Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Selbstbetrachtungen als one2null (monolog), one2one, one2two, one2some oder one2all. Erweiterte Forenregeln bitte beachten... ;-)
Forumsregeln
Der/die/das Fragestellende (falls der Thread sich auf eine Frage zur Selbstbetrachtung bezieht) legt im Eingangstext fest, mit wer/wem/was er/sie/es die Frage diskutieren möchte:

- one to null (monolog)
- one to one
- one to two
- one to some (beliebige Zahl)
- one to all (jede(r)(s) der/das/die Lust hat)
Tobias

Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

"Atman Vichara (atma vicara)" ist eine der erstaunlichsten Kulturtechniken, die der menschliche Geist
je hervorgebracht hat - wenn nicht die erstaunlichste überhaupt.

Die Kulturtechnik "Atman Vichara (atma vicara)" lässt sich bis in die Zeit vor Buddha zurückverfolgen -
und verliert sich dann im Dunkel der prähistorischen Zeit - also der Zeit, aus der wir keine schriftlichen
Überlieferungen mehr kennen.

"Atman Vichara" ist als Technik ein kulturelles Erbe, ein Vermächtnis unserer Ahnen. Wer es wach nutzt,
erfährt "Atman Vichara" als "das Schwert der Befreiung".

So wie sich das Gewahrsein eine soziale Identität erschuf, die des Menschen (und sich auf diese zu
beschränken begann), so erschuf es sich auch "Atman Vichara": die Möglichkeit, sich selbst in dieser
virtuellen Identität wieder auf seine ursprüngliche Identität zu besinnen.

Dieses Unterforum dient der Praxis des "Atman Vichara", bzw. denen, die diese Kulturtechnik kennenlernen
wollen, sich auf dieses Abenteuer der Selbstbetrachtung einlassen wollen. Und wer das tut, wird über
kurz oder lang nicht weniger als das erfahren, was man seit dem Beginn der menschlichen Geschichte
"erwachen" nannte - und für sich selbst erfahren, was damit gemeint ist.

Sonstiges:

1. Es geht hier nicht darum, ob "Atman Vichara" sinnvoll ist, oder nicht sinnvoll ist. Solche Diskussionen
werden hier von mir gnadenlos gelöscht werden. :ritter:

2. Es geht hier nicht darum, ob man "Atman Vichara" tun kann kann, oder nicht tun kann. Solche Diskussionen
werden hier von mir gnadenlos gelöscht werden. :ritter:

Es geht hier nur um die oder den, der oder die "Atman Vichara" praktizieren will, kennen lernen will, dazu
Fragen hat - oder über seine eigenen Erfahrungen mit "Atman Vichara" berichten will.

Ansonsten gelten für dieses Unterforum die oben in ROT aufgeführten Forumsregeln. Viel Spaß.

Tobias

Was ist "atma vicara"?

Beitrag von Tobias »

"Atma vicara" ist erst einmal eine Behauptung. Sie kommt in der Regel als eine
Behauptung in das eigene Leben.

Da behauptet irgendwer irgend etwas. Und er behauptet zum Beispiel, dass du "Gott selbst bist",
oder, dass du "nicht dein Leben bist" oder, dass "es dich nicht gibt" oder sonst etwas,
was dein persönliches Selbstverständnis infrage stellt.

Sucht man sonst im Leben auf Grundlage des persönlichen Selbstverständnisses nach etwas,
was diesem persönlichen Selbstverständnis (das, was ich glaube zu sein) Schutz, Nahrung,
Auskommen, Vermehrung und Wohltat gibt - so stellt man in der "atma vicara" dieses
persönliche Selbstverständnis selbst zur Disposition. Man hinterfragt die bisher selbstverständlich
erschienene "Interpretation seiner selbst."

Man könnte auch sagen: Die Interpretation hinterfragt sich selbst, wollte man es rein auf
die Erscheinung beschränken, aber du bist schon jetzt nicht ausschließlich deine
Erscheinung.

Und das ist der Punkt, an dem all das "du kannst nichts tun" u.s.w. entstand, denn eigentlich
ist in "atma vicara" mehr von dir verwickelt, als du erkennen kannst. Die eigentliche Quelle, die
dich hierher führte liegt im Dunkeln.

