Einzahl und Mehrzahl (open)

Selbstbetrachtungen als one2null (monolog), one2one, one2two, one2some oder one2all. Erweiterte Forenregeln bitte beachten... ;-)
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Der/die/das Fragestellende (falls der Thread sich auf eine Frage zur Selbstbetrachtung bezieht) legt im Eingangstext fest, mit wer/wem/was er/sie/es die Frage diskutieren möchte:

- one to null (monolog)
- one to one
- one to two
- one to some (beliebige Zahl)
- one to all (jede(r)(s) der/das/die Lust hat)
Tobias

Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Konzentriere ich mich z.B. gerade auf das "hier", um die Einzahl zu sehen, ist sie mit dem "ich". Die Einzahl ist mit dem "ich", denn außer dem
"ich" (mich) gibt es nichts. "Nichts" nicht bezogen auf die Vielzahl (Erscheinungen), sondern auf die Identität. Die Identität hat sich noch nicht
auf die Vielzahl "verteilt". Sie steckt noch in keinem Objekt. "Identität" ist nur "Identität", also ich, und es fußt in einer aus sich
heraus seienden Präsenz.

In dieser Präsenz, ich nenne sie mal "ewiges hier" entfaltet sich das, was ich "mich selbst" als meine Persönlichkeit nenne. Aber so sehr ich
mich darin scheinbar bewege, so schnell sehe ich durch einen kurzen blick ins "hier" die "Einzahl", und sie bewegt sich nicht. Sie ist gleich einem Auge,
einem "Auge der Sinne".

Ich kann nicht im geringsten die Qualität dieser wahrgenommenen Dinge beurteilen, als in dem, wie sie meine erscheinende Persönlichkeit
beurteilt - doch die erste Information zu allem ist "ich". "Ich" ist eine alle Wahrnehmung umfassende Grundaussage, bis sie sich "entscheidet",
in ein "mehr ich", ein "weniger ich", ja, sich dann mit dem Körper, der das Auge und die informationsverarbeitung ist, verbindet und abgrenzt.

"Ich" bezieht Stellung. :tobroll: Ich verbindet sich mit dem Instrument der Wahrnehmung, dem Körper, und fertig ist der Mensch - eine Ehe
zwischen "Ich" und "Erscheinung".

Wie ich es auch drehe und wende, ist es das Universum selbst, das sich hierin betrachtet, in Ausschnitten, die eben dem Instrument der
Wahrnehmung und des Erlebens eigen sind. Zumindest erscheint mir dies naheliegend.

Das Universum betrachtet sich selbst und wird in dieser Betrachtung eine Gestalt, als eine sichtbare Gestalt seiner Selbst, in unserem Falle
sieht es sich als das Leben einer menschliche Persönlichkeit. Und darin wird es selbst zu einem Menschen, verbindet sich mit der Perspektive zu einem
"ich selbst" als Mensch, ich selbst als Katze, ich selbst als Floh, als Kaktus, als Bakterium ...

Wie das möglich ist, dass "scheinbar tote Materie" so etwas wie Leben hervorbringt, Selbstbetrachtung, das ist überaus erstaunlich. :tobroll:
Wahrscheinlich ist es nicht weniger erstaunt als wir selbst, denn wer sollte anderes für es staunen, als wir selbst, die wir das
Universum sind? Die menschliche Frage ist keine "menschliche Frage", die das Universum nichts anginge. Es ist eine Frage, die sich
das Universum selbst stellt, in all seinen Perspektiven auf sich selbst.

Da ist kein menschliches Denken, und dann noch göttliches Denken. Da ist nur ein Denken. Das Ausmaß dieser Selbstbetrachtung sprengt eigentlich
vollständig unsere Vorstellungskraft, als diese Perspektive des "ich", die wir jede(r) sind - und "jenseits" dieser Perspektive auch sind,
als "ich", das Universum selbst: das

Nun fragt man gerne, wie das möglich ist? Wie soll es möglich sein für etwas, das als Gestalt, und damit auch im Verständnis, beschränkt
ist, über sich selbst hinauszublicken, zu erkennen, mehr als dieses Leben zu sein.

