Sein kann niemals erfahren werden

Param-Advaita, jenseits Erleuchtung und jenseits Erwachen; nicht dies und nicht das und sowohl als auch; Abstieg von Kundalini, Tod des Buddha, Wiederauferstehung des Ich, Eins-Sein und Keins-Sein - jenseits aller Konzepte und jenseits von Konzeptlosigkeit.
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Filomena

Re: Sein kann niemals erfahren werden

Beitrag von Filomena »

Manfred hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:
Filomena hat geschrieben:Sein kann niemals erfahren werden.


Vorhin stieß ich auf diesen Thread. Ich komme ja nicht so viel zum Lesen,
unter der Woche, und habe den Überblick verloren.

Aber, gerade als ich diese Zeilen las, wunderte ich mich, wie
"Sein niemals erfahren werden kann", konnte ich diese Zeilen doch
lesen. Was ist das dann für eine Erfahrung, zu erfahren, dass sich
Sein nicht erfahren kann? :bgdev:

Genau an sowas kau ich rum. In dem Augenblick, wo man hier schreibt, sich dazu äußert, muss es doch meiner Ansicht nach, erfahren worden sein.
Also wenn ich hier, sowas wie vollkommenes Ausgelöschtsein, lese, frage ich mich, wie das gehen soll, wie man davon erzählen kann?
Dazu gehört für mich auch das, hier schon so oft gelesene "Tiefschlafbeispiel". Diese Schlafphase hats ja grad an sich, vollkommen Ichlos und unerinnerbar zu sein. Klar, so rein aus einer Annahme raus, weiß ich, dass ich mich wohl die letzte Nacht da drin befunden habe muss, kann aber keinerlei Qualität davon mit hierher bringen.
Hach man. :hurted:


Jo, kannst du aber das was erfährt, bezw. den Hintergrund oder Ursprung der Erfahrung erfahren? oder bist du das selbst, also unerfahrbar, weil beständig ewig seiend und eben nur durch seinen "Ausdruck" erfahrbar?...oder eben halt beides, denn irgendwie ist es ja einfach untrennbar und war doch noch nie getrennt...es schien nur so, als Ausdruck dieses ewigen, beständigen Seins.

Filomena

Re: Sein kann niemals erfahren werden

Beitrag von Filomena »

...oder so: Sein drückt sich aus, aber es ist nicht sein Ausdruck also unabhängig von ihm, und ist ihn dennoch auch.

404notfound

Definitionsfragen

Beitrag von 404notfound »

Also nochmal zum mitdenken (weil was anderes ist das argumentieren auch nicht)

"Sein kann niemals erfahren werden"

weil Erfahrung setzt voraus, a.) Ereignis, in Raum und Zeit definierbar b.) Wahrnehmender, in Raum und Zeit definierbar, die in Interaktion sind, so dass Wahrnehmender davon eine Prägung erhält, an die er sich ggf. erinnern kann

Nun ist "Sein" aber definiert als jenseits der raumzeitlichen Inhalte, als das worin Raum, Zeit, Ereignis und Wahrnehmender erscheinen, oder als Gesamtheit aller Räume, Zeiten, Ereignisse und Wahrnehmender.

Es leuchtet ein, dass ein bestimmter Ausdruck von Sein (also eine Untermenge, z.B. eine Wahrnehmender), das (reine) Sein nicht erfahren kann, da nur ein Ereignis im Sein erfahren wird, bzw. nur dies erinnert wird.

"Sein kann nur geteilt erfahren werden"

Die Aussage bezieht sich darauf, dass für Erfahrung immer Ereignis und Wahrnehmender existieren müssen (also eigentlich zwei Ereignisse in Interaktion), und diese im Moment ihres Erscheinens eine Trennung des Seins in dualistische Aspekt darstellen. Wenn Sein ungeteilt ist, gibt es keine Erfahrung von Sein, da niemand bestimmtes erfährt und nichts bestimmtes zu erfahren ist.

