Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Selbstbetrachtungen als one2null (monolog), one2one, one2two, one2some oder one2all. Erweiterte Forenregeln bitte beachten... ;-)
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Der/die/das Fragestellende (falls der Thread sich auf eine Frage zur Selbstbetrachtung bezieht) legt im Eingangstext fest, mit wer/wem/was er/sie/es die Frage diskutieren möchte:

- one to null (monolog)
- one to one
- one to two
- one to some (beliebige Zahl)
- one to all (jede(r)(s) der/das/die Lust hat)
AndreasG
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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von AndreasG »

Du bist aber immer HIER. Im Hier gibt es Nähe (z.B. die Cafetasse) und Ferne (z.B. Japan), aber das Hier kennt
weder Ferne noch Nähe zu sich selbst. Es ist immer Hier.


Hallo Tobias,

Wieso kann ich das nicht wahrnehmen ,wenns immer Hier ist :confused1: Obwohl, ich krieg immer mehr so ne Ahnung, was damit gemeint sein könnte. Das hab ich mit "ganz nah dran" gemeint. Schwierig ,das Ganze..Es ist so in der Art "es-liegt-mir-auf-der-Zunge " Gefühl.
Intellektuell versteh ich das schon,ich bin das, in dem alles erscheint, so kanns natürlich keine Ferne und Nähe geben.Nützt mir aber nichts,wenn ich "das" nicht wahrnehmen kann oder das bin, was sich selbst wahrnehmen will.
Naja, ich bleib jedenfalls beharrlich dran.Danke dir!

saradevi hat geschrieben:Ist es der Glaube, der uns scheinbar trennt von dem was ich bin?

nur, wie kann man den zerstören?

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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Saradevi »

Glaube zerstört sich durch Erkennen selbst...deswegen ja atma vicara ... ein System bezwingt sein System und somit sich selbst und erkennt, dass es sich erkennt ... oder so ... bin da mit Worten nicht so gut bei der Hand wie der Tobi, der kann das sehr gut erklären :-)

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:
Wieso kann ich das nicht wahrnehmen ,wenns immer Hier ist :confused1: Obwohl, ich krieg immer mehr so ne Ahnung, was damit gemeint sein könnte. Das hab ich mit "ganz nah dran" gemeint. Schwierig ,das Ganze..Es ist so in der Art "es-liegt-mir-auf-der-Zunge " Gefühl. Intellektuell versteh ich das schon,ich bin das, in dem alles erscheint, so kanns natürlich keine Ferne und Nähe geben.Nützt mir aber nichts,wenn ich "das" nicht wahrnehmen kann oder das bin, was sich selbst wahrnehmen will. Naja, ich bleib jedenfalls beharrlich dran.Danke dir!



So lange man Wahrnehmung auf ein "Wahrnehmen von Objekten" beschränkt, ist es begrifflich (!)
ein "Sich-selbst-nicht-wahrnehmen-können". Aber du bist Hier. Du bist sozusagen "Vor-dem-Objekt-der-
Wahrnehmung" als das "Wahrnehmende-an-sich", das völlig geschlechtslos, gestaltlos "wahr-nimmt",
und dem "Wahr-genommenen" seine Identität ("Sein als Geschlecht und Gestalt") verleiht.

Spüre dich einfach weiter in deinem unmittelbaren Hier-Sein (ich bin). Schmecke, taste, spüre ... dieses
"ich selbst", das nicht konstruiert zu werden braucht, da es "aus-sich-selbst-heraus-ist", egal
was sich darin konstruiert. Sozusagen dich selbst als die Basis, das Fundament, jeglicher Wahrnehmung.

aber nicht meine Worte sind darin ein Kriterium, sondern deine eigene Erfahrung, diese Erfahrung
zu sein. Ohne sie, und damit dich, gibt es nichts.

Spüre dich an der Basis der Gestalt, dort wo das Hier wie unsichtbar ist, wie in eine Unsichtbarkeit mündet.

Ich glaube, falls ich mich recht erinnere, es war Balsekar (aber ich kann mich täuschen) der sagte:
"Erleuchtung" ist nichts anderes, als der "dunklen Quelle", dem Ursprung möglichst nahe zu sein.
Und dieser Ursprung ist nicht irgendwo, in Raum und Zeit. Der Ursprung ist unmittelbar Hier.
Es kann sich nicht aus sich selbst heraus bewegen. wo er sich aus sich selbst heraus bewegt, scheinbar
in Raum und zeit greift, ist er schon Schöpfung.