Das Geheimnis liegt meiner Erfahrung nach im "ich", das darum weiß, das es "das einzige" ist, was ist, das sich durch das Auge der
Sinne betrachtet, denn das Ich gehört nicht der menschlichen Persönlichkeit, es gehört dem Universum, Gott.

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Bewusstsein hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:Das Geheimnis liegt meiner Erfahrung nach im "ich", das darum weiß, das es "das einzige" ist, was ist, das sich durch das Auge der
Sinne betrachtet, denn das Ich gehört nicht der menschlichen Persönlichkeit, es gehört dem Universum, Gott.


Unglaublich...(oder nicht unglaublich, sondern glaubhaft... ;-) ) was "Neo-Tobias" behauptet...das wäre wie wenn du behaupten würdest; du wärst im Tod (Tiefschlaf) abwesend und nicht in Bewusstsein, nur weil keine Erinnerung an ein Universum und Gott da wahr.... :tobroll:


Meine Persönlichkeit ist im Tiefschlaf abwesend, das stimmt. aber da ich um den Tiefschlaf weiß (ich bin abwesend),
bin ich ja noch hier, auch wenn der Tiefschlaf keinen Inhalt hat, keine Ausdehnung.

Ausdehnung (Persönlichkeit) kann er auch nicht haben, ist es wirklich Tiefschlaf.

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Bewusstsein hat geschrieben:
Wie auch immer; es findet primär alles im oder in Bewusstsein (Ursache) statt auch das sekundäre, vergängliche persönliche Gefühl einer Wirkung.

Also ICH (Subjekt) kann niemals abwesend sein...da ich ja um den Tiefschlaf weiss. Wenn ich aber jetzt sage: da ich um den Tiefschlaf weiss: ich bin abwesend...so wäre ich ja mit der Person (Scheinselbst) identifiziert... mit etwas Vergänglichen was in Raum und Zeit erscheint... :tobroll:


Sehe ich im Prinzip auch so, nur postuliert der Begriff "Bewusstsein" eine Qualität, getrennt von dir selbst.
Aber der Begriff hat eigentlich keinen klaren Inhalt, keine wirkliche Aussage, kein etwas, mit dem
er sich verbinden könnte. Er kann zwar so ein Hinweise sein, aber ab einem gewissen Punkt ist es
vielleicht besser, ihn selbst wieder loszulassen. :tobroll: :icon_wink_small:

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Tobias hat geschrieben:nur postuliert der Begriff "Bewusstsein" eine Qualität, getrennt von dir selbst

Begrifflich sind Gold und Ring zwei getrennte Begriffe, im goldenen Ring sind sie vereint.

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Bewusstsein hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:nur postuliert der Begriff "Bewusstsein" eine Qualität, getrennt von dir selbst

Begrifflich sind Gold und Ring zwei getrennte Begriffe, im goldenen Ring sind sie vereint.



Alle Formen sind Objekte IN Bewusstsein. Bewusstsein selbst hat aber kein Form...

Stell dir vor ich würde sagen: Gestern in der Meditation sah ich das Bewusstsein in Form von Licht. Die alten Rishis würden sagen: das ist nicht möglich, den derjenige, der das Bewusstsein sah, ist derjenige, der das ICH ist.


Es gibt keinen Rishi ohne (m)ich. Kein Rishi kommt an "Ich" vorbei. Das, was sie angeblich sagten, ist maximal ein guter Hinweis,
erweist er sich als für dich hilfreich, mehr nicht. Für wen: für D I C H

Es gibt einfach nichts ohne und auch nichts als dich. Das kannst du so lange drehen und wenden wie du willst.
Alle Aussagen eines "über dir" werden darin reine Makulatur. Sie machen im Leben einen Sinn, in der Begegnung,
aber nicht, was deine eigene IDENTITÄT betrifft.

