Meine Meisterschaft (open to all)

Selbstbetrachtungen als one2null (monolog), one2one, one2two, one2some oder one2all. Erweiterte Forenregeln bitte beachten... ;-)
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Der/die/das Fragestellende (falls der Thread sich auf eine Frage zur Selbstbetrachtung bezieht) legt im Eingangstext fest, mit wer/wem/was er/sie/es die Frage diskutieren möchte:

- one to null (monolog)
- one to one
- one to two
- one to some (beliebige Zahl)
- one to all (jede(r)(s) der/das/die Lust hat)
Tobias

Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Tobias »

Jeder Erwachte oder Erwachende, egal wie er/sie das nun sehen mag, stellt sich wohl irgendwann die
Frage nach der eigenen Meisterschaft. Bin ich nun ein Meister, oder doch kein Meister? Ein "Meister
des Advaita"'? :tobroll: :irre: :icon_wink_small:

Und man betrachtet sich selbst." Auch ein "erwachter Stümper" bleibt ein Stümper, und wie sollte ein Stümper
"Meister" sein?" gute Frage. :tobroll:

Der sichtbare Meister bleibt ein Stümper, also gerade der, der Meisterschaft beanspruchen könnte. Und
so kann das auch nur in "Stümperei" ausarten. Ich denke, man ist ein Stück des Weges zur "Meisterschaft",
erkennt man nur rein dies. :tobroll:

Manche sagen, sie stehen "immer kurz vor der Erleuchtung", was ich so an Meistern ab und an zufällig höre. :tobroll:
Ich frage mich dann manchmal, warum nicht einfach das "vor" fallen lassen? Fällt das "vor", fällt das eigene
Leben in die Erleuchtung. Es ist eines der vielen Zweige, Gesichter, Äste, Blätter, Blüten, Früchte, Knospen,
Rinden, des einen Baumes: dem Baum der Erleuchtung.

Wo ist da noch ein "richtiger Meister", oder ein "falscher Meister". Im Baum der Erleuchtung fällt alles
in seine ursprüngliche Meisterschaft zurück. Der Meister erlischt, ist ein Zweig am Baum der Erleuchtung.

Was das bewirkt, ist der Meister... und kommt es durch den Mund eines Stümpers. :supercool:

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Raggi
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Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Raggi »

für mich ist das Konzept der Meisterschaft im klassischen Sinne ein Auslaufendes.
Ich habe keinen Guru, zu dessen Retreats und Satsangs ich pilgere.
Du gibst keine Satsangs in den üblichen Räumlichkeiten, scharrst keine Schüler um Deinen Sessel, Tobi
Dennoch lerne ich von Dir unglaublich viel, mehr als von Samarpan, Madhkukar & Co.

Diese Begegnungen hier im Web auf Augenhöhe haben für mich eine ganz andere Qualität als klassische Satsangs.
"Nimm Din selber wahr." (Meister Eckhart)

Frauke
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Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Frauke »

Raggi hat geschrieben:Diese Begegnungen hier im Web auf Augenhöhe haben für mich eine ganz andere Qualität als klassische Satsangs.


Hast du schön gesagt, Raggi.

Als ich vor 5 Jahren in Edgars altes Forum stolperte, hatte kurz zuvor für mich ein Prozess eingesetzt, der von Meistern
ausleerte. Und war dann einfach schön und auch ne ganz neue Erfahrung, im Web auf Gleichgesinnte zu treffen.
Allein nur damals sehen zu können, dass Edgar über alles ganz offen schrieb, nicht nur Freude teilte, sondern auch
Schmerz zeigen konnte, hat mir gut getan.

Und bin deshalb auch jetzt noch gern hier, mag Begegnungen auf Augenhöhe, das Miteinander und Nebeneinanderher,
mit allen, die hier schreiben.

<3

Monika

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Monika »

Frauke hat geschrieben:...
Und bin deshalb auch jetzt noch gern hier, mag Begegnungen auf Augenhöhe, das Miteinander und Nebeneinanderher,
mit allen, die hier schreiben.



