Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

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Manfred
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Hallo Monika, Tobi, Norbert
Vielen Dank für Eure Antworten. Leider hatte ich dann seit gestern Nachmittag keine Zeit.
Nur kurz: Im Prinzip, glaube, oder besser, empfinde ich, nahe dran zu sein. Sicher, ist schon klar, ist immer da, dennoch empfinde ich ein Gespür, dass dem sehr nahe ist.
Was mich irritiert hat, war dieser Begriff des "Nichts", aber Tobi hat es gut beschrieben.
So, jetzt muss ich gleich wieder los. Wollte mich nur kurz melden und mich bei Euch bedanken.

Monika

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Monika »

Ja, dieses Wort NICHTS ist irritierend, damit habe ich auch meine Schwierigkeiten, ich füll es halt mit ALLES. :laugh:

Norbert

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Norbert »

Möchte gerne was dazu sagen ...

"Ich bin nichts" hat auf den ersten Blick etwas erschreckendes an sich. Ich weiß noch, dass ich früher oft versucht habe, wir vorzustellen, dass ich einfach weg sein werde nach dem Tod. Da war immer ein riesiges schwarzes Loch und das hat mir Angst gemacht. Ich wollte nicht nichts sein nach meinem Tod. Der Gedanke daran war schrecklich.

Aber irgendwann hat sich realisiert, dass ich nicht nur nicht sein werde, sondern jetzt schon nicht bin. Ich werde nicht nichts sein, ich BIN nichts. Aber ich bin da ... was für ein Wunder. Da kehrte sich der Schrecken plötzlich um in Freude und Verwunderung. Ich bin nicht und ich bin da. Wie wundervoll.

Von dem Augenblick an habe ich nicht nur mich geliebt, mich als "Phantom was eigentlich nicht da ist", sondern auch alles andere um mich herum. Der kleinste Wassertropfen, der vom Dach auf den Boden plätscherte hat mich in Verzücken versetzt. Das war alles sehr intensiv, zu intensiv. Und Gott sei Dank hat sich das wieder "normalisiert". Heute ist alles wie früher, ausser dass es da etwas in mir gibt, was ruhig und still geworden ist und nicht mehr ständig nach Mama schreit und sich in die Hose macht, was sein wird, wenn er mal nicht mehr ist.

Monika

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Monika »

Ja Janesh, da hast Du sicher Recht. Bewusst nicht, abgesehen davon, dass wir sowieso nicht die Handelnden sind, aber es wird was "gehandelt". Bewusst in dem Sinne kam erst hinterher und da ging erstmal gar nix mehr, da ja der Wille, der Verstand dann etwas haben will, was nur durch seine Abwesenheit in Erscheinung tritt. Dennoch hat mich mein Leben lang ETWAS gezogen, dem ich mich nicht entziehen konnte, dass mir Empfehlungen gab, die bis heute gelten, die ich aber verstandesmäßig im Laufe der Jahre erstmal akzeptieren musste, um meinen Weg gehen zu können. Learning by doing war es für mich.
Ich bin ein sehr kontrollierender Mensch, hätte gut einen Kommissar abgegeben oder Zöllner. Dieses Lernen bezog sich also vor allem darauf, das Kontrollieren abzugeben. Ich war auch sehr überheblich, weil ich mich immer für sehr intelligent hielt und die meisten Anderen für saudumm. Ich wurde also von einer Kraft buchstäblich in die Knie gezwungen, ich lernte, mich zu unterwerfen und zu beugen. Ich machte genug Fehler, um Mitgefühl für andere zu empfinden. Ich habe fast 30 Jahre gebraucht, um mich von meinen emotionalen Fesseln befreien zu können, so dass ich anderen gegenüber nicht mehr überheblich bin (glaube ich) und Achtung vor ihnen habe.
Das meine ich mit dem Sauberhalten. Aber all das ist natürlich kein Fahrschein zur Erleuchtung. Keiner kann sich Erleuchtung "verdienen". Und deshalb ignoriere ich sie. Ich weiß nur eines, wenn sie da ist, brauche ich mich um nichts zu sorgen. Und solange sie nicht da ist, brauche ich mich um nichts zu sorgen. :irre:
<3 Monika

Juergen

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Juergen »

Monika hat geschrieben:
Ja, genau Jürgen, während der Erfahrung wird NICHTS erfahren, erst durch das danach folgende Einsetzen des Verstandesapparates wird das Erlebte "umgesetzt" und "wahr"gemacht. Bei dem Versuch, die Erfahrung auch wirklich gedanklich umgesetzt zu erleben, wird die Erfahrung zerstört. Es wäre ja Kontrolle, und genau die "muss" losgelassen werden. Es ist so wie Krishnamurti beschreibt: Das Haus offen zu halten, alle Fenster und Türen, und es ständig sauber zu halten, zu "fegen", dann kann ES (vielleicht) eintreten in das saubere, offene Haus. Das Warten darauf, verhindert ES allerdings schon wieder. Es ist sicher am besten, ES zu vergessen und "pferdeflüsterungsmäßig" das Haus offen und sauber zu halten. :irre:
Liebe Grüße
Monika


Also alle Erfahrungen sind Gedanklich und Denken kann man viel.
Und man bleibt immer in Gedanken, nenne man es Gotterfahrung,
Selbstbetrachtung u.s.w.
Eine Absolute Wahrnehmung ist nicht erfahrbar und was man erfährt ist nicht
Absolut und immer eben nur gedanklich.

