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Acedia

Nach dem Erwachen, philosophischer Austausch zu "Evolution von Erleuchtung", individuelle und kollektive Weiterentwicklung, Zukunft der Menschheit und Zukunft der Erde. Alpha bis Omega, Aurobindo bis Wilber, x, y, Z ...und darüber hinaus.
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Re: Acedia

Beitragvon Timewarp Zee » Di 26. Jan 2010, 02:03

Mario hat geschrieben:ständige achtsamkeit und ehrliches bemühen ist der einzige (bodhisatthva-)weg...


Für faule scheidet der dann wohl aus, dieser Boddhisatthva-Weg.

solange man seine faulheit vor sich selbst und der welt rechtfertigen muss,
solange ist man keinen fitzelfatz besser als die pöse, tumme gesellschaft.


besser oder schlechter als jemand anderes oder die gesellschaft ist man doch so oder so nie.
egal was man tut oder lässt. besser/schlechter gibts doch gar nicht...


Timewarp Zee
 

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Re: Acedia

Beitragvon Mario » Di 26. Jan 2010, 06:19

Timewarp Zee hat geschrieben:
Mario hat geschrieben:ständige achtsamkeit und ehrliches bemühen ist der einzige (bodhisatthva-)weg...


Für faule scheidet der dann wohl aus, dieser Boddhisatthva-Weg.

nicht zwangsläufig. nur für solche, die an ihrer faulheit klebend daran festgetrocknet sind.

solange man seine faulheit vor sich selbst und der welt rechtfertigen muss,
solange ist man keinen fitzelfatz besser als die pöse, tumme gesellschaft.


besser oder schlechter als jemand anderes oder die gesellschaft ist man doch so oder so nie.
egal was man tut oder lässt. besser/schlechter gibts doch gar nicht...

na, dann...isst du bestimmt auch deine nudeln roh, haust einen nagel mit ner nagelfeile in die wand und sagst "ja" wenn du eigentlich "nein" meinst?



betrachte meinen text als ne kurze reflektion auf antars einstiegspost.
als werbung für den weg, der zu erlangung der freiheit von schlechten automatismen führt.
faulheit als programm ist genauso mumpitz wie leistungswahn.
wie immer liegt die wahrheit im pendeln zwischen ying und yang.
zu viel ist mist, zu wenig auch...der mensch ist kein tier, d.h. er hat das privileg fehler machen und daraus lernen zu können und so weiter.
man muss nicht depressiv bleiben, wenn man nicht will...darum gehts:
schauen was man wirklich will und dann ab dafür!
manchmal ist faulheit die tür ins paradies und manchmal in die hölle...und alles fliesst.
hindere es nicht zu lange daran...es ist stärker als du und findet einen weg, der dir nicht unbedingt gefallen muss,
wie natürlich, gähn, auch sonst nichts getan werden muss.
ich mache hier, wie gesagt, einfach nur werbung fürs können lernen...

herzlich mario
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Re: Acedia

Beitragvon Herz » Di 26. Jan 2010, 07:57

SEIN hat geschrieben:ich selber gehöre ja auch zur Liga der Faulen..........ich mag es, so wie du, mir Raum zu lassen um zu SEIN........und ich freu mich täglich, dass es mir möglich ist.

Ich würd dich niemals als "faul" einstufen, du arbeitest viel, gärtnerst, kochst ein, kochst, hältst das Haus am laufen und ernährst die Familie... Ihr seid Selbstversorger - weitgehend... das macht viel Arbeit - aber selbstbestimmte und selbst eingeteilte Arbeit erzeugt ein ganz anderes feeling. Und so ein Leben halte ich für total erstrebenswert! Nah an der Natur, an den Tieren, am Wetter und vor allem an sich selbst.

