"Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Param-Advaita, jenseits Erleuchtung und jenseits Erwachen; nicht dies und nicht das und sowohl als auch; Abstieg von Kundalini, Tod des Buddha, Wiederauferstehung des Ich, Eins-Sein und Keins-Sein - jenseits aller Konzepte und jenseits von Konzeptlosigkeit.
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Hanna
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Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von Hanna »

Hallo Tobias,

Auf der Suche nach einen geeigneten Platz für die Kreative Teil bin ich hier gelandet. Wunderschöne Thema! Seit Gestern suche ich den Platz und stosse immer wieder auf so schöne Texte die mich einladen zu verweilen. Ich muss aber weiter die Kreativität bracht sein Platz:)...ich komme aber wieder!
Pa pa.

Igor07

Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von Igor07 »

Tobias, Franke, danke, diese Traurigkeit ist und wirkt wirklich erlösend und befreiend.Hat mich enorm berührt.
LG.
Igor.

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Saradevi
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Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von Saradevi »

Tobias hat geschrieben:Ich wollte heute, trotz meiner Müdigkeit (Arbeit und Fahrt) noch etwas schreiben,
und zwar über die Beziehung von "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis".

Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht, aber schon das Mahamudra spricht davon,
und bei mir ist und war das ähnlich.

Es war extrem intensiv nach dem Erlebnis, das ich subjektiv "Erwachen" nannte.
Tagelang musste ich immer wieder weinen, unerklärlich. Es waren wie Schübe,
ohne erklärbaren Grund. Das legte sich dann nach und nach, aber dann kamen,
in Abständen, Phasen tiefster Traurigkeit - die gingen so ca. von "ein paar
Stunden" bis zu "wenigen Tagen", und jedes Mal fand so etwas wie eine "Vertiefung der
Erkenntnis" statt. Aber was sich dabei als "Vertiefung" anfühlt, kann ich gar nicht erklären.

Die Traurigkeitsanfälle wurden dann immer seltener, und eigentlich fällt es mir jetzt
gerade wieder auf, da am Samstag nochmal so eine Traurigkeit eintrat. Und dann lege
ich mich einfach hin, und fühle mich so richtig in sie hinein. So richtig traurig
sein. Und wieder kam wie eine Art Vertiefung, die nun seit zwei Tagen besteht, und die
ich mit keinem Wort erklären könnte. Ich hab ja ganz normal gearbeitet, diskutiert -
es fällt da nach außen nichts auf - aber irgendwie ist dann so etwas wie "noch mehr
Klarheit"... finde ich ein interessantes Thema, das man mal diskutieren könnte.

:tobroll:
Lieber Tobi,

ich bleibe einfach mal bei Deinem Ausgangsposting ohne weiter gelesen zu haben, weil es mich gerade sehr berührt. Ich denke, bei mir war es das Gegenstück dazu. Als es geschah, war es, als ob sich 'in mir' der Blickwinkel nur für eine kleine Gradzahl 'erweiterte' und schon war da nichts außer dieser unendlichen Weite und Glückseligkeit, die, wie Du selbst ja weißt, unerklärlich mit Worten zu beschreiben ist. Für ein bis zwei Stunden war ich alles und eins mit allem ... und ich verstand im Herzen, dass es und ich auch gleichzeitig 'nichts' ist. Niemand da, der etwas denkt, fühlt, tut, etc. Gedanken werden gedacht, Taten getan, Gefühle gefühlt, etc. Und doch auch gleichzeitig das Wissen darum, dass da alles ist und gleichzeitig auch 'etwas' genau so lebt und 'gestaltet' wie es sein soll. Auch da wurde mir mit einem einzigen Augenblick klar, dass das, was ICH als Sandra erlebe im Vergleich zu anderen Rollen und Leben nichts Besonderes ist, aber für das GANZE einfach total 'wichtig', DASS es gelebt wird. Und so war in mir ein sehr hohes Maß an Glückse(e)ligkeit, die noch eine Woche danach anhielt, mich zu Freudentränen brachte und ich immer wieder überrascht feststellte, dass es 'nicht' weg geht, wie bei den anderen 'Satoris' und da wusste ich, dass es dieses Mal die 'wahre' Erkenntnis war, wonach alle Sucher suchten und worüber die Meister schrieben. Ich war wieder total überrascht, wie 'EINfach' es war. Und bis heute weiß ich nicht genau, was wirklich dazu geführt hat. Denn ich glaube auch schon, dass bestimmte körperliche und geistige Vorbereitungen (wie auch immer geartet) mich haben diese Erkenntnis schauen lassen.

Das, was Du als Traurigkeit und Tiefe beschreibst, würde ich als Glückseligkeit und Weite beschreiben und so zeigt sich mal wieder, dass ein jeder seinen ganz individuellen Weg geht, obwohl es ja immer der EINE Weg ist. Diese Vielfalt und Kreativität in den einzelnen Wegen und Rollen machen das Leben einfach wunderschön - die Depression blieb aus. Aber ich kann sehr gut diese Traurigkeit nachvollziehen.

Und immer wieder dankbar für dieses Geschenk, diese Gnade :bow:

sys

Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von sys »

Hallo..der Thread läßt sich vielleicht zum Leben erwecken...ohne Trauer:))))

nun, ohne Selbstdarstellung zu betreiben, geschah bei mir so irgendwie dasselbe. Diese vielen Taschentücher...oje, ich hatte das Problem oder die Freude der Auflösung oft beim Autofahren, und so tränennasse Augen sahen nicht immer alles im verschwommenen Umfeld...aber GOTT sei DANK ist nie was passiert, auch wenn einige Fahrten (besonders morgendlich in den Dienst) einem Blindflug glichen. Es gibt auch Musik..sog. Tränendrücker die das (diesen Prozess) immer wieder verstärken oder fordern.