Alle spirituellen Erfahrungen sind gedanklich ,oder besser gesagt auch nur Gedanken.

Juergen

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Juergen »

Janesh hat geschrieben:Monika schrieb,

Es ist sicher am besten, ES zu vergessen und "pferdeflüsterungsmäßig" das Haus offen und sauber zu halten.


Und selbst das... . Man hat ja eh keine Chance, würde man das Haus auch verrammeln und zumüllen.

Gruß,

J


Ich würd mir auch nix vornehmen, weder fallen lassen noch weiter dran rum drehen.
ich muss nix werden, tun, rumkünsteln oder ein speziellen Seinszustand erfahren ,
und das finde ich ist eine bessere Erkenntnis als Gott oder Selbsterkenntnis oder was auch immer .

Juergen

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Juergen »

Bewusstsein hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Ist es nicht so das wenn der Ich Gedanke verschwindet, auch der Gedanke Ich erkenne verschwindet?
Und wenn der Ich Gedanke zudem der erste Gedanke ist, wer könnte vor ihm was erkennen?


Ja.. wer wohl…es das den Jürgen (Gedanke) erkennt und wahrnimmt, oder?
Jürgen und Welt ist ja psychomental und somit ein Produkt des Verstandes.


Ich bezweifele das da etwas (weiteres) existiert das den Jürgen Gedanken wahrnimmt.
Das da was wäre das die Gedanken wahrnimmt ist eine Idee, (was sonst?)
eben ein weiterer Gedanke.
Selbst über Gedanken wissen wir nichts genaues , wir sind eben völlig ahnungslos,
eigentlich schade das es schwer fällt sich das einzugestehen.

Erkenntnis oder Erleuchtung ist mehr eine weitere idee auf dem Ideenkarussel ,wie alles.
Es ist keine Schande, so ist es eben, Ideen über Ideen und das mit den ideen wird sich nicht
ändern, mal die Idee von Gott, dem selbst oder dem dann vom Nichts, vom Subjekt (was auch immer das wäre wenn es
keine idee wäre?)

Das Leben muss eigentlich nicht gelebt noch verstanden werden es lebt einfach, alles hinzufügen bringt nicht mehr oder weniger ein.
gedanken sind allright ,sie brauchen keinen weiteren Hintergrund finde ich.

fckw

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von fckw »

Manfred hat geschrieben:Ein Nichts, über das ich sprechen kann, damit also erinnert wurde (damit ich darüber sprechen kann), kann doch nicht NICHTS sein.
DAS KAPIER ICH EINFACH NICHT!

Find ich eine gute Frage. Ich zitier mal statt mich selbst den leider verstorbenen Zen-Meister Seung Sahn:
Seung Sahn hat geschrieben:1. Form is Emptiness, Emptiness is Form.
2. There is no Form and no Emptiness.
3. Form is Form, Emptiness is Emptiness.

If you say the first one is true, then I will hit you with my stick three times.
If you say the second one is true, then I will hit you with my stick three times.
If you say the third one is true, then I will hit you with my stick three times.
If you give no answer, then I will hit you with my stick three times.

So, which one is true?

Man darf ruhig statt "Form" und "Emptiness" auch "Etwas" und "Nichts" einsetzen.


Edit: ....uuuups, sorry, war wiedermal vorschnell. @Modz: Bitte Post löschen oder verschieben, hab grad gesehen, hier gelten andere Regeln als üblich. Danke.

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Manfred hat geschrieben:Hallo Monika, Tobi, Norbert
Vielen Dank für Eure Antworten. Leider hatte ich dann seit gestern Nachmittag keine Zeit.
Nur kurz: Im Prinzip, glaube, oder besser, empfinde ich, nahe dran zu sein. Sicher, ist schon klar, ist immer da, dennoch empfinde ich ein Gespür, dass dem sehr nahe ist.
Was mich irritiert hat, war dieser Begriff des "Nichts", aber Tobi hat es gut beschrieben.
So, jetzt muss ich gleich wieder los. Wollte mich nur kurz melden und mich bei Euch bedanken.


Beachte einfach auch dich selbst. Du bist ja das, um was es geht Manfred. :icon_wink_small:

Man kann es erklären, wie man will. Jede Erklärung versagt letztendlich. Aber
das oder den, um das oder den es geht, ist ja immer Hier. Und ob du das
oder den "Manfred" nennst, oder "ich", oder "nichts", let's face it: ist egal.

Die Antwort ist die direkte Selbsterfahrung, aus der die Worte erst entspringen,
und die, wie Ingrid schön sagte, einfach "lebendig" ist, was nicht weniger heisst, als
dass sie sich jeder Festlegung entzieht.

Greifbar bist du selbst aber immer im "bei dir", wovon ein Aspekt eben "hier" ist.

Habe aber wenig Zeit im Moment, heute morgen noch verschlafen ... aber nächste Woche mache
ich wohl frei. :angel:

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Manfred
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Tobias hat geschrieben:Habe aber wenig Zeit im Moment, heute morgen noch verschlafen ... aber nächste Woche mache
ich wohl frei. :angel:

Danke, das Du Dir Zeit für mich genommen hast, Tobi. :bow:

Juergen

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Juergen »

Ich oder Ich - Ich ,egal welches, es sind doch Gedanken oder nicht?

Das ich ist fiktiv und das letztere auch ein Fabrikat einer weiteren These.


Ich denke es ist Wortquirlerei, ob Ramana oder sonstwer der Absender ist,
das was Leben bedeutet braucht sich ja nicht bei sich selbst zu registrieren
und die Suche ginge doch von einem Phantom aus oder? Eben dem ich?
Und ein Schatten kann nicht mal den Moment festhalten wie noch mehr?
Und wäre Absolutes fassbar für einen Schatten oder Gedanken?
oder ist gar das Absolute nur ein weiterer kunst Begriff und auch nur ein weiterer Gedanke?

Ich meine da ja.

Besserich halt mich da jetzt mal wieder raus.

An-ton
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von An-ton »

...wie auch sonst im Leben "much ado about nothing, viel Getue um nichts, wo alles schließlich "für nichts" ist .
Und "the rest is silence"
An-ton

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

An-ton hat geschrieben:...wie auch sonst im Leben "much ado about nothing, viel Getue um nichts, wo alles schließlich "für nichts" ist .


Nicht einmal das ist wahr.

"Wie lebt es sich gänzlich ohne Wahrheit?"

"Nichtwissen" ist kein Wissen ... steht nicht einmal im Widerspruch zu Wissen ... es ist an der Wurzel allen
Wissens ... und Wissen selbst ist Begrenzung, erhebe ich es zu Gott (Wahrheit).

Nur Nichtwissen ist Freiheit.

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Juergen hat geschrieben:
Das ich ist fiktiv und das letztere auch ein Fabrikat einer weiteren These.


Das Einzige, was nicht fiktiv ist, ist "ich". Worauf verweist "ich"? Auf dich selbst.

Solange man sich selbst mit einer Fiktion verwechselt, so lange ist man allerdings fiktiv. :tobroll:

Und da hat man wieder die Diskussion um das "kleine ich" und um das "große ich".
Doch in beiden, im "kleinen ich", wie im "großen ich", steckt der Verweis: ICH:

"Ich bin die Ursache, die Quelle, und der Inhalt, für alles, was war, ist, sein wird."

Auf nicht weniger verweist: "ICH".

Niemand spricht von einer "Fiktion des "ich"", ohne nicht real "ich" zu sein.

Es gibt an der Wurzel niemanden anderen als (d)ich selbst. Und du kannst (d)ich selbst nicht einmal verleugnen.
Du(ich) bist alles, was ist - das ganze Universum - und es wird nie jemanden anderen geben, als (d)ich.

"Ich" ist die transpersonale Identität Gottes, die nie einem Menschen ("kleines ich" als empfundene
Begrenzung) gehörte. Der Mensch gehört "ich".

Im "blanken ich" ist jede(r)(s) GOTT!

Wer ins ICH schaut, schaut in das eigene Antlitz: das Antlitz Gottes.

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Bewusstsein hat geschrieben:
Ramana: Unterlasse alles Reden über das Ich und suche es in dir, indem du tief in deinen Geist eintauchst, um herauszufinden, woher der Ich-Gedanke auftaucht. Ramana unterschied zwischen dem reinen Ich, welches er manchmal auch Ich-Ich nannte und dem individuellen Ich, oder Ego.



Du und Ramana seid identisch, dort wo du und Ramana nicht mehr sind.
In was bist du, und bist nicht mehr "Mensch"? Es ist hier.

Das ist ICH-ICH, du selbst - und nie lag es, liegt es, im Dunkel.

Das einzige Licht ... sonst gibt es nichts, ist: ICH-ICH

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