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Norbert hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:nur postuliert der Begriff "Bewusstsein" eine Qualität, getrennt von dir selbst

Begrifflich sind Gold und Ring zwei getrennte Begriffe, im goldenen Ring sind sie vereint.


Ja, ein netter Golschatz in meinem Garten. Ich spate so um, und plötzlich
springen mich goldene Münzen an. Das wäre einmal eine schöne Sache. :icon_mrgreen_small: :angel:

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Tobias hat geschrieben:Ja, ein netter Golschatz in meinem Garten. Ich spate so um, und plötzlich
springen mich goldene Münzen an. Das wäre einmal eine schöne Sache. :icon_mrgreen_small: :angel:

Es gab mal einen Ring, der nach Gold suchte und im Eifer seiner Suche nicht erkannte, dass Gold das ist, was er ist. Dann kam ein Feuer und er schmolz dahin. Der Ring war weg. Was bliebt war das, wonach er sein ganzes Ringsein nach suchte.

Ach hätte er doch nur gewusst, dass das Ringsein das Goldsein nicht ausschließt, dann hätte er im Frieden und befreit vom Feuer der Suche Ring sein können.

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Norbert hat geschrieben:Es gab mal einen Ring, der nach Gold suchte und im Eifer seiner Suche nicht erkannte, dass Gold das ist, was er ist. Dann kam ein Feuer und er schmolz dahin. Der Ring war weg. Was bliebt war das, wonach er sein ganzes Ringsein nach suchte.


Alles ist Glaube. Auch die subtilste Wahrheit ist noch Glaube. Alles was irgend etwas ausschließt ist: Glaube.

Ach hätte er doch nur gewusst, dass das Ringsein das Goldsein nicht ausschließt, dann hätte er im Frieden und befreit vom Feuer der Suche Ring sein können.


Da weiß der Ring noch zu viel. :icon_mrgreen_small:

*gg* :angel:

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:
Und um dem Fass dann jetzt die Krone aufzusetzen: Auch das ist nur ein: Glaube.



Falls dir Krone aus Gold ist,würde ich das gestatten. :tobroll: :icon_wink_small:

Tobias

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:Die Krone ist sehr schwer und aus Gold, und das Fass ist ein altes Seeräuberfass und morsch, es bricht unter dem Gewicht der Krone zusammen. In dem Fass: Ein uraltes Seeräuberskelett, mit einer schwarzen Flasche Rum in der Hand. Und all das zerfällt zu Staub unter dem Gewicht der Krone.

J


Das hört sich gut an ...viel Schwerkraft, viel Euro ... :tobroll: :icon_wink_small:

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Bewusstsein hat geschrieben:du sagst: Advaita bedeutet Nicht-Zwei…

Präziser finde ich: Es gibt nur das Eine ohne das Zweite…weil der Ring kann es ja nur glauben und nicht sein… :tobroll:

Es gibt den Ring und es gibt Gold, aber das sind eigentlich nicht-zwei. Das Gold hat sich in den Ring ergossen, ohne dabei Nicht-Gold zu sein. Der Ring ist aber nicht Nicht-Ring. Darum geht's. Es ist nicht falsch, wenn der Ring glaubt, Ring zu sein. Nur wenn seine wahre Natur sucht, wird er vielleicht irgendwann auf Gold stoßen, was das ist, was er IST. Dadurch ist aber der Ring nicht Nicht-Ring. Er verliert nicht sein Ring-Sein in der Erkenntnis seines Goldseins. Man könte sogar sagen: In der Erkenntnis der Natur seines Seins erstrahlt der Ring zu vollem Glanze.

Und wenn der Ring dann anderen Ringen begegnet, begegnet er ihnen im Bewusstsein ihrer wahrer Natur, weil es eben auch seine wahre Natur ist. So kann der Ring zwar sagen "ich bin gold (erleuchtet)". Aber das wird ihm (persönlich) nicht viel geben, weil es für alle anderen Ringe genauso gilt. Es erhebt ihn nicht. Und wenn er dann von einem anderen Ring gefragt wird "was ist meine wahre Natur", kann er sagen: "Gold!". Und wenn der Ring das dann nicht glaubt, so what. Er ist es eh.

