Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

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- one to some (beliebige Zahl)
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Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Mancher mag sich fragen, ob sie oder er dem "richtigen vorhanden-sein" nachspürt, oder
ob es da womöglich noch ein "falsches vorhanden-sein" gibt?

Es gibt nur ein vorhanden-sein = dein vorhanden-sein - und im Laufe der Vichara wirst
du feststellen, dass dieses vorhanden-sein deiner selbst überhaupt das einzige ist,
was es gibt: das über sich selbst bewusst sein des Bewusstseins.

Bewusstsein weiß um seine Existenz - und es ist das einzige, das es gibt, was um sich weiß.

Also, man kann dabei nichts falsch machen, lässt man sich nicht durch Inhalte im
Bewusstsein verwirren, Fragen, Vermutungen - sondern betrachtet mit ihnen immer
auch das eigene präsent-sein.

Das Wissen um deine Existenz ist das Wissen des Bewusstseins um seine Existenz.

Existenz an sich ist eine Qualität des Bewusstseins.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Man liest ja immer wieder "du bist vor der Sinneswahrnehmung, Persönlichkeit ...
(was auch immer.)" Das stimmt, aber dieses "spirituelle vor" ist kein zeitliches vor, im
Sinne eines "bevor die Wahrnehmung war(ist), war(bin) ich das, was ich bin", oder
ähnliches.

Dieses "vor der Wahrnehmung" ist ein "vor", das gleichzeitig mit der
Wahrnehmung durch die Sinne existiert.

Dieses "spirituelle vor" ist hier, als schon seiender Bestandteil deiner eigenen
Seinserfahrung.

Und bei all den Aussagen, denen man in im Thema "Erwachen" über sich
selbst begegnet, kann es hilfreich sein, den Spruch Ramanas ab und zu aus
dem Hinterkopf zu holen: "was kommt und geht ist nicht wirklich."

Was heißt: ich kenne das, was ich suche, denn es muss dann immer hier sein,
ist nicht Gegenstand eines Kommens und Gehens.

Während du also nach dem Selbst suchst, kennst du es bereits. Es ist nur
ein Erkennen von etwas als Erfahrung bekanntem.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

In das Leben wird man einfach hineingeboren, ohne dass man einen erkennbaren
Einfluss darauf hatte. Irgendwann stellte man fest, dass man ein Lebewesen ist,
das sich Mensch nennt, und da man keine Ahnung hatte, was das bedeutet, wurde einem alles
erzählt, was die anderen Ahnungslosen so herausgefunden hatten.

Die Menschheit ist eine Spezies im Rätselraten über sich selbst. Es könnte so
und so sein, vielleicht auch so, aber womöglich ganz anders - der Versuch
als Spezies die Lage zu sondieren, in der man sich unerklärlich vorfindet.

Was ist das nur, zu leben, Leben überhaupt?

Und ich habe für dich auf diese Frage keine einzige Antwort: Ich habe überhaupt
keine Ahnung, warum, wozu, und wieso dieses Leben ist. Es erschein gleichsam
aus dem Nichts, und nun bin ich ein Mann, der hier auf der Tastatur tippt, über
das Leben. Aber wie es zu mir kam, und warum, keine Ahnung.

Ramana verglich das Leben nicht umsonst gerne mit einem Traum. Und beobachtet
man Träume genauer, erkennt man, dass sie vereinfacht dasselbe Muster tragen.

Man findet sich plötzlich in einer Situation vor, ganz selbstverständlich, hinterfrägt
es gar nicht, und agiert als diese Gestalt, die man im Traum ist, in Interaktion mit
all den anderen Wesen in diesem Traum. Und ist er vorbei, macht es "plopp" -
und diese ganze Traumwelt, mit all ihren Bewohnern, hat sich in Luft aufgelöst.
Wie eine Seifenblase: plopp

Und schaut man noch einmal hin, erkennt man, dass man gar keine Wahl hat,
in was für einem Traum man erscheint. Man findet sich womöglich plötzlich in
einer wilden Schießerei wieder, und tötet drei Gegener, von denen man eigentlich
weder wirklich weiß, warum sie Gegner sind, noch, wie man in diese Situation
geriet.