Aber da du hier angekommen bist, braucht dich, so unergründlich dein "hier her- gekommen
sein" ist, das alles nicht zu interessieren. Auch die größten Weisen sehen gar nichts, und
erzählen nur das, was ihnen die "dunkle Quelle" ihrer selbst auf die Zunge legt.

Du bist das absolut Höchste, das, was an nichts gebunden ist, weder an sein tun, sein
tun können, sein ihm erscheinendes nicht tun können ... du bist frei von jeglicher Tat
oder "nicht-Tat". Du bist das Selbst. Du bist Gott. Nichts kann dich in deinem Wesen
verändern.

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bindu
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Re: Was ist "atma vicara"?

Beitrag von bindu »

Tobias hat geschrieben:Du bist das absolut Höchste, das, was an nichts gebunden ist, weder an sein tun, sein
tun können, sein ihm erscheinendes nicht tun können ... du bist frei von jeglicher Tat
oder "nicht-Tat". Du bist das Selbst. Du bist Gott. Nichts kann dich in deinem Wesen
verändern.

Hi Tobias,
ich möchte jetzt explizit NICHT den Sinn von Atman Vichara an sich in Frage stellen, sondern Dich fragen, ob Atman Vichara für mich persönlich noch Sinn macht, wenn ich das, was du im letzten Absatz geschrieben hast (s.o. Zitat), bereits erkannt habe und darin und daraus in mir lebe?
Oder kann ich es nur dann bzw. nur solange praktizieren, wenn bzw. solange ich mich durch meine Persönlichkeit, meinen Körper, mein Umfeld, oder sonst etwas, begrenzt fühle, und die scheinbare Begrenzung in meinem Geist überwinden will?
Danke und Alles Liebe!
<3
"Your mind that by virtue of its presenting Being's ownmostness is pure should not be ruined by concentrative meditations."
(by Saraha - quoted and translated from Tibetan by Herbert V. Guenther in "Ecstatic Spontaneity")

Tobias

Re: Was ist "atma vicara"?

Beitrag von Tobias »

bindu hat geschrieben:Hi Tobias,
ich möchte jetzt explizit NICHT den Sinn von Atman Vichara an sich in Frage stellen, sondern Dich fragen,
ob Atman Vichara für mich persönlich noch Sinn macht, wenn ich das, was du im letzten Absatz geschrieben
hast (s.o. Zitat), bereits erkannt habe und darin und daraus in mir lebe?

<3


Hallo Bindu.

Wenn du mich so fragst, dann wäre meine Antwort, dass es bei "atma vicara" eigentlich um gar keine
Erkenntnis (im engeren Verständnissinne) geht. Es ist eigentlich nur, sich selbst in dem ganzen
Erkennen zu erkennen. Dieses Erkennen beeinflusst zwar das Erkennen (Erkenntnisprozess des
Lebens) an sich, ist aber keine spezifische Erkenntnis. eher der Rahmen jeglicher Erkenntnis.

Man löst sich aus einer Beschränkung durch Gestalt, selbst "der Gestalt der Erkenntnis".
Erkenntnis verdunkelt noch erhellt den Kern, der der Rahmen ist, für: jegliche
Erkenntnis.

Oder kann ich es nur dann bzw. nur solange praktizieren, wenn bzw. solange ich mich durch meine Persönlichkeit,
meinen Körper, mein Umfeld, oder sonst etwas, begrenzt fühle, und die scheinbare Begrenzung in meinem Geist
überwinden will?
Danke und Alles Liebe!



Man kann atma vicara aus jedem Motiv heraus üben, sei es um schön, reich, berühmt, oder
das Gegenteil zu werden. "Atma vicara" muss nur geübt werden, das Motiv liefert nur
die Energie. "Atma Vicara" führt zu einer "Antwort", die nicht als Motiv gewünscht werden
kann, daher ist das Motiv egal. Es gibt kein richtiges Motiv, aber die "richtige Antwort",
die das ursprüngliche Motiv hinter sich läßt. :icon_wink_small:

Lieben Gruß

Tobias

AndreasG
Neuling
Neuling
Beiträge: 28
Registriert: Di 13. Jan 2009, 22:48

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von AndreasG »

Hallo Tobias !