"Sein kann nur ungeteilt erfahren werden"

Die Aussage bezieht sich darauf, dass jede Erfahrung innerhalb von Sein, sowohl als Teil von Sein, als auch als Sein existiert, da Sein wie oben gesagt, dadurch dass es jenseits von Erfahrung ist, gleichzeitig alle Erfahrung umfasst, aber auch erst ermöglicht. Weiterhin hiesse es, dass der Aspekt "geteilt / ungeteilt" nicht grundlegend gültig ist, und nur einer Annahme über die Erfahrung eines Ereignis entspricht. Wird aber nun ein Aspekt von Teilung erfahren, gilt dies dann dem Wahrnehmenden ggf. nicht als Sein und bestärkt ihn darin, dieses zu suchen.

"Sein wird immer erfahren"

Da man nun so hübsch jeden Sonderfall aus diesem "Modell" von Sein als überdimensionaler Grund für (dualistisch) Erfahrung ableiten kann, auch wenn diese sich im direkten Vergleich zu widersprechen scheinen, ist jede Aussage über die Erfahrbarkeit von Sein, von ihrer Perpektive aus betrachtet, argumentativ begründbar und schlüssig, und selbst wenn Sein als herkömliches Sein definiert wird, welches nur raumzeitlich ist, kann es je nach Perspektive erfahren werden, oder nicht.

Es steht aber außer Diskussion, dass dabei auch stets Sein erfahren wird und nichts anderes als Sein, da Sein ja bereits alles umfasst, egal ob raumzeitlich oder jenseits davon.

Thomas

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Manfred
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Re: Sein kann niemals erfahren werden

Beitrag von Manfred »

Hi Filo und Thomas,
da hab ich jetz erst mal wieder was zum grübeln. :confused1:

Danke! :sig:

Norbert

Re: Sein kann niemals erfahren werden

Beitrag von Norbert »

Manfred hat geschrieben:Genau an sowas kau ich rum. In dem Augenblick, wo man hier schreibt, sich dazu äußert, muss es doch meiner Ansicht nach, erfahren worden sein.

Es wird erfahren. Nur ist es keine Erfahrung im Sinne von DIES erkennt oder erfährt DAS. In der Erfahrung gibt es diese Trennung nicht mehr. Darum nennt man es auch "Einheitserfahrung". Das Selbst erkennt sich sozusagen selbst als das Selbst, selbst wenn es nicht das Selbst zu sein scheint, weil es nichts anderes als das Selbst gibt, selbst wenn es das zu geben scheint. Und das bist du. Und das ist alles.

Aber grübel jetzt darüber nicht nach, das bringt Nichts (achtung doppeldeutig *g*).

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Spydee
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Re: Definitionsfragen

Beitrag von Spydee »

Hallo tomas

Da man nun so hübsch jeden Sonderfall aus diesem "Modell" von Sein als überdimensionaler Grund für (dualistisch) Erfahrung ableiten kann, auch wenn diese sich im direkten Vergleich zu widersprechen scheinen, ist jede Aussage über die Erfahrbarkeit von Sein, von ihrer Perpektive aus betrachtet, argumentativ begründbar und schlüssig, und selbst wenn Sein als herkömliches Sein definiert wird, welches nur raumzeitlich ist, kann es je nach Perspektive erfahren werden, oder nicht.
Es steht aber außer Diskussion, dass dabei auch stets Sein erfahren wird und nichts anderes als Sein, da Sein ja bereits alles umfasst, egal ob raumzeitlich oder jenseits davon.


:thumbup: :thumbup:
echt gewitzt! super...
um noch eins oben drauf zu setzen:
Befreiung =
Sein muss nicht erfahren werden, weil ich es ja bin. Erfahren kann ich nur, was ich nicht bin...Insofern ist es näher als jede Erfahrung. Es ist MEHR als jede Erfahrung. Nisargadatta sinngemäss zitiert: für den Verstand ist es eine Abstraktion, in sich selbst ist es konkreter als jeder Fels.
LG
Spydee

Filomena

Re: Sein kann niemals erfahren werden

Beitrag von Filomena »

Befreiung =
Sein muss nicht erfahren werden, weil ich es ja bin. Erfahren kann ich nur, was ich nicht bin...Insofern ist es näher als jede Erfahrung. Es ist MEHR als jede Erfahrung. Nisargadatta sinngemäss zitiert: für den Verstand ist es eine Abstraktion, in sich selbst ist es konkreter als jeder Fels.
LG
Spydee


Das genau war auch mit diesem Titel des Treads gemeint.

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