Die Geschichte ist verworren, aber du selbst bist darin kein "Gordischer Knoten",
der unentflechtbar wäre.

Du bist immer hier, präsent, völlig unabhängig wie verfahren und rätselhaft die
Lage sein mag.

Wir wissen eigentlich gar nicht genau, was das Leben ist, was in diesem Ereignis mit
uns geschieht, das wir Leben nennen. Leben ist ein totales Rätsel, und man
weiß auch nicht, ob man absichtlich oder unabsichtlich in diese Lage kam.

Fange ich an, auf der Suche nach mir selbst, diese Geschichte aufzudröseln,
ziehe ich an einem Milliarden von Jahren langen Faden, und finde kein Ende in
all den Verästelungen meines Herkommens.

Und hier ist halt "Atman vichara" das Schwert Alexander des Großen. Statt
den unauflösbaren Knoten aufzulösen, schlug er ihn einfach entzwei - und
du tust dies durch das, was sich an dir nie verändert hat. Es entkräftigt alles
andere.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Da eigentlich nur das existiert, was man im sprituellen Kontext das "spirituelle hier",
nennt, ist die Geschichte meines Lebens zwar wirklich, aber eben nur so wirklich
wie meine und die soziale Erinnerung an die Geschehnisse. Man liest ein Geschichtsbuch,
und liest über einen zurückliegenden Zustand der Realität, aber dieser Zustand existiert
eigentlich nicht mehr. Er existiert im Hier weiter als deine Erinnerung, oder eine Erinnerung
eines anderen, die man dann liest, oder einen Film drüber schaut, zum Beispiel - wie
oft die Kelten Sex hatten, und wie treu sie waren, und was die Leute halt sonst so
an den Kelten interessiert. Dass sie zum Beispeil nackt kämpften, da sie das wohl geil
fanden, oder keine Kleider hatten.

Wenn man das einmal für sich untersucht, und feststellt, dass Vergangenheit und Zukunft
im Hier nur als Eindrücke des Gedächtnisses vorhanden sind, wird einem auch klar, warum
es nur das Hier gibt. die ganze von mir erinnerte Vergangenheit und alle erwartete
Zukunft ist nur als Gedanken hier - aber weder Zukunft noch Vergangenheit sind substanziell
greifbar. Sie exisiteren als Zustand der Realität nicht mehr - nur noch als diese Abbilder.

Und dann ist es eigentlich ganz einfach, dieses Hier zu erkennen, was man nie verlassen
hat, was man nicht erreichen kann, noch muss, was besteht - und in dem die Gedanken
Ausflüge machen, in den Erinnerungen an gewesene Zustände, und aus ihnen Erwartungen
für die Zukunft und Strategien eines Handels im Sinne einer wünschenswerten Zukunft
konstruieren.

"Du bist nur hier" sagt man auch, und obwohl die Aussage eigentlich falsch ist, da alles
immer nur hier ist, ist sie als Fingerzeig sehr hilfreich. Warum? Er deutet genau auf das,
was ich "vorhanden-Sein" meine: es ist immer hier.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Für wen existieren nun diese Erinnerungen? Und es ist unschwer zu erkennen, dass
sie für mich sind, der ich immer hier (bei mir selbst) bin.

Das, was wir unsere Persönlichkeit nennen, was sie auch wirklich ist, nämlich "unsere Persönlichkeit",
besteht aus Gedanken, die uns aus der Erinnerung an Veränderungen eine Gestalt geben. Diese Gestalt
verändert sich zudem ständig, so wie die Gedanken umher huschen, mal dies oder jenes beleuchten,
diese oder jene Handlung hervorrufen.

Und das alles ist an unseren Körper gebunden, der ebenso immer "nur" hier ist, und durch den
wir dies wahrnehmen, in und an diesem Ereignis Leben teilnehmen.

Was durch diesen Körper blickt, und in ihm Persönlichkeit erlebt, ist das "reine Bewusstsein":
du selbst.

Das reine Bewusstsein (du) erlebt sich (dich) als Mensch. Und wenn du dieses "ich selbst" suchst,
für was (du) der Mensch (du) ist, ist es immer hier, direkt bei dir, da du es bist.