Ich möcht mal deine Rubrik in Anspruch nehmen. Ich über schon länger die Selbstbetrachtung, aber soviel ich auch schau und schau, ich seh nichts !
Kannst du vielleicht mal atma vichara konkret beschreiben? Mag sein,daß das eine dumme Frage ist, jedoch weiß ich nicht,wo ich denn genau hinschauen soll !?
Ich beschreib dir mal,wie ich es praktiziere: ich sitz mit geschlossene Augen und versuche mich ganz wahrzunehmen,was aber immer auf den Körper beschränkt ist.Was anderes kenn ich ja nicht. Und es ist doch immer der Verstand, der sehen will, wahrnehmen will ! Darum habe ich auch aufgehört, die Gedanken zu beobachten,hat (für mich) keinen Sinn .
Du schreibst:
Man könnte auch sagen: Die Interpretation hinterfragt sich selbst, wollte man es rein auf
die Erscheinung beschränken, aber du bist schon jetzt nicht ausschließlich deine
Erscheinung.

Heisst das, der Verstand stellt sich selbst in Frage?

Weiss nicht, wie ich das genau formulieren soll, um die richtige Frage zu stellen...

Ich versuch oft zu hinfühlen, auf das was ich wirklich bin, aber nicht kenne, und es deshalb nicht funktioniert.Ich nehme dann den ganzen Körper inkl. Gedanken wahr und versuch mich auch ausserhalb des Körpers wahrzunehmen bzw. daß der Körper in mir ist. Klappt aber nicht so recht.
Na, vielleicht magst was dazusagen?

lg andreas

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:Hallo Tobias !

Ich möcht mal deine Rubrik in Anspruch nehmen. Ich über schon länger die Selbstbetrachtung, aber soviel ich auch schau und schau, ich seh nichts !


Hallo Andreas, :icon_wink_small:

ich spreche bei diesem Thema von "sehen" im Sinne von "wahrnehmen", "spüren", "sein", also "sehen" ist hier ein sehr weit
gefasster und offener Begriff, der nicht unbedingt dem physischen Sehen (Objekte) entspricht, entsprechen muss - eher also
einem "wahrnehmen, wie auch immer".

Es ist von der Sinneswahrnehmung zwar nicht getrennt, aber eigentlich kein "Ding", kein "Objekt", sondern "du selbst",
das Subjekt. Es entspricht eher einem "inneren Sehen (wahrnehmen)" unabhängig der Objekte der Wahrnehmung durch die
Körpersinne (Ohren, Nase, Haut, Augen, Zunge ...) so wie man z.b. Gedanken wahrnimmt.

Also, kurzum, der Begriff "sehen" ist hier im weitest vorstellbaren Sinne gemeint. ;-)

Kannst du vielleicht mal atma vichara konkret beschreiben? Mag sein,daß das eine dumme Frage ist, jedoch weiß ich nicht,wo ich denn genau hinschauen soll !?


Das ist keine dumme Frage. Es ist nämlich so, dass du das, was gemeint ist, immer wahrnimmst, es ist die Grundlage
jeglicher Erfahrung (du selbst bist die Grundlage jeglicher Erfahrung), aber du es einfach noch nicht für dich "indentifizieren"
kannst. Du frägst dich "was meint der nur?" und suchst nun in deiner eigenen Erfahrung nach etwas, das der Beschreibung
entsprechen könnte.

Und das tut man in der Weise, wie man als Kind für sich die Bedeutung von Wörtern der
Sprache erforschte. Ich konnte z.b. als Kind lange Zeit nichts mit dem Begriff "frieren" anfangen. So fror ich
meiner Ansicht nach im Winter nicht, da ich nicht wusste, was "frieren" sein sollte. Da war zwar ein Gefühl, wie ein
"Kitzeln in der Kälte", aber ich war mir lange Zeit sehr unschlüssig, ob das nun "frieren" ist . So ist das auch in dieser
Thematik. Die Worte "Selbst" oder "ich bin" deuten auf eine bereits bestehende Erfahrung, die man für sich einfach
noch nicht als Inhalt des Begriffes "Selbst" oder "ich bin" identifiziert hat.

Und darin können all die blumigen Beschreibungen, die ich auch gerne von mir gebe ( :icon_wink_small: ), wie ein echtes Hindernis sein,
denn es ist eine ganz gewohnte, immer mit dir seiende Erfahrung: selbst zu sein. Es ist weniger eine Wahrnehmung von Objekten,
sondern eher ein "das, was wahrnimmt", sprich: du selbst. Und wir sind einfach gewohnt, spricht man von "sehen" oder "wahrnehmen",
nach einem Objekt Ausschau zu halten, einem bestimmten Gefühl, einer Gestalt, was auch immer.

Aber du selbst bist der Rahmen jeglicher Wahrnehmung. Man sucht quasi etwas, was mit jeder Erfahrung, mit jeder Wahrnehmung ist,
und es ist dir bekannt, es wird immer "gesehen".

Ich beschreib dir mal,wie ich es praktiziere: ich sitz mit geschlossene Augen und versuche mich ganz wahrzunehmen,was aber immer auf den Körper beschränkt ist.Was anderes kenn ich ja nicht. Und es ist doch immer der Verstand, der sehen will, wahrnehmen will ! Darum habe ich auch aufgehört, die Gedanken zu beobachten,hat (für mich) keinen Sinn .


Wenn du dich im Moment auf den Körper beschränkt fühlst, dann ist das deine Interpretation
der Wahrnehmung. Und das kann hilfreich sein, mitgeteilt zu bekommen. Du interpretierst dich
selbst als Wahrnehmendes als etwas auf den Körper beschränktes, da die Wahrnehmung die
Formen (Welt) über die Körpersinne erkennt. Und dann ist natürlich der Schluss naheliegend:
"alles, was ich bin, ist dieser Körper", da du über ihn wahrnimmst. Aber du bist mehr als die
Gestalt, die du wahrnimmst, auch wenn es eigentlich keine Gestalt ist.

Und hier könntest du einmal ein kleines Experiment machen: öffne und schließe die Augen
immer wieder, wie du Lust hast, und beobachte, ob du dich dabei wirklich veränderst.
Nimmst du zu, als du selbst, siehst du etwas? Nimmst du ab, als du selbst, siehst du nichts?

Worauf gedeutet wird, ist das, was in gleicher Weise du selbst bist, siehst du etwas,
oder siehst du nicht. Was bleibt gleich, an mir selbst, sehe ich etwas und sehe ich nichts?

Versuche einmal herauszufinden, was da gleich bleibt, mit und ohne dem physischen Sehen.

Du musst dich dabei auch nicht in einer gewissen Weise empfinden, also nicht als ein bestimmtes Gefühl,
wie oft berichtet wird, Bliss, Liebe, was weiß ich - sondern einfach nur als das, was ist, verbunden
mit den Gefühlen, die gerade sind, und seien sie Ärger oder Verwirrung. Das, worauf gedeutet wird
ist "Grundlage der Wahrnehmung", du selbst, und du bist die Grundlage jeglicher Wahrnehmung.

Man könnte auch sagen: Die Interpretation hinterfragt sich selbst, wollte man es rein auf
die Erscheinung beschränken, aber du bist schon jetzt nicht ausschließlich deine
Erscheinung.

Heisst das, der Verstand stellt sich selbst in Frage?


Das klammern wir wohl vorerst besser aus. Wird nur zu verwirrend ... :icon_wink_small:

Ich versuch oft zu hinfühlen, auf das was ich wirklich bin, aber nicht kenne, und es deshalb nicht funktioniert.


Das ist eine hilfreiche Einsicht. Man erwartet etwas, was man nicht kennt, da man die Bedeutung
des Wortes "Selbst" für sich selbst noch nicht als "etwas bereits bestehendes" erkannt hat,
noch nicht identifiziert hat, worauf das Wort deutet.

Und das Wort "Selbst" deutet auf eine bereits bestehende Selbsterfahrung. Den Fehler machte ich
auch lange. Man "sieht" (siehe oben :icon_wink_small: ) zwar schon immer "den Inhalt des Wortes",
aber kann ihn nicht als das identifizieren, was mit dem Wort gemeint ist - meist, da man da so seine
Vorstellungen hat - und das, was man "sieht", schaut man auf sich selbst, diesen Vorstellungen über
den Inhalt des Wortes Selbst nicht zu entsprechen scheint.

Das Wort "selbst" deutet aber nicht auf etwas, was "kommt und geht", also etwas, was neu erkannt werden
müsste, sondern auf etwas, was bereits "gesehen" (siehe oben) wird.

Richte also beim Versuch, dich selbst zu sehen, deine Aufmerksamkeit nicht darauf aus, etwas neues
sehen zu wollen, sondern einfach "das, was ist", "das, was du schon bist", und es ist immer hier,
immer unmittelbare Erfahrung deiner selbst. Es ist etwas, was gewohnt ist, vertraut ist, einfach
ist, von selbst ist, nicht erreicht werden muss, um was der Begriff "Selbst" bei der Selbstbetrachtung
dreht. Und das, was immer hier ist, du selbst bist, hört auf das Wort "ich".

Du bist ja nicht weg, suchst du dich. Du bist ja dabei, suchst du dich. Du bist immer hier. :icon_wink_small:

"Sie werden einmal darüber lachen, wie einfach es war, das Selbst zu erkennen", sagte einmal Ramana
Maharshi. Und da hat er Recht. :icon_wink_small:

Natürlich ist es sehr anstrengend, bis man für sich selbst entschlüsselt hat, worauf das Wort deutet.

Das was gesucht wird ist hier, immer hier. Du bist nicht weg von dir, irgendwo, und hier
ist "das Phantom in der Oper". So verwirrend es also erscheinen mag, alles deutet auf etwas, was
bereits ist, was immer hier ist, was schon "gesehen" wird ... was nur noch, im Sinne der Sprache,
als Inhalt des Wortes "Selbst" identifiziert werden muss.

So, der Morgen war früh, und ich hoffe, dass du damit was anfangen kannst.

Ich wünsche dir viel Glück dabei, das herauszufinden. Das kann ein ganz sanftes "aha" sein,
"ah, das meint er", so wie man erkennt, dass z.B. (um mal John Sherman zu zitieren, als er
seine Sonntagszeitung suchte) heute erst Samstag ist, und noch nicht Sonntag. Also, es muss
kein "Peng" sein. Es ist ja schon vertraut, bekannt. Aber die "Entdeckung" kann natürlich
berauschend sein.

Und wenn du das geschafft hast, und das geschieht (also die Entwicklung des Verständnisse), einfach
mit deinem Versuch dich zu sehen oder zu erkennen - dann hast du, sinnbildlich, die
Auffahrt auf die "Autobahn der Selbstbetrachtung" genommen: "gib Gas Alter" :icon_wink_small:

:icon_wink_small:

AndreasG
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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von AndreasG »

Hallo Tobias,

danke für dein ausführliches Posting.Ich muss mir das noch mehrmals durchlesen und auf mich wirken lassen.Ich hoffe, ich habs diesmal geschnallt !
Man muss wahrscheinlich auch dranbleiben , so wie ich das aus deinem Posting entnehme. Werd das jetzt konsequent praktizieren und gegebenfalls noch mal nachfragen, falls notwendig.
Danke nochmals, hab ein bisschen mehr Gefühl dafür bekommen, was denn gemeint sein könnte.

lg andreas

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:Hallo Tobias,

danke für dein ausführliches Posting.Ich muss mir das noch mehrmals durchlesen und auf mich wirken lassen.Ich hoffe, ich habs diesmal geschnallt !
Man muss wahrscheinlich auch dranbleiben , so wie ich das aus deinem Posting entnehme. Werd das jetzt konsequent praktizieren und gegebenfalls noch mal nachfragen, falls notwendig.
Danke nochmals, hab ein bisschen mehr Gefühl dafür bekommen, was denn gemeint sein könnte.

lg andreas


Viel Glück. "Es" war immer hier, "es" ist immer hier ... es kann dir also nicht
davonlaufen. Besinne dich auf etwas, was immer gleich war, erinnerst du dich
zurück, und was auch immer gleich ist, wie jetzt und hier.

"Irgendwas war immer gleich, immer gleich, und es wird behauptet, ich würde
es kennen. Verflixt nochmal, was könnte das sein? Jetzt, wo ich dies lese ist es so gleich
wie mit meiner ersten Erinnerung ... was könnte damit gemeint sein?"

"Etwas das immer gleich ist, und es ist jetzt; hier." :tobroll:

Etwas was sich nicht verändert hat, seit ich ein Kind bin.

Etwas, wodurch es mich als Mensch überhaupt erst gibt ... :tobroll:

Also, viel Glück!

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Panthau
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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Panthau »

Ah okay, naja irgendwie war meine Frage eh nicht wirklich von Bedeutung.
Zuletzt geändert von Panthau am Do 25. Mär 2010, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

Panthau hat geschrieben:Ist das im Grunde ähnlich meinem "Ich bin" Thread?

Ich hab die Übung noch nicht ganz kapiert... man hinterfrägt sich sozusagen selbst á la "Wer bin ich?" ?

lg
Pan


Ich reserviere diesen Thread mal für AndreasG. Wird sonst zu verwirrend für alle Beteiligten, finde ich. :tobroll:
Diese Antworten hier gelten also in erster Linie für AndreasG.

Wenn du eine bestimmte Frage hast, dann eröffne am besten einen extra Thread und lege im Eingangsposting fest, siehe oben,
an wen sich die Frage richtet, also ob an jemanden bestimmten, an einige, an alle, etc. (siehe Unterforumsregeln).

Ich werde dann die beiden letzten Postings später wieder löschen. :tobroll: :icon_wink_small:

AndreasG
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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von AndreasG »

Manchmal glaub ich, ich bin ganz nah dran ,doch dann bin ich wieder meilenweit weg.

Richte also beim Versuch, dich selbst zu sehen, deine Aufmerksamkeit nicht darauf aus, etwas neues
sehen zu wollen, sondern einfach "das, was ist", "das, was du schon bist", und es ist immer hier,
immer unmittelbare Erfahrung deiner selbst. Es ist etwas, was gewohnt ist, vertraut ist, einfach
ist, von selbst ist, nicht erreicht werden muss, um was der Begriff "Selbst" bei der Selbstbetrachtung
dreht. Und das, was immer hier ist, du selbst bist, hört auf das Wort "ich".

ah, das hab ich letztes mal gar nicht so richtig gelesen.Ich konzentrierte mich auf das "unbekannte" . Aber jetzt versteh ich nicht, warum das auf das Wort "ich" hört !? Das "ich" ist doch genau das Hindernis,was als Illusion erkannt werden muss!?

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:ah, das hab ich letztes mal gar nicht so richtig gelesen.Ich konzentrierte mich auf das "unbekannte" . Aber jetzt versteh ich nicht, warum das auf das Wort "ich" hört !? Das "ich" ist doch genau das Hindernis,was als Illusion erkannt werden muss!?


Hi Andreas,

Vorhin schlief ich, und als ich so schlief hatte ich einen Traum. Ich war Schüler und
sollte in der Schule ein kleines Referat über "Erwachen" halten, so im Tenor: "Was ist Erwachen?"

Und als ich so daheim saß (also in meinem Traum-Daheim), und darüber nachdachte, wie ich
diese Aufgabe lösen könnte, da machte ich ein kleine Liste, was am "vor dem Erwachen"
und am "nach dem Erwachen" gleich ist ... und das einzige, was nicht gleich war, betraf die
Persönlichkeit. Und das war sehr wenig.

Das was du bist (ich), ist ein umfassendes zu Persönlichkeit (ich) - es vermischt sich
also im "ich" (du selbst, wie du jetzt bist) das, was "bereits erwacht ist", und das, was "nicht erwacht ist".
Und das, was "nicht erwacht ist" ist nur eine Interpretation über das, was "erwacht ist".

Sagt man nun "das Ich ist eine Illusion" meint man etwas, was ziemlich klein ist, sehr
klein. Man meint einen "Irrtum über sich selbst", ein Phantom der Vorstellungen, das nicht
einmal wirklich sichtbar ist. Aber gleichzeitig bist du in deinem Wesen, also deinem
Sein, hier und jetzt schon "erwacht".

In der "atma vicara" betrachtest du einfach "dein Sein" ... "ich bin", um diesen Irrtum über
dich selbst zu entkräften, indem du dich also selbst betrachtest.

Ramana erzählte daher von einem "kleinen ich" und einem "großen Ich", das du bereits bist.
Und das, in dem der Irrtum sitzt, als eine Überzeugung über dich selbst, ist das sogenannte
"kleine ich", die Persönlichkeit.