Aus der Schöpfung heraus gesehen (als dieser Mensch, der man ist) ist die Quelle der eigenen
Existenz unmittelbar immer und permanent hier.

"Hier" ist "absolute Stille", egal was sich schöpft, unergründlich als ein dich-selbst-als-Mensch schöpft.

Im hier, im erst einmal bewusst angestrebten Hier, begegnet man dem, was man in der menschlichen
Geschichte "Gott" nannte.

Und dafür gibt es keine eigentliche Regel der Begegnung. Gott zu begegnen ist dann diese Reise
über die "offene Pforte", das HIER, in dich selbst, als der Schöpfer.

Man nähert sich "Gott" aber am besten ohne Erwartung, nur in einem bewussten absichtlichen Spüren des
Hier-Seins-seiner selbst. Was dir dann aus diesem "offenen Tor" begegnet, das ist nicht
vorhersehbar, das ist deine Begegnung mit dir selbst.

"Hier" ist also die "offene Pforte" in das "Herz" der Schöpfung, auch wenn du nichts erkennen kannst. :tobroll:

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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Saradevi »

Saradevi hat geschrieben: ... bin da mit Worten nicht so gut bei der Hand wie der Tobi, der kann das sehr gut erklären :-)


Sag ich ja, Tobi hat genau die stimmigen Worte :love:

:bow:

nuri

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von nuri »

Hallo Tobias

Ich möchte einfach mal sagen, dass ich dieses Unterforum "atma vicara" ne super Idee finde!

Auch wenn ich es nicht so recht schaffe, alles zu lesen und schon gar nicht, zu verstehen und erst recht nicht nachzuvollziehen, was du da alles so (zusammen- :icon_wink_small: ) schreibst. Aber ich pick mir manchmal was raus (oder es springt mich von sich aus an, wie auch immer) und wer weiss, vielleicht "bewegts" ja manchmal was bei mir, auch wenn ichs vielleicht kaum bewusst merke.

So z.B. im EP (EingangsPosting) dieser Satz von dir (fast das Einzige, das ich eigentlich aufnehmen kann momentan, hab also diesen Thread nicht wirklich gelesen :blushing: ):
So wie sich das Gewahrsein eine soziale Identität erschuf, die des Menschen (und sich auf diese zu
beschränken begann), so erschuf es sich auch "Atman Vichara": die Möglichkeit, sich selbst in dieser
virtuellen Identität wieder auf seine ursprüngliche Identität zu besinnen.

Also ich finde den ABGEFAHREN! Irgendwie fühlt sichs so an: DAS ist doch das, was ich doch seit Kindheit "weiss" und mich immer so ein bisschen von den (andern) Menschen entfernt(e) ...
... und ... vielleicht fühlen sowas Ähnliches noch viele Andere (oder sogar ALLE?) auch?

Also vielleicht eröffne ich irgendwann dann auch mal so einen "atma vicara"-Thread hier. Allerdings begegne ich all dem hier zum 1. Mal und eben, ich kann jeweils nur einzelne Sätze aufschnappen und dann evtl. kurz weiterdenken, sehr "weit" geht das nicht bei mir, da spür ich schnell so ne "Denkblockade", bin ja auch nicht wirklich so ein "kopfiger" Typ. Aber so ein klein bisschen vor mich hinphilosophieren, reinspüren, nachspüren, das fänd ich schon noch interessant, spannend, ja, vielleicht sogar iwie "befruchtend". Hab ich deine Intention mit diesem Unterforum hiermit einigermassen richtig verstanden?

NuriCH

Ps: Ich fände gut, wenn du diesen Einführungs-Thread oder zumindest das EP oder was Ähnliches ganz oben anpinnen würdest.

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

Hallo NurIch,

ein seltener Gast in den Abgründen eines verstaubten Projektes. :tobroll: :icon_wink_small:

"Atma vicara" ist eigentlich ganz einfach: du hälst kurz inne und versuchst dich bewusst und
absichtlich zu sehen, das zu sehen, was du selbst bist.