Es ist so kein Gegenstand eines Zieles, schaust du nach dir, nach diesem "vorhanden-sein" deiner
Selbst, sondern immer unmittelbare Gegenwart: die Gegenwärtigkeit deiner Selbst.
Du bist genau jetzt hier, und wirst es immer sein: hier. Daher heißt es im Zen: "der Weg ist das
Ziel": du hattest dich immer erreicht.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Der Mensch ist natürlich auf den Menschen begrenzt, und als Potenzial dieses Menschen
genetisch und sozial geprägt.

Bin ich dadurch ein Mensch? Wenn mir jemand diese Frage stellt, kann ich sie in gleicher
Weise verneinen wie auch bejahen. Ich würde ja sagen, es ist ein: dem zugrunde liegenden
Wesen meiner selbst nach zwar nicht, aber der temporären Gestalt nach schon.

Und das ist in dieser Thematik erst einmal paradox: ich weiß zwar, dass es mich gibt,
aber ich habe eigentlich darin gar keine bestimmbare Gestalt. Und das scheint sich zu widersprechen: Wie
kann das sein, dass es mich gibt, aber ich eigentlich keine (feste) Gestalt habe ...? Sie ist eher
etwas wie ein ungemein ausgefeiltes und komplexes Instrument des Wahrnehmens und
Erlebens.

Aber der Körper besteht ebenso aus Bewusstsein, also aus mir selbst. Und daher kann ich ihn
eigentlich nicht verleugnen, auch nicht meine Persönlichkeit, weil ich (als reines Bewusstsein)
die Ursache und die Substanz des Lebens bin.

Und dieses "vorhanden sein deiner selbst", von dem ich die ganze Zeit spreche, und was
du bewusst spüren sollst, das ist schon die Selbstwahrnehmung des reinen Bewusstsein,
durch die sekundär die Sinneswahrnehmung geschieht - in dieser Präsenz deiner selbst.
Und sie ist dadurch das, was Karl Renz als das bezeichnet, was du nicht durch die
Körpersinne wahrnimmst, weil du es bist:

Nur Bewusstsein ist sich über seine Existenz bewusst, und was sich über seine Existenz
bewusst ist, ist Bewusstsein.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Wenn du erkennst, dass du immer nur hier bist, real immer hier, hast du dich eigentlich
in deiner Identität schon aus dem Korsett der Persönlichkeit befreit, und das erkannt,
was du auch bist, und was deinem Leben den Rahmen gibt, er umschließt, und
es vollständig trägt: das reine Bewusstsein.

Im reinen Bewusstsein sind wir die Realität selbst ... und damit sind nicht nur ihre
Inhalte gemeint, sondern auch das, was sie unabhängig davon immer selbst ist:
du selbst.

Man meint gerne, sozial, dass dieses "eigene vorhanden sein" den wahrgenommenen Dingen
oder einer Gestalt meiner selbst entspringen würde, aber wenn du ihm nachspürst,
wirst du erkennen, dass dies nur eine Interpretation ist. Die Festigkeit, die du in
den wahrgenommenen Dingen vermutest, bist du selbst.

Bewusstsein ist "fest", also vorhanden, real, ohne eine Gestalt haben zu müssen: ich bin

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Mit dem Hier ist es in etwa so wie mit dem Energieerhaltungssatz: Die Gesamtmenge
der Energie in einem geschlossenen System bleibt konstant.

Im Hier ist dem Wesen nach kein Gewinn oder Verlust an mir selbst, dieses "ich selbst"
gewinnt weder etwas hinzu, noch verliert es etwas. Warum? Es ist alles nur Veränderung
in der Energie, aber die Energie vermindert oder erhöht sich dadurch nicht ... dieses
"ich selbst", das ich bin, es ist der Gestalt nach ein Spiel der Energie des Selbst.

Wenn man Bewusstsein, neben der Eigenschaft der Selbstwahrnehmung, noch eine Eigenschaft
zuweisen wollte, dann wohl "Energie" ... der Stoff, aus dem die Träume des Selbst sind.

Dieser Stoff, den ich auch gerne "Substanz" nenne, ist für uns im Verstand nicht greifbar.

