Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

"Yoga ist Vereinigung mit Gott". Indische Traditionen der Erleuchtung, Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Jnana, Advaita Vedanta (traditionell), verschiedene Stufen des Samadhi u.v.a.m.
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Saradevi
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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Saradevi »

Bewusstsein hat geschrieben:Hallo Saradevi... <3

Du sagst wir sind nicht der Körper, wie ist das mit dem Geist dann zu verstehen, was wir ja auch nicht sind, oder?!?

Die Frage nach der Natur des Geistes ist ja ein zentrales Thema der Metaphysik.


Nun ja, es ist nicht einfach so unterscheidbar. Auch Ramana, Papaji & Co. sagen, dass wir nicht der Körper sind...aber das heißt nicht, dass der Körper nicht wichtig ist. Er gehört einfach dazu. Und es heißt für mich auch nicht, dass der Körper/Geist/Seele getrennt sind. Es ist ja von 'mir' gemacht...und gewollt. So wie ich jetzt bin, bin ich perfekt. Mit allen Ecken und Kanten und nur so kann ich mich so weiterentwickeln, wie 'ich' das möchte und brauch. Der Gedanke, etwas erreichen zu müssen, z.B. im Yoga Yoga zu machen um zu erleuchten, ist in mir vollkommen erloschen. Ich mache nicht mehr Yoga, weil ich erleuchten will oder irgendwas erreichen möchte, sondern ich yogiere, weil ich yogieren möchte. Weil es mir Freude bereitet und im Moment für mich genau das ist, was mich 'weiter' ent-wickelt. Und da bin ich natürlich auch, weil ich nicht nur feinstofflich bin, sondern auch grobstofflich, 'Gesetzen' dieser grobstofflichen Welt ausgesetzt. Ich mein, ich habe mich, diese Rolle, die ich bin, ausgedacht mit meinem Geist und meine, eine Seele stecke mit dabei und spiele dieses Spiel jetzt. Aber ich weiß auch, dass das eben eine Illusion ist. Ein Spiel, was sich Spiel. Immer und immer wieder. Wir alle werden in jedem Moment wiedergeboren und sterben jede Sekunde...ob nun grobstofflich oder feinstofflich oder gar nicht stofflich ;-)

Ein unendliches Spiel und das, was mich immer so leidvoll machte, war die Annahme, dass es ein Ende und Anfang gibt. Nur das, hat mich 'leiden' lassen. An dem Tag, als dies in mir verbrannte, konnte ich alles annehmen. Leid, Glück, Tod und Leben. Und das heißt nicht, dass ich nicht mehr weine oder Kummer habe. Eher intensiver als sonst - viel offener und somit mehr Annahmefläche. Dies alles so für mich zu erkennen, wie es ist, schafft mir kein Leid mehr. Ich möchte dem wirklich begegnen. Keine Ausweichmechanismen mehr. Auch zum 'Leid' einiger Menschen, die dann in meiner Nähe sind, die mich dann erleben, aber das ist ok so...kein Drang mehr, irgendetwas zu beseitigen. Ich bin wirklich soweit, dass ich bereit bin, MIR zu begegnen...mit allem und nichts :icon_wink_small: :icon_biggrin:

<3 :bow: <3

tiger

Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von tiger »

Bewusstsein hat geschrieben:
Hallo Tigerin, Du bist eine hoffnungslose Schwärmerin...mit Dir würde ich keine Geschäfte machen wollen... :irre:


Wieso Schwärmerin? versteh ich nicht wie du das meinst. :question:
Und was hat das mit "Geschäfte " machen zu tun :question:

Magst mal erklären?

:biggrin: Die Tigerin

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Saradevi
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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Saradevi »

Dann aber bitte in einem anderen Thread oder per PN :-)

Juergen

Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Juergen »

Saradevi hat geschrieben:
z.B. im Yoga Yoga zu machen um zu erleuchten, ist in mir vollkommen erloschen. Ich mache nicht mehr Yoga, weil ich erleuchten will oder irgendwas erreichen möchte, sondern ich yogiere, weil ich yogieren möchte. Weil es mir Freude bereitet ....

.....Aber ich weiß auch, dass das eben eine Illusion ist. Ein Spiel, was sich Spiel. Immer und immer wieder. Wir alle werden in jedem Moment wiedergeboren und sterben jede Sekunde...ob nun grobstofflich oder feinstofflich oder gar nicht stofflich ;-)

Ein unendliches Spiel und das, was mich immer so leidvoll machte, war die Annahme, dass es ein Ende und Anfang gibt.



Gute Erkentnisse Saradevi, eigentlich spielt sich das Leben eben von selbst.

Deine Leidenschaft fuer Yoga kann ich gut verstehen.
Ich meditiere jetzt wieder häufiger und es macht eben ohne Erwartungshaltung wesentlich mehr Spaß.

ich wuerde es so sagen, man solte keine meditation oder Yoga praktizieren um zu Erwachen.
tatsaechlich sollte man zu Anfangs so frei sein, das man sein Erwachen erkennt.
Ist dieser "Geschäftspart" abgeschlossen und damit auch das Verlangen "weiteres" zu erreichen
kann man jede spirituelle Praxis mit mehr Feingefuehl und Hingabe und ohne Erwartungshaltung genießen.