Mehr ist da eigentlich nicht dran, als dieser bewußte Versuch. Also nicht eine Beschreibung über
sich sehen wollen, oder einer Beschreibung gemäß dich sehen wollen: einfach nur der Versuch sich selbst
wahrzunehmen, zu sehen, wie man ist. Wie man ist als das was ist.

Dieser Versuch verselbstständigt sich dann, wie jede andere Gewohnheit, und wie sie
etwas zu finden beginnt, desto attraktiver wird sie. Eine Gewohnheit die belohnt wird
kehrt auch schneller wieder zurück.

Das ist im Prinzip alles. Natürlich kann man noch viel erklären und auch in Gesprächen abklären,
aber diese Reise funktioniert ganz einfach als dieser bewußte absichtliche Versuch, sich
selbst zu sehen, hier, wo man ist.

Und wie diese voranschreitet, findet es auch die richtigen Wege und die Einsichten von selbst.
Aber natürlich gehören da auch Diskussionen dazu, die dabei einfach entstehen. :tobroll:

Das mal zu der Frage: "Was atma vicara ist", bzw. was ich eben darunter verstehe, als Methode,
also als Übung im Sinne all der klassischen spirituellen Übungen.

Ob du das richtig begreifst, das möchte ich gar nicht beurteilen. Es ist einfach ein Aufruf bewusst
in eine bestimmte Richtung zu schauen: dich selbst.

Je öfter er erscheint, desto eher besteht die Möglichkeit, dass er eines Tages gehört wird und er
seine Wirkung entfaltet.

Viele Grüße

Tobias

nuri

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von nuri »

:001_smile: Ja, ok, thx für die (schnelle) Antwort.

Tobias hat geschrieben:Ob du das richtig begreifst, das möchte ich gar nicht beurteilen. Es ist einfach ein Aufruf bewusst
in eine bestimmte Richtung zu schauen: dich selbst.

Ok ...

Tobias hat geschrieben:Je öfter er erscheint, desto eher besteht die Möglichkeit, dass er eines Tages gehört wird und er
seine Wirkung entfaltet.

Da kommt mir in den Sinn ... geht mir eh schon die letzten Tage dauernd nach, wie Osho mal sagte, wir sollten "das mit der Erleuchtung" (sinngemäss von mir wiedergegeben jetzt) zuoberst auf die Einkaufsliste nehmen. (bei mir ists halt ein bisschen so, dass ich immer aufpassen muss, dass ichs nicht übertreibe)

NuriCH

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

NuriCH hat geschrieben:Da kommt mir in den Sinn ... geht mir eh schon die letzten Tage dauernd nach, wie Osho mal sagte, wir sollten "das mit der Erleuchtung" (sinngemäss von mir wiedergegeben jetzt) zuoberst auf die Einkaufsliste nehmen. (bei mir ists halt ein bisschen so, dass ich immer aufpassen muss, dass ichs nicht übertreibe)

NuriCH


Das passt ganz gut :icon_wink_small:

nuri

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von nuri »

Tobias hat geschrieben:Natürlich kann man noch viel erklären und auch in Gesprächen abklären,
aber diese Reise funktioniert ganz einfach als dieser bewußte absichtliche Versuch, sich
selbst zu sehen, hier, wo man ist.

Und wie diese voranschreitet, findet es auch die richtigen Wege und die Einsichten von selbst.
Aber natürlich gehören da auch Diskussionen dazu, die dabei einfach entstehen. :tobroll:

Das geht mir nun doch ziemlich nach und ich merke, dass ich das "atma vicara" dann vielleicht doch lieber gar nicht erst beginne, wenn dazu auch Diskussionen gehören. Diskussionen sind mir einfach zu anstrengend!
Anderen (auch dir) hör ich ganz gerne ab und zu zu. Aber eben, mehr so "rauspickend". Was ja auch heisst, dass ich dabei manches einfach ignoriere. Nicht absichtlich, aber ich funze nun mal so. Eben, anders gesagt: Zu anstrengend, ALLES aufzunehmen!

