Was weiß ich denn nun? (open)

Selbstbetrachtungen als one2null (monolog), one2one, one2two, one2some oder one2all. Erweiterte Forenregeln bitte beachten... ;-)
Forumsregeln
Der/die/das Fragestellende (falls der Thread sich auf eine Frage zur Selbstbetrachtung bezieht) legt im Eingangstext fest, mit wer/wem/was er/sie/es die Frage diskutieren möchte:

- one to null (monolog)
- one to one
- one to two
- one to some (beliebige Zahl)
- one to all (jede(r)(s) der/das/die Lust hat)
Gesperrt
Tobias

Was weiß ich denn nun? (open)

Beitrag von Tobias »

Es wird gesagt, das Leben komme aus dem Nichts, aber ich weiß nicht woher es kommt,
oder ob es überhaupt von wo herkommt. Ich weiß auch nicht, wer ich jenseits dieses Lebens bin.
Ich könnte von einer Persönlichkeit in eine andere aufwachen, oder sogar eine, die diese
einschließt, in unzähligen Variationen. Ich weiß es nicht. Gerade erlebe ich noch dieses
Leben, und als Vergleich bietet sich nur der Traum an.

Ich weiß eigentlich nur, unabhängig davon was geschehen wird (und welcher Ursache das ist),
dass ich unsterblich bin. Warum das so ist, und die Unsterblichkeit keine bestimmte Gestalt
beansprucht, könnte ich zu erklären versuchen, aber werde oder würde mich wohl wieder
im Dickicht der Sprache verheddern.

Es hängt mit dem "alles" zusammen. Es kann nichts geben ohne mich, und das klingt so
überheblich und blödsinnig, sich selbst geradezu an den Tatsachen des Lebens widersprechend,
kommt es aus dem Mund einer Person, die zudem sterblich ist.

Es ist da auch kein anderer in dieser Person, der das durch diese Person behaupten würde.

Es hängt damit zusammen, dass es niemals etwas anderes geben wird, als mich - und das hat
eigentlich mit diesem Leben gar nichts zu tun. Das Leben mag dunkel sein, und nur in Abschnitten
oder Auszügen erhellend, als dieser Mensch.

Aber im Wesen nehme ich den Menschen nur wahr. Er ist eine Wahrnehmung. Nehme ich nun mich
selbst wahr, oder einen anderen? Ich nehme wohl "etwas" wahr, aus dem diese menschliche Persönlichkeit
und damit die gesamte Vorstellung über mich selbst geworden ist.

Nun frage ich mich, ob das "wesenhaft" ist, was wahrnimmt. Hat das, was wahrnimmt ein Wesen?
Und so oft ich da schaue, kann ich das derzeit eigentlich nur mit "ja" beantworten: "ich".

Darin mögen mir einige widersprechen, aber es entspricht dem "Stand der Dinge". Ich würde nicht
sagen, dass es sich so ernsthaft anfühlt, wie das "ich" "vorher", das ich fühlte ... vor diesem Prozess.

Es fühlt sich leichter an, aber es ist dasselbe ich. :tobroll:

Das andere, was ich weiß, ist nämlich, dass ich immer vollständig bin. Egal was kommt und geht,
ich bin vollständig. Oder ich bin das Hier, könnte man auch sagen. Da ist immer alles drin, nichts
darin kann wirklich verloren gehen. Da können Erinnerungen verloren gehen, Persönlichkeiten, aber ich
selbst kann nicht verloren gehen, da ich die Realität selbst bin. Und das völlig unabhängig davon, was
darin aus der Sicht meiner Persönlichkeit unerklärlich oder erklärlich geschehen mag.

Aber wie vermessen klingt das aus dem Mund eines Körpers? Zu sagen: "Jungs und Mädels", ich habe
festgestellt, dass ich die Realität selbst bin, die ganze Realität, incl. sämtlicher Ausserirdischer,
auf- und abgestiegener Meister, Rishis, Krishnas, was das sonst noch herumläuft?"