Alle Gestalt, die Bewusstsein annimmt, gleicht mehr einem Phantom aus einer Substanz, die
beliebiges simulieren kann.

Und hier treffen wir auf den Aspekt, in dem im Bewusstsein solche Welten hervorgehen.
Es ist eine "simulierende Substanz", die das erst erschafft, was wir Universum nennen,
als eine Simulation einer ihm möglichen Gestalt.



"Du hast keine Gestalt." heißt: Du bist die Energie, die "simulierende Substanz", die sich diese
Gestalt deiner selbst erschaffen hat, und ich habe keine Ahnung "wie?"

Die Erkenntnis, dass "Bewusstsein" nicht zunimmt und auch nicht abnimmt, dass das
eigene Wesen immer vollständig ist, in allem, hat etwas substanziell beruhigendes.

Es entströmt diesem Erkennen, dass es etwas an mir gibt, das sich nicht verändert, dieses
wiederfinden seiner selbst ... das man suchte.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

So lange man sich ganz auf seine Persönlichkeit begrenzt, die eigene menschliche Geschichte also,
besteht man nur aus einem Gebäude aus Raum und Zeit.

Und das stelle ich hier einfach einmal in den Raum der Diskussion: Zeit und Raum sind eine
Erfindung des Verstandes.

Und es könnte all den "Ego-Jägern" einmal gut tun, dies genau zu betrachten, was ich hier
behaupte: Raum und Zeit sind eine Erfindung des Verstandes, und damit deines Verständnisses
über dich selbst.

Und wer das begreift, für den hört jegliche Jagd nach dem Ego auf, denn diese Idee entspringt
dem selbst, was man "Ego" nennt: es (sich selbst) jagen und fangen zu können.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Aus diesem Raum-Zeit-Gebilde gesehen, was mein Verständnis über mich selbst zeichnet,
scheint das "hier" wie ein nicht zu erhaschender Punkt in der Zeit - und mancher
fragt sich, wie soll ich da ein "hier" fangen können? Sobald ich zugreife, ist es wieder
weg. Aber das ist ein ganz natürliches Empfinden, hat man sich auf diese Vorstellung
der Raumzeit (Einstein) limitiert ... und in ihr ist man auf das ganze Universum verstreut.

Wo ist nun das richtige Teil an mir, das "hier" ist, bin ich über Raum und Zeit verstreut? :icon_mrgreen_small:

Dieses "hier" ist nicht ein Teil meiner über Raum und Zeit verstreuten Persönlichkeitsvorstellung.
Es ist ihr Hintergrund ... das "ich selbst", das im Hintergrund aller Ereignisse steht: ich bin.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Eigentlich nannte man ja früher die Substanz Sat-Chit-Ananda, und dazu hier die Definition aus wikipedia:

Sat (सत) - Zustand des Seins oder der Existenz an sich, auch Wahrheit
Chit (चित) - Bewusstsein, Verstand, auch Wissen. Wird meist im Sinne eines reinen unpersönlichen Bewusstseins verstanden.
Ananda (आनन्द) - Freude, Glückseligkeit. Die reine Freude Brahmans gilt in den Upanishaden als höchste Form unbedingten Glücks.

Heute sagt man eher "Nichts" dazu, in beiderlei Hinsicht. :icon_mrgreen_small:

Das hat einen guten Grund. Die Leute verbinden mit "Sat Chit Ananda" Erwartungen, die sich in der Betrachtung
der Substanz nicht gleich oder anders zeigen, und denken dann, sie hätten es mit der falschen Substanz zu tun.

Das Sat-Chit-Ananda der Substanz ist eigentlich eher die Beschreibung des Erlebnisses eines verzückten
Yogis. Aber diese Beschreibung beherbergt auch eine tiefe Wahrheit über die Substanz unserer selbst.

Man sagt heute eher neutral: "Stille", meint aber im Grunde dasselbe, was die Inder mit "Sat Chit Ananda"
umschreiben, und aus meiner Sicht gesehen wesentlich exakter.

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Gestern traf ich zwei kleine Füchse, noch Welpen, und die tollten herum, und ihnen war
dieses "Sat Chit Ananda" der Substanz noch anzusehen - und dann kam ich hierher,
und da streifte der kleine Junge herum, vom Besuch bei der Nachbarin, dem sah man
dieses "Sat Chit Ananda" auch noch an.