Ansonsten, nur so die Vorstellung, "one to null" oder "one to one" (WER, wüsst ich nicht auf Anhieb, also das ginge mir dann vielleicht eben doch zu nah, immer der Gleiche als "Gesprächspartner". Und noch mehr als Einer, auf den ich mich einlassen "müsste","one to two" oder "one to some" das wäre dann eben wiederum zu anstrengend ... :001_rolleyes: ) ... ok, hab grad laut gedacht ... also es käme wirklich NUR "one to null" für mich in Frage eigentlich. OHNE (direkte) Diskussionen. Und so vermute ich, dass ich das Ganze wohl doch etwas anders verstehe als du. Oder ... anders gesagt ... vielleicht ist mir einfach noch nicht recht klar, DASS dann eben ein Bedürfnis nach Diskussionen automatisch entstehen wird/würde.

Also ich schreib jetzt nicht einfach "irgendwas" hier rein, wie es vielleicht aussieht. Hab mir seit einigen Wochen schon, immer wieder, über dieses "atma vicara" und diese Möglichkeit hier Gedanken gemacht! Finds wirklich ne gute, hochinteressante "Sache"! Aber ... vielleicht ists auch so, dass man ein bestimmter Typus Mensch sein muss, um das so richtig durchzuziehen?
Und nur so einige Tage mal ein klein bisschen mal "reinschauen" (was ja in SICH/MICH "reinschauen" heissen würde), das bringts wohl nicht, nehm ich mal an.

Bin halt wirklich "am Rumsuchen", wie ich "das mit mir" am besten "anstellen" könnte. Nicht zu viel, nicht zu wenig, nicht zu direkt, nicht zu schnell, nicht gar nicht ... :flamingdevil: :dance:

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

NuriCH hat geschrieben:Das geht mir nun doch ziemlich nach und ich merke, dass ich das "atma vicara" dann vielleicht doch lieber
gar nicht erst beginne, wenn dazu auch Diskussionen gehören. Diskussionen sind mir einfach zu anstrengend!


Da hast du mich wohl falsch verstanden. Wenn sie(Diskussionen) sich ergeben, meinte ich. Da ist
kein Zwang und keine Verpflichtung dabei.

Also ich schreib jetzt nicht einfach "irgendwas" hier rein, wie es vielleicht aussieht. Hab mir seit einigen Wochen schon,
immer wieder, über dieses "atma vicara" und diese Möglichkeit hier Gedanken gemacht! Finds wirklich ne gute, hochinteressante
"Sache"! Aber ... vielleicht ists auch so, dass man ein bestimmter Typus Mensch sein muss, um das so richtig durchzuziehen?


Du siehst hier Komplikationen die ich nicht sehe. Was soll daran so schwer sein, sich selbst
zu sehen versuchen? Das kann jede(r) so machen, wie er/sie Lust hat, oder auch nicht. :icon_wink_small:

Und nur so einige Tage mal ein klein bisschen mal "reinschauen" (was ja in SICH/MICH "reinschauen" heissen würde),
das bringts wohl nicht, nehm ich mal an.


Das weiß ich nicht, "was das dir bringt"? :tobroll:

Bin halt wirklich "am Rumsuchen", wie ich "das mit mir" am besten "anstellen" könnte. Nicht zu viel, nicht zu wenig, nicht zu direkt,
nicht zu schnell, nicht gar nicht ... :flamingdevil: :dance:


Da musst du halt schauen, wohin es dein Herz treibt. :tobroll: :icon_wink_small:

nuri

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von nuri »

Danke! :001_smile:

Tobias hat geschrieben:Da hast du mich wohl falsch verstanden. Wenn sie(Diskussionen) sich ergeben, meinte ich. Da ist
kein Zwang und keine Verpflichtung dabei.

Ok. :001_smile:

Tobias hat geschrieben:Du siehst hier Komplikationen die ich nicht sehe. Was soll daran so schwer sein, sich selbst
zu sehen versuchen? Das kann jede(r) so machen, wie er/sie Lust hat, oder auch nicht. :icon_wink_small:

;-) Klar. Das einfachste, natürlichste, selbst-verständlichste der Welt ... :grin:
... versuchen kanns jede(r) ...

mal gucken dann ... :001_smile:

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

NuriCH hat geschrieben:. Das einfachste, natürlichste, selbst-verständlichste der Welt ... :grin:


Gut erkannt. :tobroll: :icon_wink_small:

AndreasG
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Registriert: Di 13. Jan 2009, 22:48