Hallo Frauke und Tobias,
mir geht es auch so. Ich habe das Gefühl: Endlich Frieden, Gleich-Wertigkeit, Begegnungen auf Augenhöhe, kein misstrauisches Beäugen - zumindest, was ich bis jetzt gelesen habe und was für mich rüber kommt.
Wozu muss ich also wissen, ob ich eine Meisterin bin? Wenn ich immer wieder für mich erkenne, wo ich stehe, wenn ich immer wieder erkenne, was ich bis dahin vielleicht noch nicht sehen konnte, dass mein Gegenüber Recht hat, wenn ich - ohne Scham und Schmerz zu empfinden - von meinem Persönlichkeitsglauben zurücktreten kann und offen bleibe, sozusagen mitten im Geschehen meine innere Stille bewahren kann und mein Herz sich nicht verschließt, das ist für mich ein erreichtes Ziel, von dem ich als junger Mensch geträumt habe. Was kümmert mich da eine Bezeichnung dafür? Ich sehe, dass gewisse Neurosen u. U. weiter bestehen bleiben, ich sehe auch, dass gewisse Situationen alte Muster hervorbringen - aber ich sehe sie und denke nicht: Oh, Gott, immer noch da! Ich sehe sie und gebe mich hin an die Unvermeidlichkeit meines Seins (wie Da-love-Ananda das ausdrückt).
In Liebe
Monika

Norbert

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Norbert »

Alle Meister und Schüler sind mein eigenes Selbst.
Und wenn du ein Meister mit 1000 Schülern wärst,
wären mir deine 1000 Schüler genauso nah wie du.
Bleib einfach der Tobias, den wir lieben und gut ist.

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Manfred
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Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Manfred »

Raggi hat geschrieben:Diese Begegnungen hier im Web auf Augenhöhe haben für mich eine ganz andere Qualität als klassische Satsangs.

So empfinde ich es auch. Jedoch würde ich jetzt nichts ausschließen können. Also, könnte mir durchaus vorstellen, dass sowas wächst. Alles fängt klein an. Und, wenn da nunmal dann mehr wären, glaub ich, dass dann die Qualität deshalb auch nicht schlechter wäre. Nur, selbst sowas forcieren, das empfände ich komisch. Aber, zumindest was Advaita und Satsang angeht, glaube ich, dass das da sowieso keine Chance hätte (sowas selbst gemachtes mein ich).

Herz

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Herz »

Monika hat geschrieben:mir geht es auch so. Ich habe das Gefühl: Endlich Frieden, Gleich-Wertigkeit, Begegnungen auf Augenhöhe, kein misstrauisches Beäugen - zumindest, was ich bis jetzt gelesen habe und was für mich rüber kommt.
Wozu muss ich also wissen, ob ich eine Meisterin bin? Wenn ich immer wieder für mich erkenne, wo ich stehe, wenn ich immer wieder erkenne, was ich bis dahin vielleicht noch nicht sehen konnte, dass mein Gegenüber Recht hat, wenn ich - ohne Scham und Schmerz zu empfinden - von meinem Persönlichkeitsglauben zurücktreten kann und offen bleibe, sozusagen mitten im Geschehen meine innere Stille bewahren kann und mein Herz sich nicht verschließt, das ist für mich ein erreichtes Ziel, von dem ich als junger Mensch geträumt habe. Was kümmert mich da eine Bezeichnung dafür? Ich sehe, dass gewisse Neurosen u. U. weiter bestehen bleiben, ich sehe auch, dass gewisse Situationen alte Muster hervorbringen - aber ich sehe sie und denke nicht: Oh, Gott, immer noch da! Ich sehe sie und gebe mich hin an die Unvermeidlichkeit meines Seins (wie Da-love-Ananda das ausdrückt).
In Liebe
Monika

Oh wow, das hast du schön geschrieben!!!