Wenn man von Advaita spricht, spricht man eigentlich doch von nichts anderem? :tobroll:

Nur bringt einem das als Mensch im Leben eigentlich direkt gar nichts, da kommt auch niemand
und stellt einem einen dicken Scheck aus, mit den Worten: "Und nun lebe gemütlich bis zum Ende
deiner Tage". Das Leben geht einfach weiter, aber es fühlt sich irgendwie relaxter an. Das
zwanghaft, verkrampfte löst sich irgendwie mehr und mehr auf. Da ist mehr Staunen, mehr Genießen,
was nicht heißt, dass man nicht ab und zu mit dem Leben hadern würde.

Und wer bin ich nun? Eigentlich alles, was möglich ist, aber im "etwas temporär sein" oder "etwas temporär
nicht sein" liegt kein "Verlust" oder "Gewinn" mehr an "mir selbst", auch wenn ich gar keine andere Gestalt
habe, als die, die gerade für mich erscheint. :tobroll:

Und eigenartiger Weise entsteht eine Art Vertrauen zum Leben. Erst wie eine zarte Blume, aber dann
doch immer mehr die Beziehung zum Leben prägend. Denn es hat keine Ursache außerhalb meiner selbst,
auch wenn sie für mich als Mensch völlig unsichtbar ist.

Da ist einfach nicht "Realität" und dann noch "ich", als zwei.

:tobroll:

Herz

Re: Was weiß ich denn nun? (open)

Beitrag von Herz »

Das finde ich so gut an Bashar - man mag von ihm halten was man will. Er spricht weder von Nichts, noch von Alles, sondern von "Existenz". Die Existenz in der alles Wechselhafte geschieht. So gesehen ist für mich die Existenz, das Sein, DAS ein Plus und kein Minus. Also nicht Nichts.

Worin nun wieder diese Existenz sich befindet, kann ich nicht wissen. Ist unwissbar. Und möglicherweise meint Subhash dieses dunkle Unwissbare, also das worin Sat (Sein) wissbar ist in diesem Körper.

Ach Gott, keine Ahnung... kriege schon wieder einen Krampf im Hirn, wenn ich versuche das zu formulieren.

Tobias

Re: Was weiß ich denn nun? (open)

Beitrag von Tobias »

Herz hat geschrieben:
Ach Gott, keine Ahnung... kriege schon wieder einen Krampf im Hirn, wenn ich versuche das zu formulieren.


Magnesium soll gegen Krämpfe helfen ... :icon_wink_small:

Worin nun wieder diese Existenz sich befindet, kann ich nicht wissen. Ist unwissbar. Und möglicherweise meint Subhash dieses dunkle Unwissbare, also das worin Sat (Sein) wissbar ist in diesem Körper.


Manchmal frage ich mich, ob das Beharren auf etwas, nämlich "nichts" (man darf den Widersinn gerne auskosten :icon_mrgreen_small: )
nicht mehr damit zu tun hat, dass er in dieser Hinsicht eine "sturer Bock" ist. Man hat ja auch so seine eigenen
Flausen und Bockigkeiten. Das scheint mir naheliegender. :tobroll: :icon_wink_small:

Herz

Re: Was weiß ich denn nun? (open)

Beitrag von Herz »

Tobias hat geschrieben:Manchmal frage ich mich, ob das Beharren auf etwas, nämlich "nichts" (man darf den Widersinn gerne auskosten :icon_mrgreen_small: )
nicht mehr damit zu tun hat, dass er in dieser Hinsicht eine "sturer Bock" ist. Man hat ja auch so seine eigenen
Flausen und Bockigkeiten. Das scheint mir naheliegender. :tobroll: :icon_wink_small:

Ja, das kanns natürlich auch sein... haste Recht... :icon_cheesygrin: <3

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast