Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

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Manfred
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Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Diesmal hab ichs mit dem Monolg geschnackelt, darum mach ich hier mal einen Thread auf, wo ich das was mich kratzt loslassen kann:
Tobias hat geschrieben:
Bewusstsein hat geschrieben:
Bardo, dass ich geantwortet habe! Ich sehe gerade, dass es ja hier um ein Selbstgespräch handelt...


Das hast du gut erkannt, weil da im Titel "Monolog" steht. :tobroll: :icon_wink_small:

Ramana Maharish: Verschwindet der Ich-Gedanke, verschwindet die Welt.


Keine Ahnung, denn wer sollte sich dann noch an eine Welt erinnern? Kann sie dann
verschwunden sein? Dazu müsste ja jemand da sein, der sich an die Welt erinnert
und ihr das Verschwindibus bescheinigt. Kann das jemand anders, als der Ich-Gedanke,
der wieder erscheint, und dann bemerkt, dass die Welt verschwunden war? Wohl nicht.

Wenn die Welt weg ist, hat sie ohne den Ich-Gedanken nie existiert. Ich-Gedanke und
Welt sind identisch. "Verschwindet der Ich-Gedanke, verschwindet die Welt" ist
doppelt gemoppelt. Aber doppelt genäht hält besser, auch wenn in diesem Falle, um
auf das Thema zurückzukommen, nichts zu halten ist. :tobroll: :icon_wink_small:


Also genau mit sowas, mach ich jetzt schon seit 2004 rum, als ich auf Edgars Forum, damals gestoßen bin.

Ein Nichts, über das ich sprechen kann, damit also erinnert wurde (damit ich darüber sprechen kann), kann doch nicht NICHTS sein.
DAS KAPIER ICH EINFACH NICHT!

Norbert

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Norbert »

Manfred hat geschrieben:Ein Nichts, über das ich sprechen kann, damit also erinnert wurde (damit ich darüber sprechen kann), kann doch nicht NICHTS sein.
DAS KAPIER ICH EINFACH NICHT!

Da spricht doch keiner Manfred. Es (das Nichts) spricht mit sich selbst und bildet sich ein, dass da was ist. *g*

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Manfred hat geschrieben:
Also genau mit sowas, mach ich jetzt schon seit 2004 rum, als ich auf Edgars Forum, damals gestoßen bin.

Ein Nichts, über das ich sprechen kann, damit also erinnert wurde (damit ich darüber sprechen kann), kann doch nicht NICHTS sein.
DAS KAPIER ICH EINFACH NICHT!


"Nichts" umfasst das Leben nach allen Seiten. Es ist nicht nur in der Reduktion, also: das "klassische Nichts", sondern
auch in dem "was größer ist", das Leben umfasst. Es ist sich gleich im "größer als alles, was ist", wie im "kleiner, als
alles, was ist", und im Leben, das eine "Erfahrung des Nichts, im Nichts, als Nichts" ist.

Wo ist nun das "Nichts" nicht? Und wo ist explizit das "Nichts"? "Nichts" lässt sich von "Nichts" nicht wirklich trennen,
nur als Hinweis auf das "Nichts".

Und wenn das nichts *auch* etwas ist, dem zwar die Erinnerung (und damit Persönlichkeit) gehört, aber was sich nicht an sich
selbst erinnern muss ... was ist es dann ... hier, unmittelbar? :tobroll:

Niemand kennt das "Nichts" nicht. Es ist alles nur eine Frage der Begrenzung des "Nichts". "Nichts" ist nur ein anderes
Wort für "Selbst", und es erscheint nur aus der eigenen Überzeugung von eigener Begrenztheit unnahbar. Spricht man
aber als Hinweis über das Nichts, tut man das auf eine scheinbare Begrenzung bezogen: "ich bin nur dieses Leben". :tobroll:

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Manfred
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Das fuxt mich echt, dass ich damit so lang romkaloberier. :confused1:
Werd es (wieder mal) setzen lassen. :icon_cheesygrin:

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Manfred hat geschrieben:Das fuxt mich echt, dass ich damit so lang romkaloberier. :confused1:
Werd es (wieder mal) setzen lassen. :icon_cheesygrin:


Das Nichts verweist auf dich selbst. Wenn du einen nicht verlieren kannst, dann dich selbst.
Du kannst vielleicht Manfred verlieren, da er entstand (und damit vergeht), aber nicht dich selbst.

du kannst alles verlieren, nur nicht dich selbst. Du bist immer Hier. du warst noch nie irgendwo anders
als Hier. Das Hier ist das offene Tor zum Nichts. Der Tobias wird älter, ich bleibe gleich (hier). Der Tobias
muss arbeiten, ich bleibe gleich (hier). Der Tobias ärgert sich, dass er arbeiten gehen muss, ich
bleibe gleich (hier). Der geldgeile Tobias freut sich, wenn er eine Rechnung schreibt, ich bleibe gleich (hier).
Der Tobias macht sich eine Flasche Wein auf, in der Absicht, sich zu besaufen, aber ich bleibe gleich (hier).
Der Tobias wird geil und holt sich einen runter, aber ich bleibe gleich (hier).

Was sich an dir nicht verändert ist "das Tor zum Nichts".

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Manfred
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Ich verstehe inzwischen schon, was Du meinst Tobi. Aber verinnerlicht ist es halt nicht.
Ist reines Theoriegebäude.

Ich hatte schon zwei Erlebnisse diesbezüglich, einmal weißt Du ja, in der Weihnachtszeit 2008 und einmal 2002. Ganz verschieden zwar, diese 2 Erlebnisse voneinander, trotzdem eindeutig Hinweis darauf.

Jetzt, da halt nur noch Kopferinnerung, suche ich mir zwar Erklärungen dafür. Aber 1:1 gegenwärtig ist es mir nicht mehr. Es ist eine Geschichte, die ich zwar bezeugen kann, aber Vergangenheit.

Dass mit dem NICHTS allerdings, das hadert noch an mir rum. Es ist dieser Ausdruck halt, dass was so allgemein für diesen Begriff steht. Wenn man dafür einen anderen Ausdruck nähme, würd ich vielleicht nicht so intensiv damit rumkrakeln.
Zuletzt geändert von Manfred am Mo 5. Apr 2010, 12:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Manfred
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Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Manfred »

Janesh hat geschrieben:*(Warum) wurde mein Posting hier gelöscht?*

Es gibt inzwischen 2 Threads darüber, Janesh. Schau mal im Monolog nach.

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:*(Warum) wurde mein Posting hier gelöscht?*


Also ich habe nichts gelöscht. :icon_wink_small:

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Manfred hat geschrieben:. Aber 1:1 gegenwärtig ist es mir nicht mehr. Es ist eine Geschichte, die ich zwar bezeugen kann, aber Vergangenheit.



Du bist dir immer gegenwärtig Manfred. Du erwartest irgendwie wohl einfach "etwas anderes",
als was gerade ist -was es dir noch erschwert, das zu erkennen. Du bist doch jetzt hier? :tobroll:

Alles, was kommt und geht ist "es" nicht. Es ist immer hier. Was ist hier, ist kein spezielles
Erlebnis, nennt sich Manfred, oder auch nicht: Du selbst.

Nur, macht man sich an bestimmten Erlebnissen fest, oder einer bestimmten Gestalt, dann
scheint man "weg zu sein", so wie diese bestimmte Gestalt oder das bestimmte Erlebnis
weg sind.

aber im Grunde bin ich gleich, auch wäre ich als Gestalt gerade ein Kakadu, der nur noch unverständlich
krächzt.

Du bist unabhängig einer bestimmten Gestalt, eines bestimmten Erlebnisses: HIER. :angel:

Tobias

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Tobias »

Janesh hat geschrieben:Nee, ich hatte hier auch was geschrieben. aber vllt wollt ihr hier ja nen one to one machen?!


Mir ging vorhin auch ein Posting ins Nirvana. aber ich wüsste jetzt nicht,
wer hier etwas gelöscht hätte. Hab es dann durch zurück im firefox wieder eingefangen
und nochmal gepostet.