Herz

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Herz »

Tobias hat geschrieben:Was das bewirkt, ist der Meister... und kommt es durch den Mund eines Stümpers. :supercool:

Bist du nicht, Tobi!!!! <3

Monika

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Monika »

Danke Herz, freu freu :bow: :bow: :bow:

Tobias

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Tobias »

Herz hat geschrieben:Bist du nicht, Tobi!!!! <3


Danke für die Blumen Gabi, :icon_wink_small:

Tobias

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:Und ich sehe da auch kein Problem in einer Meister-Schüler Beziehung, ist halt einer der Phänomene in diesem Leben. Wie sagte Subhash mal so schön: "Die Füllhöhe sollte angemessen sein."
J


Komisch, mein Hauptlehrer war eigentlich immer eine "Internet-Fiktion". :icon_mrgreen_small:

Ich empfinde das im Nachhinein als sehr angenehm, auch wenn man anfangs wohl immer den Wunsch hat,
den gewählten Lehrer auch im Leben zu sehen. Aber heute empfinde ich den "fiktiven
Lehrer", also mit dem keine menschlichen Verwicklungen im Alltag bestehen, als den geeignetsten,
denn er entlässt auch den "Schüler" am schnellsten wieder in sein Leben.

Ich empfinde ja das Internet in dieser Hinsicht als eine der genialsten Erfindungen, gerade auch
für dieses Thema, die je gemacht wurde. :tobroll:

Eigentlich, meine Meinung, ist das "Forenleben" der "modernere Satsang".

Und "Einfüllhöhe" braucht es eigentlich nicht. Man stößt ja durch die eigenen Worte nur etwas an,
immer wieder, wie das auch ganz gewohnt im Leben jederzeit geschieht. Es ist eher ein
"unter Kumpeln", in der Diskussion, im Für und Wider.

Ich persönlich halte derzeit nicht mehr so viel von diesem klassischen Modell der Einfüllhöhen.
Alle sind ja das Gleiche, dem Wesen nach. Ich spreche ja, dem Wesen nach, mit mir selbst.

Und wenn ich dieses "mit mir selbst" hier anführe, dann meine ich das auch so. Ist da jemand anderes?
Ist da wirklich jemand anderes? Da ist ein anderer Köper, den ich von außen betrachte, aber
das, was ich von ihm sehe, erscheint in mir: bin ich.

Brauche ich zu mir selbst eine Einfüllhöhe? Ich denke nicht. :tobroll:

Ich unterhalte mich mit mir.

Eigentlich hatte ja Ramana dem Neo-Advaita die Einfüllhöhen genommen, und das hat er physisch
vorgelebt. Alles zurück, in ein "davor der Einfüllhöhen" ist eben ein "davor", das sich eigentlich,
gemessen am Ergebnis, als ungeeignet erwies, zu große Hindernisse auftürmte.

Ein "Meister" ist ein ganz gewöhnlicher Mensch. Das ist die Einfüllhöhe, die passt. Je einfacher er es
mir macht, dies zu erkennen, je schneller erlöst er mich auch aus dem Zwang, kein gewöhnlicher Mensch sein zu
dürfen, um selbst "Meisterschsft" zu erlangen. Damit fällt ein gewaltiges Hindernis weg: es hat nichts
mit einer falschen Art und Weise meines eigenen Lebens zu tun. nichts, was darin verändert werden
müsste. Mein Leben muss sich nicht dem meines Lehrers anpassen.

Wenn ich mir die historische Entwicklung so betrachte, steigt eben der Meister immer mehr vom Sockel ab, und
irgendwann, das ist die Tendenz, wird er überhaupt unsichtbar sein, gar nicht mehr als "Meister" erkennbar sein.
Einfach ein gewöhnlicher Mensch. Wenn diese Einfüllhöhe erreicht ist, spricht der eigentliche Meister wieder.

Nun ja, sind nur so meine Eindrücke. Ich finde halt, so im Nachhinein gesehen, jeden "weiteren Rummel um die
Person" eher hinderlich. Er ist in diesem aspekt einfach nicht mehr oder anders, als jemand anders, obwohl
er individuell mit seinem eigenen So-Sein anders umgeht.

Er hat eine relaxtere Beziehung dazu, aber er genießt auch seine sonderlichen Eigenheiten. Nur sind es eben
seine Eigenheiten, und nicht die Eigenheiten eines anderen. ein anderer hat eben wieder seine Eigenheiten.