Diese Form von Faulheit ist eine Tugend. <3

Dass das Malochen in der Fabrik oder wo auch immer kein schönes Leben ist, ist für mich klar. Aber es gibt als Alternative eben nicht nur das Rumhängen, so denk ich, und du lebst eine (Alternative).

ps. die Geschichte von Bindu hat mir auch gefallen. So ist es ein Ideal...
Herz
 

Re: Acedia

Beitragvon Herz » Di 26. Jan 2010, 07:59

Satsangfreund hat geschrieben:
Herz hat geschrieben:
Satsangfreund hat geschrieben:Habe den Thread auch parallel bei Subhash gestartet, wo es teilweise recht hitzig wurde:

Das wirds da ja öfter... :icon_biggrin:


Ist mir aber eigentlich auch mal ganz recht. Weil immer nur Komplimente oder positive Kommentare zu bekommen, kann halt auf Dauer auch nicht immer so hilfreich sein ... ist zwar schön, aber Kritik enthält dann durchaus auch mal die ein oder andere Perle.

Ich hab's jedenfalls nicht bereut es auch dort zu posten.

Na, ich hoffe, ich hab dich nicht verletzt dort... war überhaupt nicht bös gemeint! <3 Einfach nur laut nachgedacht...
Herz
 

Re: Acedia

Beitragvon SEIN » Di 26. Jan 2010, 09:46

Herz hat geschrieben:
SEIN hat geschrieben:ich selber gehöre ja auch zur Liga der Faulen..........ich mag es, so wie du, mir Raum zu lassen um zu SEIN........und ich freu mich täglich, dass es mir möglich ist.

Ich würd dich niemals als "faul" einstufen, du arbeitest viel, gärtnerst, kochst ein, kochst, hältst das Haus am laufen und ernährst die Familie... Ihr seid Selbstversorger - weitgehend... das macht viel Arbeit - aber selbstbestimmte und selbst eingeteilte Arbeit erzeugt ein ganz anderes feeling. Und so ein Leben halte ich für total erstrebenswert! Nah an der Natur, an den Tieren, am Wetter und vor allem an sich selbst.

Diese Form von Faulheit ist eine Tugend. <3

Dass das Malochen in der Fabrik oder wo auch immer kein schönes Leben ist, ist für mich klar. Aber es gibt als Alternative eben nicht nur das Rumhängen, so denk ich, und du lebst eine (Alternative).


oh, dank dir mein Herz <3 für deine schöne Beschreibung meines Lebens. :bow:

.....ja, nur faul bin ich natürlich nicht ;-)

:bussi: Ingrid
SEIN
 

Re: Acedia

Beitragvon Manfred » Di 26. Jan 2010, 11:10

Nun, wie ich das hier sehen (könnte), geht Antar sehr wohl mit viel Fleiß an die Faulheit. :biggrin:
Kann nicht jeder.
Ich will da auch nicht mit klugen Ratscheißern ankommen, wo ich die Faulheit auch oft genieße.
Aber auch die Zeiten des Fleißes machen Spaß. Und wenn "Tun" Spaß macht, ist das auch ein Genuss.

So fremdbestimmt arbeiten, aber, wie Gabi schrieb, kann durch und durch abtörnen. Jedoch, wenn man dabei aber dieses "fremdbestimmt" vergisst, gehts dann auch wieder etwas besser.

Ist für mich eher egal, ob faul oder fleißig. Nur wenn dann ein großes Bohei drum gemacht wird, wirds wieder komisch.
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Re: Acedia

Beitragvon Raggi » Di 26. Jan 2010, 17:39

vor ein paar Tagen meinte ein Kollege zu mir:
Eigentlich bin ich Informatiker geworden, weil ich eine Grundeigenschaft habe: Faulheit

wie wahr!
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Re: Acedia

Beitragvon Alexander » Di 26. Jan 2010, 19:45

Ihr macht immer wieder den gleichen Fehler und vergesst zu definieren bezüglich was ihr faul seid oder wie ihr Faulheit für euch grundsätzlich definieren würdet.