Auflösen inform dieser Schübe an Tränen kann ich heute mit einem Computer vergleichen. Es ist m.E. analog dazu wie das Herunterfahren, welches diese Schuldgefühle gepaart mit Trauer auslöst, aber nach dieser Phase, wird das gesamte System ..mit einem NEUEN PROGRAMM wieder hochgefahren. Die Installation war erfolgreich. Vieles an Lebensfreude findet wieder zurück. Erkenntnis kommt zeitversetzt später dazu. :thumbup:

LG sys

Tobias

Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von Tobias »

sys hat geschrieben:Hallo..der Thread läßt sich vielleicht zum Leben erwecken...ohne Trauer:))))

nun, ohne Selbstdarstellung zu betreiben, geschah bei mir so irgendwie dasselbe. Diese vielen Taschentücher...oje, ich hatte das Problem oder die Freude der Auflösung oft beim Autofahren, und so tränennasse Augen sahen nicht immer alles im verschwommenen Umfeld...aber GOTT sei DANK ist nie was passiert, auch wenn einige Fahrten (besonders morgendlich in den Dienst) einem Blindflug glichen. Es gibt auch Musik..sog. Tränendrücker die das (diesen Prozess) immer wieder verstärken oder fordern.

Auflösen inform dieser Schübe an Tränen kann ich heute mit einem Computer vergleichen. Es ist m.E. analog dazu wie das Herunterfahren, welches diese Schuldgefühle gepaart mit Trauer auslöst, aber nach dieser Phase, wird das gesamte System ..mit einem NEUEN PROGRAMM wieder hochgefahren. Die Installation war erfolgreich. Vieles an Lebensfreude findet wieder zurück. Erkenntnis kommt zeitversetzt später dazu. :thumbup:

LG sys
Ja sys. :icon_wink_small:

Irgendwie sitzt in einem wohl ein fast schon genetischer "Schuldkomplex", der sich dann wieder sozial
artikuliert. Das ist wohl ein Teil des "christlichen" oder allgemein "religiösen" Erbes. Und dieser löst sich
nach und nach (oder vielleicht bei einigen auch schlagartig auf - denke aber eher nicht, da ja auch
eine Verabeitung durch die Persönlichkeit stattfinden muss) und man darf dann so sein, wie man ist,
weniger sozial, als einfach "vor sich selbst" (-> wichtig, der soziale Part: weniger wichtig.)

Ach, man könnte das Thema sicher noch schön ausleuchten, aber ich bin ja mal wieder bei der Arbeit
im Atomkraftwerk. :tobroll:

Irgendwann geniesst man diese Trauer dann auch. Komisch, aber sie wird dann eine Art "Genuss", da
sie eigentlich ein Zurückziehen in sich selbst ist ... und einem auch das ermöglicht, was man vorher
nicht konnte, oder nicht so gut: mit sich alleine zu sein - warum? Weil man mit sich selbst in Frieden
kommt - und dieser Friede im Alleinsein ist "unbedürftig", was das Soziale anbelangt.

Aber auch da gibt es meiner Erfahrung nach (als nun 4,5 Jahre "Erwachter") immer weitere Vertiefung.
Eigentlich ist es ein in Freiden sein (in meinen Augen) mit der "Leere" - es muss nichts sein, bzw. auf
das Leben bezogen: Es muss nichts anders sein. Kann natürlich, in vielen Punkten sicher auch
wünschenswert, muss aber nicht. Dieses zwanghafte "muss" löst sich auf.

Einen lieben Gruss, muss wieder "Brennstäbe polieren" ... :icon_mrgreen_small: :icon_wink_small:

sys

Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von sys »

Hallo Tobias,

ich sehe schon, Du hast da einiges erlebt. Diese Schübe und diese Schuldgefühle sind völlig unkontrollierbar, und so wie Du es treffend formulierst, sind sie u.a. das Erbe der Religion des Christentums. Wir haben das innig programmiert bekommen (Katholoiken u. Protestanten), dass Jesus unserer Sünden wegen geopfert (abgeschlachtet) werden musste, dass wir Ihm deshalb verbunden und dankbar sein müssen, und im eigentlichen dieses Ideal, welches er verkörperte nie erreichen können.

Ich dachte mir zu dieser Zeit der Schübe, ach gäbe es auch für mich die Möglichkeit eines Märtyrertodes, dann hätte ich es ein für allemal durch eine Aktion erledigt, und hinter mir. Was für ein Trugschluss, und was für irre Prägungen der Religionsunterricht hervorbrachte.

Heute sehe ich klar, dass die Schuldgefühle den gesamten geistigen Mechanismus blockierten, wir wurden zu funktionierenden frommen Lämmern erzogen oder gedrillt oder abgerichtet, und im Normalfall wird diese Programmierung ein Leben lang nicht angetastet.

LG sys

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Hanna
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Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von Hanna »

Nun bin ich da.....mit meine Traurigkeit......in mir braut sich was zusammen , aber wenn raus kommt muss ich wieder ein Teich bundeln. Momentan habe ich Leid von ganzem Planet auf mich geladen, diese Schmerz ist erdrückend und fühllt sich wie ein Luft ohne Sauerstoff an. Meine Glider sind schwer und meine Brust schmerzt ich bin sooo traurig das ich nicht weinen kann, ich bin nicht depresiv, habe kleren Kopf, aber sehe momentan, eher fühle die andere Seite vom Glück und Gut und das ist erschreckend. Ich gehe mit diesem Thema lieber in geschutzten Raum.

Alles liebe
Hanna

mouna
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Re: "Traurigkeit" und "Vertiefung der Erkenntnis"

Beitrag von mouna »

@ Hanna :knuddel: <3

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