Aber schade ist es schon, dass seine "Mitringe" erst ihre Form wieder verlieren müssen, um in diesem Verlieren ihre wahre Natur erkennen, in der sie "zurückfließen" ("hineinschmelzen"). Das ist dann Mitgefühl. Man gönnt es jedem Ring vom Herzen, dass er nicht erst schmelzen muss, um zu erkennen, was seine wahre Natur ist und in diesem Bewusstsein die heitere Gelassenheit des Ring-Seins zu genießen.

In der Interpretation dieser Analogie kann der Mensch in der Erkenntnis seines wahren Seins ganz und gar Mensch sein. Das ist das, was ich eigentlich damit sagen möchte. Mensch als Form des Bewusstseins und Bewusstsein selbst sind Nicht-Zwei. Und wenn du sagste "mein Bewusstsein" ist das eigentlich nicht ganz korrekt, denn der Ring redet auch nicht von "seinem Gold", weil Gold ja das ist, was er IST. Es geht dabei um die Auflösung der Subjekt/Objekt-Relativierung, was für den Verstand nur möglich ist, wenn er über sich selbst hinausgeht. Und das passiert eben manchmal.

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Bewusstsein hat geschrieben:wie erklärst du dir, dass IN “meinem“ Bewusstsein nicht die gleichen Träume mit Rolfi, Norbi, Tobias usw. stattfinden, resp. erscheinen, wie in “deinem“ Bewusstsein???

Für mich gibt es nur ein Bewusstsein, weil ich es so erfahren habe. Dieses Bewusstsein träumt vielerlei Universen, u.a. auch dieses mit der Welt, in der es Norberts und Rolfis gibt, die ein scheinbar eigenes Bewusstsein haben.

"Es" (der Name "Bewusstsein" ist ja nur eine Krücke) träumt nicht nur diese Manifestationen sondern tritt auch selbst darin ein und spielt Norberts und Rolfis und manchmal geschieht es, dass es sich selbst beim Spielen ertappt und dann vergisst es das ganz schnell wieder, weil das Spiel ja dann keinen Spaß mehr macht.

Und dann spielt es vielleicht Norberts, die sagen, dass sie das Spiel durchschaut haben und das den Rolfis erzählen. Und es spielt auch die Rolfis, die das nicht glauben und mit den Norberts diskutieren, weil sie nicht glauben, dass da etwas größeres ist, was das ausmacht, was die Rolfis zu sein glauben.

Es ist ein Spiel. Spiele es einfach mit und hab Spaß dran. Und keine Sorge, du darfst in diesem Spiel dir auch den A* aufreißen und materielle Reichtümer anhäufen und damit spielen. Ich spiele eben eine arme Quassel-Bewusstseins-Maus und du eine reiche Power-Bewusstseins-Maus. *g*

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

jo Janesh,

die einzige zuverlässige Methode, sich selbst zu verlieren ist nach sich selbst zu suchen oder zu versuchen, sich selbst zu ergründen *g*

da bin ich lieber ich selbst, das ist einfacher *g*

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Bewusstsein hat geschrieben:Was ist genau passiert??? ....wurde der Ring zu Gold???

er hat erkannt, dass er von Gold (seinem Selbst) nicht getrennt ist, wenn er Ring ist und dass es mit allem so ist

Norbert

Re: Einzahl und Mehrzahl (open)

Beitrag von Norbert »

Bewusstsein hat geschrieben:bei mir ist es gerade umgekehrt: Das Selbst hat erkennt das es nicht die Person ist und als das Selbst auch die Person ist… :icon_cheesygrin:

Es schaut immer das Selbst auf sich selbst, egal in welcher Manifestation das gerade geschieht. In diesem Sinne ist da nichts, weil da eben nichts ist, was nicht das ist, was das Selbst selbst ist. Das ist die Leerheit, die Fülle ist und die Fülle, die Leerheit ist.

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