Es ist so eigentlich nicht das "ich" das Hindernis, sondern etwas "im ich" in dir selbst: es ist ein Irrtum
deiner Überzeugungen über dich selbst. Du irrst dich auf der Ebene deine Vorstellungen über
dich selbst, die da z.B. wäre: "ich bin nur dieses Leben" ... oder wie auch immer, aber nicht auf der
Ebene deiner Realität (was ist).

Und spreche ich darüber als "das ich ist eine Illusion", dann hältst du etwas für eine Illusion,
was gar keine Illusion ist: dich selbst. Du bist aber keine Illusion, schon jetzt nicht,
sondern diese Illusion betrifft nur deine Vorstellungen über dich selbst.

Und um die zu entkräften, ihnen die Energie zu nehmen, die als Überzeugung in dir ist,
betrachtest du deine Realität: ich bin ... was ist das: "ich bin"? Du spürst dich sozusagen, bis der
Irrtum "sichtbar" wird, bis du erkennst, was an deiner Meinung über dich selbst Illusion ist.

Wenn dir etwas an meiner nächtlichen Ausführung hier unklar ist, frage gerne nach, aber
halte dich nicht mit einem "das ich ist eine Illusion" auf. Was mit dieser Aussage gemeint ist,
zeigt sich für dich erst im Laufe der Betrachtung deiner Selbst. Das weißt du jetzt noch nicht.
Und das kannst du jetzt noch nicht wissen. :tobroll: :icon_wink_small:

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

AndreasG hat geschrieben:Manchmal glaub ich, ich bin ganz nah dran ,doch dann bin ich wieder meilenweit weg.



Was diese scheinbare "Nähe" und diese scheinbare "Ferne" zu dir selbst erzeugt sind nur Vorstellungen in dir,
über dich selbst. Sie artikulieren sich als Ferne und Nähe, so lange du mit deiner Identität dich selbst noch als eine
dieser "Vorstellungen über dich selbst" empfindest. Und "empfindest" heißt hier: es ist ein Glaube über dich selbst.

Du bist aber immer HIER. Im Hier gibt es Nähe (z.B. die Cafetasse) und Ferne (z.B. Japan), aber das Hier kennt
weder Ferne noch Nähe zu sich selbst. Es ist immer Hier.

Daher brauchst du dich auch nicht groß mit Dingen aufhalten, die ich schreibe, und die dir nichts sagen.
Diese Diskussion ist nur für das Hier gedacht, also sie ist immer wieder neu, einfach: Hier. Du bist hier,
die Diskussion ist Hier. Und das Hier ist alles, dein Hier-Sein, um was es in der Diskussion geht: der
Hintergrund von Subjekt und Objekt, die mirakulöse Leinwand, in der diese Diskussion geschieht. :tobroll: :icon_wink_small:

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Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Saradevi »

Ist es der Glaube, der uns scheinbar trennt von dem was ich bin?

Tobias

Re: Einführung in das Unterforum "atma vicara"

Beitrag von Tobias »

Saradevi hat geschrieben:Ist es der Glaube, der uns scheinbar trennt von dem was ich bin?


"So lange du glaubst "etwas" zu sein, und sei es das kleinste Ding das es im Universum gibt,
so lange wirst du leiden ...", sagte einmal John Sherman.

Der Glaube trennt uns nicht wirklich von uns selbst, aber ich nehme in ihm eine Gestalt an, die
verletztlich ist.

Nur, ich selbst kann dazu derzeit wenig sagen, da ich mich selbst in diesem Prozess befinde.
Meiner eigenen Erfahrung bleibt man selbst als etwas, das ich nur noch "absolute Stille"
nennen könnte. Als wäre man ohne eigene Regung. Aber es ist nichts anderes, als die immer
bereits bekannte und gewohnte Selbsterfahrung ... als würde sich die Identität in eine gestaltlose
Leere zurückziehen, nichts mehr berühren.

Aber da sollte vielleicht besser Edgar was dazu sagen. Ich empfinde bei mir das
"Jnana" derzeit nicht beständig. Erstaunlicherweise ist es in meinem nächtlichen
Traumleben inzwischen recht beständig. Weiß nicht, warum das so ist. Vielleicht weil
der Traum an sich weicher ist? Keine Ahnung. Bei mir war eigentlich das "Traumerleben"
immer etwas "voraus" ... keine Ahnung warum. :tobroll: :icon_wink_small:

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