeit deiner selbst.

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