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von AndreasG »

Hallo,

Hab da noch eine Frage, die mich aktuell beschäftigt: Atma vicara ist der Blick auf sich selbst, da bin ich grad am Üben. Gestern las ich was aus der Psychologie über den Flow-Effekt, der mir total vertraut ist. Diese Selbstvergessenheit, wenn man tief in eine Tätigkeit versunken ist-kann man da eine Parallele zum Erwachen ziehen?Oder ist das Unbewusstheit oder gar Ablenkung? Ich nehm mal an, daß es nichts mit Erwachen zu tun hat, aber trotzdem ist da ja auch kein Ich das tut.Beim Atma Vichara aber ist ein Ich, daß auf sich selbst blicken will. Wie kann man das jetzt sehen? Oder verschwindet das Ich dann beim Blick auf sich selbst ?
Beim Flow Effekt ist man ja quasi auch Eins mit der Tätigkeit die man macht, vergisst dabei aber den Körper und es findet nur Handlung statt. Aufgefallen ist mir, daß ich mehr Energie habe, wenn ich in diesem Zustand bin und die Zeit verfliegt.
Fast alle spirituellen Lehrer sagen ja, daß man sich auf die Gefühle konzentrieren soll bzw sie fühlen soll,oder in den Körper gehen soll. Bei Osho hab ich aber auch mal gelesen, daß man sich so oft wie möglich selbst vergessen sollte. Beides geht nun aber nicht....
Welche Meinung habt ihr dazu?

lg andreas

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:Hallo,

Hab da noch eine Frage, die mich aktuell beschäftigt: Atma vicara ist der Blick auf sich selbst, da bin ich grad am Üben. Gestern las ich was aus der Psychologie über den Flow-Effekt, der mir total vertraut ist. Diese Selbstvergessenheit, wenn man tief in eine Tätigkeit versunken ist-kann man da eine Parallele zum Erwachen ziehen?Oder ist das Unbewusstheit oder gar Ablenkung? Ich nehm mal an, daß es nichts mit Erwachen zu tun hat, aber trotzdem ist da ja auch kein Ich das tut.Beim Atma Vichara aber ist ein Ich, daß auf sich selbst blicken will. Wie kann man das jetzt sehen? Oder verschwindet das Ich dann beim Blick auf sich selbst ?
Beim Flow Effekt ist man ja quasi auch Eins mit der Tätigkeit die man macht, vergisst dabei aber den Körper und es findet nur Handlung statt. Aufgefallen ist mir, daß ich mehr Energie habe, wenn ich in diesem Zustand bin und die Zeit verfliegt.
Fast alle spirituellen Lehrer sagen ja, daß man sich auf die Gefühle konzentrieren soll bzw sie fühlen soll,oder in den Körper gehen soll. Bei Osho hab ich aber auch mal gelesen, daß man sich so oft wie möglich selbst vergessen sollte. Beides geht nun aber nicht....
Welche Meinung habt ihr dazu?

lg andreas


Ich muss mal eine Nacht darüber schlafen, was ich dir dazu antworten könnte. :icon_wink_small:

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

Hallo Andreas,

als schreite ich zur Beantwortung deiner Fragen. Ich überlegte gestern noch, was ich dir, in der Frage:
"Wie schaue ich auf mich selbst?" für einen Hinweis geben könnte, denn egal, wohin ich schaue, ich sehe
nur mich. Wie sollte ich nun in eine richtige Richtung blicken, sehe ich eh immer nur mich selbst?

Aber das ist halt das, was dabei herauskommt, und für jemanden anderen ziemlich unverständlich:

"Wie kann das sein, dass man irgendwann feststellt, dass man immer schon nur sich selbst betrachtet hat?"

Man könnte hier aber sagen, dass man sich in der "vichara" erst einmal von "ich" "häutet", um dann in
"ich" "aufzugehen". Und unter "ich" verstehe ich damit alle Überzeugungen, die man über sich selbst
hat: ich bin der und der, ein Mensch, u.s.w.

Es ist nicht einmal so, dass dem "hinterher" nicht auch so wäre, man hat sich aber aus der
Beschränkung gelöst, die diese Überzeugungen bildeten. Wie hat man sich darin gelöst: als
sich selbst.

Aber das wollte ich dir nur als "Einführung" schreiben.


AndreasG hat geschrieben:Hallo,

Hab da noch eine Frage, die mich aktuell beschäftigt: Atma vicara ist der Blick auf sich selbst, da bin ich grad am Üben.


Das ist in meinen Augen schon einmal sehr gut: "Üben" (so wie du Lust hast), ist darin das, was wirkt.

Gestern las ich was aus der Psychologie über den Flow-Effekt, der mir total vertraut ist. Diese Selbstvergessenheit, wenn man tief in eine Tätigkeit versunken ist-kann man da eine Parallele zum Erwachen ziehen?Oder ist das Unbewusstheit oder gar Ablenkung? Ich nehm mal an, daß es nichts mit Erwachen zu tun hat, aber trotzdem ist da ja auch kein Ich das tut.Beim Atma Vichara aber ist ein Ich, daß auf sich selbst blicken will. Wie kann man das jetzt sehen? Oder verschwindet das Ich dann beim Blick auf sich selbst ?
Beim Flow Effekt ist man ja quasi auch Eins mit der Tätigkeit die man macht, vergisst dabei aber den Körper und es findet nur Handlung statt. Aufgefallen ist mir, daß ich mehr Energie habe, wenn ich in diesem Zustand bin und die Zeit verfliegt.
Fast alle spirituellen Lehrer sagen ja, daß man sich auf die Gefühle konzentrieren soll bzw sie fühlen soll,oder in den Körper gehen soll. Bei Osho hab ich aber auch mal gelesen, daß man sich so oft wie möglich selbst vergessen sollte. Beides geht nun aber nicht....


Ich möchte deine Gedanken hier gar nicht bewerten, im dem Sinne, ob das alles
in deiner Vichara helfen kann oder nicht. Ich weiß es nicht.

Du stehst in dieser Frage alleine, also mit dir selbst alleine. Was andere geben können, ist maximal
Anregung aus ihrer Erfahrung. Je schneller du das begreifst, desto besser, denn du erhebst dich
darin selbst zum Kriterium für deine Vichara. Und das ist in der Selbstbetrachtung ein hilfreicher Schritt.

Der Mittelpunkt von Atman Vichara bist du selbst. Du bist darin einfach das höchste Kriterium.

Wenn ich dir also etwas zur Methode der Vichara mitteile, ist es Anregung aus meiner eigenen Vichara,
und was für mich hilfreich war.

Versuche dich einfach so bewusst und aufmerksam, als dir möglich, zu spüren, sehen - es ist egal
welchem Sinnesorgan du dieses "sich selber sehen" zuschreibst. Fällt dir "fühlen" leichter, nenne
es fühlen, fällt dir hören leichter, nennen es hören - es gibt darin kein "richtig" oder "falsch".

Du kannst das also völlig relaxt im Aspekt der Frage angehen, wie du dich wahrnehmen sollst.

Du nimmst dich selbst einfach bewusst und aufmerksam wahr - das ist alles.

Dieses "sich sich selbst zuwenden" entfaltet den Prozess der Vichara für dich in einer ganz
auf dich passenden Weise.

Das ist alles.

Nachbemerkung: Erwarte aber nicht unbedingt, dass du gleich den Effekt dieser Vichara verspürst.

Das dauert im Mittel ein paar Wochen, Monate, bis die Veränderungen durch dich in diesem
Prozess wahrnehmbar werden, und er geht dann mehrere Jahre: ca. 3 (Nisargadatta), 5-7 (John Sherman),
bisher 4 (ich) Jahre.

Aber das stört auch nicht. Du kannst ja dabei ganz normal weiterleben. Will deine Vichara etwas anderes
von dir, wird sie das in deinem Leben so einrichten, denn der Effekt ist am ehesten als "quantenmechanisch"
zu umschreiben, was heißt: er wird dein Leben in einer Weise mit verändern, die heute weder begriffen, erklärt,
noch verstanden werden kann.

Denn du tauchst darin aus der Limitation auf den Menschen in dein Göttliches Wesen (obwohl du ganz Mensch
bleiben wirst) und Gott, oder das was wir "unsere Realität" nennen, ist die Macht, die dich darin führt, und für
sie ist nichts unmöglich.

Om Shanti

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