Es ist doch absolut sinnlos über Faulheit in absoluter Hinsicht zu reden. Was soll das eigentlich sein?

Was ist zB. der Unterschied zwischen einem "faulen" Hartz-Empfänger auf dem Sofa, den erwähnten Indianern und sagen wir mal Ramana (der glaub ich auch gern auf einem Sofa rumlag oder wie auch immer...)
"Grundsätzlich sind wir nie von unserem Ziel entfernt. Welchen Nutzen hätte da auch nur die geringste Übungspraxis?" (Dogen)
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Re: Acedia

Beitragvon bindu » Di 26. Jan 2010, 19:54

Raggi hat geschrieben:vor ein paar Tagen meinte ein Kollege zu mir:
Eigentlich bin ich Informatiker geworden, weil ich eine Grundeigenschaft habe: Faulheit

wie wahr!

Hi Raggi,
bin auch in der Informatik-Branche (Programmierer) und hab das große Glück, einen recht gemütlichen und geruhsamen Job zu haben, aber ich dachte eher, das wäre die Ausnahme, und daß 60-Stunden-Woche und Workaholics und Kaffee-süchtige das normale in der Branche wäre...
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Re: Acedia

Beitragvon bindu » Di 26. Jan 2010, 20:02

Alexander hat geschrieben:Ihr macht immer wieder den gleichen Fehler und vergesst zu definieren bezüglich was ihr faul seid oder wie ihr Faulheit für euch grundsätzlich definieren würdet.

Es ist doch absolut sinnlos über Faulheit in absoluter Hinsicht zu reden. Was soll das eigentlich sein?

Was ist zB. der Unterschied zwischen einem "faulen" Hartz-Empfänger auf dem Sofa, den erwähnten Indianern und sagen wir mal Ramana (der glaub ich auch gern auf einem Sofa rumlag oder wie auch immer...)

Hi Alexander,
das ist aber ein generelles Problem der Sprache.
Worte haben breite Bedeutungsspektren, und wir benutzen die Worte einfach so, ohne die Bedeutung vorher explizit abzuklären.
Es ist praktisch anders schwer möglich zu sprechen, wir würden uns in philosophischen Grundsatzdiskussionen über die Bedeutungen von Wörtern verhaken und nicht dahin kommen, das zu kommunizieren, worum es uns eigentlich ging.
Um es abzukürzen, raten wir meistens, was der andere meint. Das ist normal.
Ich würde sogar behaupten, daß ein nicht geringer Teil der menschlichen sprachlichen Kommunikation auf Telepathie und Empathie beruht, und der Rest sind Missverständnisse.
Irgendwer hat auch schon mal behauptet, die Sprache sei eine Erfindung des Teufels - scheint mir plausibel.

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Re: Acedia

Beitragvon Herz » Di 26. Jan 2010, 20:22

bindu hat geschrieben:Ich würde sogar behaupten, daß ein nicht geringer Teil der menschlichen sprachlichen Kommunikation auf Telepathie und Empathie beruht, und der Rest sind Missverständnisse.

:icon_biggrin: genial gesagt - sehe ich auch so. Erstens meint jeder mit dem gleichen Wort etwas Anderes, und zweitens verstehet der Andere es dann auch noch mal anders... Glückssache, wenn es sich decken sollte...

Ich glaube, Antar sagte es schon, oder wer anders: das Wort "Faulheit" hat ja schon eine negativen Beigeschmack - jedenfalls bei mir. "Trägheit" auch. "Entspanntheit" hingegen ganz im Gegenteil... und "in-Ruhe-sein"... die fühlen sich eher positiv besetzt an bei mir.

Faul impliziert schon, dass man faul ist im Gegensatz zu Anderen, die nicht faul sind. Faul sind Katzen vor dem Ofen oder Faultiere... Faul bedeutet: Rumliegen und Nichtstun. Oder wie seht ihr das?
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Re: Acedia

Beitragvon nano » Di 26. Jan 2010, 22:38

Zu 80 Prozent sind faul immer nur die anderen. Man selbst tankt auf, oder anspruchsvoller: meditiert - die spirituelle Form des gammelns.

Faul sein kann gewiss ein Energieproblem werden,
das in einer Abwärtsspirale endet. Richtig Spass macht sie nur, wenn man zuvor fleißig war. Auch hier kann man dem Dualismus nicht entkommen.

Als Dauerzustand ist es Trägheit. Sie ist weder nutzlos noch hat sie einen Nutzen. Sie zu rechtfertigen ist vielleicht der letzte Versuch überhaupt noch etwas zu tun.
"Die Welt ist alles, was der Fall ist. "
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Re: Acedia

Beitragvon Manfred » Di 26. Jan 2010, 22:47

Wie gut, das es Wiki gibt und man sich nicht anstrengen muss, über Faulheit was zu schreiben. *gääääähn*
http://de.wikipedia.org/wiki/Faulheit
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Re: Acedia

Beitragvon Norbert » Mi 27. Jan 2010, 03:56

Ich nenne es lieber Gelassenheit. Das war auch ein Lieblingsthema von Meister Eckhart.

Die Selbstentäußerung geht einher mit dem „Lassen seiner selbst“, der Gelassenheit. Darunter versteht Eckhart ein Loslassen oder Abstreifen der Denk- und Handlungsstrukturen *), die von weltlichen und dinglichen Verhältnissen geprägt sind. Erst der gelassene Mensch ist der Sohn Gottes: Dieser Mensch, sagt Eckhart, muss sich selbst und diese ganze Welt gelassen haben. **)

Über das „Lassen seiner selbst“ hinaus fordert Eckhart ein „Lassen Gottes um Gottes willen“. Es geht um die Beseitigung eines „Habens“ Gottes dadurch, dass man ihn als Objekt und als Schöpfer hat.

"Einzig im Erkennen kann der Mensch zum Grunde seiner selbst, zum göttlichen Grund durchbrechen und Gelassenheit erreichen."

Dazu soll er nicht passiv und weltabgewandt bleiben, sondern in höchstem Maße aktiv sein und wie Gott, der reine Aktivität ist, aus seinem Inneren tätig werden. Entsprechend formuliert Eckhart in Predigt 5a:

"Was ist mein Leben? Was von innen heraus bewegt wird. Wirklich gelassen ist, wer seinen Eigenwillen aufgegeben hat und durch sich Gottes Willen wirken lässt. Er darf auch in seinem Inneren nicht wollen."

Der Zweck des menschlichen Daseins ist bei Eckhart, Gott in seinem Wesen gleich zu werden, das Leben aus und zu Gott als reinen Selbstzweck zu begreifen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Meister_Ec ... en_in_Gott


*) im Zen bzw. Taoismus auch Wu Wei genannt (http://de.wikipedia.org/wiki/Wu_Wei)
**) musikalisch ausgedrückt: LET IT BE, auch zu finden im OWK-Player (zur Erinnerung: OWK ist der Betreiber dieses Forums und wandert gerade durch Indien *g*).

Wen das Thema wirklich interessiert, dem kann ich dieses Buch empfehlen:

Wu wei: Die Lebenskunst des Tao

Es gibt ein Lernen, das uns verstehen läßt, was wir sind. Aus diesem Verständnis entsteht eine völlig neue Art des Handelns: wu wei. Das heißt handeln durch Nichteingreifen, durch Geschehenlassen. Es ist die Fähigkeit, das Steuer des Lebens jener Macht zu überlassen, die eine Dimension von uns selbst ist und die Laotse einst das Tao genannt hat.

Heitere Gelassenheit ist was ganz anderes als frustrierte, resignierende Faulheit.
Norbert
 

Re: Acedia

Beitragvon Herz » Mi 27. Jan 2010, 11:10

"Gelassenheit"... ja, wunderbar... Schön, Nobbi! <3
Herz
 

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