:tobroll:

SEIN

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von SEIN »

lieber Manfred,

vielleicht kannst du es dir besser vergegenwärtigen wenn du einfach deinen Focus auf das "lebendige" richtest. - wenn du alles von dir weg gibst........Namen, Geschichten, die ganze Welt........dann bleibt doch noch etwas "übrig".....dieses lebendig-SEIN (das was Tobi das "hier-sein" nennt).......... - und darin ist jedes Potential enthalten und dennoch ist es "Nichts" solange kein Gedanke darin erscheint. - und somit ist "Nichts" auch gleichzeitig ALLES und NICHTS.

und deshalb ist jegliche Erscheinung als Gedanke und Realität immer in diesem "Nichts" gebettet.......und was immer an Wahrnehmung erfahren wird, dahinter bzw. darin ist dieser Frieden, diese Weite, diese Jungfräulichkeit immer spürbar (wenn du`s mal erblickt hast *g* - das ist wie bei "der Suche nach dem Stier". - zuerst suchst du überall und siehst es nicht und dann wunderst du dich, wie du es jemals übersehen konntest)

sei lieb umarmt
Ingrid

Monika

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Monika »

Lieber Manfred,
vielleicht vermisst Du das, was ich auch vermisse, aber dennoch (zähneknirschend :laugh: ) akzeptiere. Als der gesamte Schleier verschwand, war da eine Empfindung oder Wahrnehmung von unaussprechlicher Klarheit, Schönheit, Ganzheit, Unzweideutigkeit, Sicherheit, eine Sicherheit, die durch nichts erschüttert werden kann. Es war eine Leichtigkeit, Körperlosigkeit - alles, was mich je bedrückt hat, war nicht nur wie weggeblasen, es war NICHTS übrig - nur eine Schau, ein Wissen, ein Frieden, Liebe (aber wortlos) ... Und das Bewusstsein, dass Alles so wie es ist, gewollt ist, dass es nichts zu verändern gibt.
Nur die Erinnerung daran und das Wissen, dass es diesen Einblick gibt, ist präsent. Ich bin also noch nicht wirklich präsent, es ist alles noch "Übung", aber die Sehnsucht nach dieser Erfahrung habe ich losgelassen :irre: . Ich kann ES nicht verhindern, wenn ES "erscheint" - wenn dieses NICHTS erscheint :laugh: , ich kann es nicht hervorrufen, damit dieses NICHTS erscheint, aber ich weiß, ES ist immer da. So wie ein dreidimensionales Foto oder der Stier, von dem Ingrid schreibt.
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht genervt, denn das weisst Du ja Alles. :love:
Monika

Juergen

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Juergen »

Ist es nicht so das wenn der Ich Gedanke verschwindet, auch der Gedanke Ich erkenne verschwindet?
Und wenn der Ich Gedanke zudem der erste Gedanke ist, wer könnte vor ihm was erkennen?

Alle Seinsvorstellungen vor dem Denken basieren doch ausschließlich auf Denken.
Gibt es denn ein Jenseits der Gedanken, welches erfahrbar wäre?
Ist es nicht erst erfahrbar sobald Denken aktiv ist und damit sehr diesseitig der Gedanken?

Monika

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Monika »

Juergen hat geschrieben:...
Ist es nicht erst erfahrbar sobald Denken aktiv ist und damit sehr diesseitig der Gedanken?


Ja, genau Jürgen, während der Erfahrung wird NICHTS erfahren, erst durch das danach folgende Einsetzen des Verstandesapparates wird das Erlebte "umgesetzt" und "wahr"gemacht. Bei dem Versuch, die Erfahrung auch wirklich gedanklich umgesetzt zu erleben, wird die Erfahrung zerstört. Es wäre ja Kontrolle, und genau die "muss" losgelassen werden. Es ist so wie Krishnamurti beschreibt: Das Haus offen zu halten, alle Fenster und Türen, und es ständig sauber zu halten, zu "fegen", dann kann ES (vielleicht) eintreten in das saubere, offene Haus. Das Warten darauf, verhindert ES allerdings schon wieder. Es ist sicher am besten, ES zu vergessen und "pferdeflüsterungsmäßig" das Haus offen und sauber zu halten. :irre:
Liebe Grüße
Monika

Monika

Re: Der Blick zurück ins Nichs (Gespräch darüber)

Beitrag von Monika »

So chancenlos sehe ich das nicht. Jedenfalls war es bei mir so. Was immer man auch unter Aufräumen verstehen mag, auf jeden Fall müssen bestimmte Weichen gestellt sein. Aber da weiß natürlich niemand, welche das im Einzelfall sind. Ich spreche nur aus meiner Erfahrung.
:-)

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