Es ist etwas, was eigentlich nur verdeckt ist, mit unserem Hadern über unsere eigene
Existenz, aber was an der Basis des Lebens immer existiert. Aber irgend etwas hat einem
diesen ursprünglichen Lebensgenuß gründlich verdorben, und das "Sat Chit Anada" erscheint
so, als wäre es "verdorben".

Man musste es quasi auf dem Altar des Lebens opfern, aus irgendwelchen sozialen Ideen heraus,
auf die ich hier gar nicht alle eingehen kann.

Und mancher Yogi war halt so "naiv" (ironisch gemeint), einfach dieses Lebensgefühl des Nicht-Wissens,
was eher ein "nicht-besser-wissen" genannt werden könnte, wieder zu finden - und zufrieden zu sein,
was heißt "sich selbst gefunden zu haben".

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Man sucht also nach diesem Schatz, den die Aufschrift "Sat Chit Ananda" verspricht, den Quell
des Lebens quasi, an dem es noch "unverdorben" schmeckt: klar, rein, unbefleckt: die "Stille".

Und die Antwort ist: "Diese Quelle ist immer hier, als der "Hintergrund" zu allen Ereignissen:
du selbst.

Friede ist ein "sich selbst genügen können" - heute versucht man meist, den sozialen Erwartungen
zu genügen ... aber wer versucht denn noch, sich selbst zu genügen?

Was die meisten Menschen am Leben schmerzt, ist eine Art sozialer Wahnsinn "des sich-nicht-
selbst-genügen- Dürfens".

Man muss immer irgendwo hinstreben: neues Auto, neue Nase ... aufsteigen ... bis hin zum
"aufgestiegenen Meister" ... zu Gott auf einem Wölckchen ... das esoterische Himmelfahrtskommando.

Aber, was wird da doch behauptet: "Der Schatz ist hier" ... da oben ist nur Wahnsinn. Und
was wissen wir über den Wahnsinn? Unser Wahnsinn ist das, was wir "Ego" nennen. :scared: :icon_mrgreen_small:

Tobias

Re: Das Atman-Vichara-Labor (Monolog)

Beitrag von Tobias »

Dieses "spirituelle Hier" ist also kein anderes "hier". Es mag als ein anderes erscheinen, da du ein
persönliches Vorurteil gegen dieses dein "hier" hegst (Vorurteil ="Ego"), und du glaubst nun diesem Vorurteil so sehr,
dass dir gar nicht mehr auffällt, dass es kein gesichertes Wissen ist, sondern einfach eine
Vermutung.

In dieser Vermutung erscheint dir die Welt als reines Konstrukt aus Raum und Zeit, und nun
musst du dieses "ich selbst" suchen, das darin irgendwo versteckt ist - irgendwo im Raum
oder/und der Zeit. Aber es ist ein "umfassendes" dazu, was du bist, und das steckt zwar in
jedem Einzelteil, aber im Wesen immer in allen Einzelteilen.

Und hier findet dann eine Addition statt, der Einzelteile deiner selbst, die gleichzeitig
eine Subtraktion ist: du bleibst übrig, egal wie herum: ich bin.

Über das Leben haben wir dezeit kein gesichertes Wissen. Es mag so erscheinen, aber alles
basiert immer noch weitgehend auf Vermutungen, die immer wieder revidiert werden.

Was wir aber können, ist diesem "ich selbst" zu begegnen, aus dem diese ganze Veranstaltung
auf rätselhafte Weise hervorgeht. Die Substanz des Bewusstseins. Aber bis sich die
Wissenschaft dem Bewusstsein "physikalisch" nähern kann, wird wohl noch Zeit vergehen,
also Entwicklung im Selbst.

Man kann im "ich bin" sich selbst spüren, und darin diese Quelle wiederfinden,
von der in Indien als "Sat Chit Ananda" erzählt wurde. Da stieß einfach jemand auf etwas, und
begann darüber zu erzählen ... "nein, es war nicht ein 1,5 m langer Hecht" ...

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