In Nethu (eine Geschichte von mir) heißt ja das Selbst nicht umsonst "das Eigen". :tobroll:

Wie auch immer, ich gönne ja jedem seinen Meister, und auch die Meisterverehrung, nur, Leben ist schon
Selbst-Verehrung, Verehrung. Da muss eigentlich nicht noch jemand besonders verehrt werden. :tobroll: :icon_wink_small:

Monika

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Monika »

Guten Morgen Tobias,
für mich ist immer gerade der oder das der Meister, der mir zeigt, was ich noch nicht er-kannt bzw. gesehen habe. In den letzten 10, 20 Jahren eben häufig ich selbst bzw. was auch immer mir Ein-Sicht verschafft. Ich nehme es nicht mehr persönlich, freue mich aber immer wieder darüber, dass ich nichts zu suchen brauche, sondern Alles geliefert bekomme - frei Haus. Und dieses Forum, zuvor ein anderes, sind mir lieber als eine noch so tolerante Gruppe. Ich kann mein ganz normales bequemes Leben führen und gerate nicht in einen Gruppenzwang. Ich bekomme natürlich auch kein Diplom - aber gerade das ist ja auch die Herausforderung. Den eigenen Eingebungen glauben, vertrauen bzw. wissen, dass sie der momentanen Wahrheit entsprechen, und danach leben. Meine Sichtweise ist eine andere als die meines Mannes und meiner weiteren Umgebung. Früher fühlte ich mich damit allein und konnte nicht verstehen, warum es für andere so schwer ist, zu erkennen. Heute sehe ich das, ohne mich davon getrennt zu fühlen. Ich bewerte das nicht mehr - es ist einfach so. Wenn meine Tochter oder eine Freundin an ihre Grenzen stößt und etwas hören will, dann teile ich meine Sichtweise mit ihr. Aber ich vermeide Erwartungen.
Liebe Grüße :angel:
Monika

Eve

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Eve »

wahre Begegnung findet IM Herzen statt. Es ist egal an welchem Ort man dabei ist.
Sogar wenn der Körper nicht mehr hier wandelt ist eine wahre Begegnung Im Herzen möglich.
Selbst begegnet Selbst im zeitlosen Raum.


lg,
Jaya

Tobias

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:Tobias schrieb,

Eigentlich, meine Meinung, ist das "Forenleben" der "modernere Satsang".


Nee, also wirklich nicht. Für mich ist das eher ein Surrogat.


J


Also ein "schlechter Ersatz", wenn ich das Wort an dieser Stelle richtig interpretiere?

Nun ja, ich weiß nicht. Die besten "Meister" traf ich bisher im Netz: Edgar, John,
Subhash, und noch einige andere, die sich gar nicht so nennen. :tobroll:

Ich kenne jetzt keinen Ort mit so einer hohen "Meisterdichte" wie erwachen.com.
Menschen, die gar nicht so nach außen in Erscheinung treten. Da sind mehr als 10
"Meister" hier dabei, ganz im ursprünglich traditionellen Sinne "echte Meister". :tobroll:

Stillere und lautere, bescheidenere und wenig bescheidenere, dickere und dünnere,
längere und kürzere, weibliche und männliche, arbeitslose und arbeitende, jammernde
und weniger jammernde ... :icon_wink_small:

Das ein "Surrogat" zu nennen, einen schlechten Ersatz für den "starken Mann"- dem, der
einem zeigt wo es lang geht ... erscheint mir etwas vermessen. :tobroll: :icon_wink_small:

Tobias

Re: Meine Meisterschaft (open to all)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:
Und ich finds teilweise auch bedenklich, sehe ich doch dann auch Leute, die sich in der Online Welt eine Identität als Meister imaginieren, und sich per Mail irgendwelche Schüler suchen. Da würde ich es für angebrachter halten, mich mal mit der übrigen Realität abzugleichen.

J


Du stellst hier Vorwürfe in den Raum, die ich gerne mit Fakten belegt hätte.
An wen richtet sich dieser Vorwurf, und vor allem: auf welche Vorgänge bezieht er sich? :tobroll:

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