Zwar wird es traditionell anders herrum praktiziert oder gelehr und darum leider die vielen
Entäuschten Meditierer und Yogaübenden die dann die Übungen fallen lassen.

Es macht aber nur so Sinn und Freude, erst "Erwachen" wobei niemand da ist der erwacht und dann
die Übungen genießen wenn man mag und sich Ueberraschen lassen.
Denn die Spiritualität oder die Überraschungen koennen erst in Freiheit statt finden oder erfahren werden
also nach dem Erwachen.

Insofern meinte selbst Buddha oder grade er, hinterfrage erst (und finde die Loesung und sei Meister) dann folge dem
Weg (oder Meister) und praktiziere Sadhana (Yoga / Meditation)


Erwachen ist Grundvorraussetzung fuer Spiritualitaet (und das verheimlichen viele Yogis leider)

:bow:

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Saradevi
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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Saradevi »

Da sagt das <3 ja...weitere Kommentare meinerseits erübrigen sich :icon_biggrin:

Norbert

Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Norbert »

Ich habe mir als Moderator mal das Recht rausgenommen und einen neuen Thread im Advaita-Forum gestartet:

Karma und Selbstrealisierung
viewtopic.php?f=6&t=934

Ich melde mich bei Gelegenheit dann dort zu Wort. Jetzt gerade habe ich keine Lust. *g*

Petra
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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Petra »

Edgar hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Ziemlich starke Körper/Kopf -Identifikation


Möchte dran erinnern, daß das hier ein Themen-Unterforum ist, zu "klassischem Hinduismus". Sara ist Yogalehrerin, und berichtet aus dieser Sicht.

Thats it. Da gibts nix zu "therapieren" oder postende Persönlichkeiten zu "analysieren", nur weil jemand in einem Themenforum ein Thema erstellt zum Thema des Themenforums... ;-)

Ersuche dies zu respektieren.
Danke und weiterhin frohe Weihnachten.

:bow:


Hallo Edgar!

Zu erkennen, dass wir schon längst erleuchtet sind und es nichts gibt, was wir tun müssen, um zu erleuchten - das entspannt ungemein und wir können uns komplett auf das Leben einlassen


Diese Behauptung von Saradevi ist mir nicht als "klassischer Hinduismus" vorgekommen und darum habe ich geglaubt, dass ich dazu etwas schreiben darf. Außerdem fühle ich mich - leider immer noch - angesprochen, wenn die Form "wir" benutzt wird.
Wenn "wir" alle erleuchtet wären, gäbe es überhaupt keinen Grund, sich mit diesem Begriff/Thema zu beschäftigen, glaube ich.
Aus meiner Sicht ist Erleuchtung, wenn "wir" erkennen oder beginnen zu erkennen, wer "wir" sind. Natürlich sind "wir" immer das, was "wir" sind, aber "wir" glauben meistens, dass "wir" nur Personen (Menschen) sind, die geboren wurden und sterben werden.
So gesehen sind "wir" nicht schon längst erleuchtet. :tobroll:

Aber wenn das ein Gedankengut des Hinduismus ist, dass wir schon längst erleuchtet sind, dann bitte ich um entschuldigen, dass ich hier reingeplatzt bin. Ich habe auch nicht gewusst, dass es wie ein "Monolog" behandelt sein soll und nicht frei zur Diskussion steht.

Was die Kopf-Identifikation betrifft
Es bedeutet, für mich, dass 'alles' möglich ist und der Körper, obwohl er diesen Gesetzen ausgeliefert und das ja auch seine Aufgabe ist, nicht 'ich' bin - eine Illusion...die in unseren Köpfen real und dann auch wieder zur Illusion wird.

Wenn wir glauben, dass es sich in unseren Köpfen abspielt, dann handelt es sich aus meiner Sicht um eine Kopf-Identifikation. Aber möglicherweise hat das Saradevi anders gemeint.


LG und frohe Weihnachten
Petra

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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Petra »

Saradevi hat geschrieben:und mag da eigentlich gar nicht großartig drüber diskutieren. Wollte nur meine eigene Wahrnehmung, bzw. Gedanken hier parken


Dann tut es mir Leid, Saradevi, dass ich dazu etwas geschrieben habe.

LG
Petra

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Saradevi
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Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Saradevi »

...


Juergen

Re: Die Lehre des Karmas und Reinkarnation

Beitrag von Juergen »

Reincarnation ist ein spannendes Thema,im Hinduistischen Denken ist es die
einzelne Seele (Funken) die nach dem Ableben des einen Körpers in einen neuen
wechselt.
Aber ist Reinkarnation so was wie ein Mechanismus in einer Spurrichtung,
oder können sich Inkarnationen aufsplitten oder gar zeitlich gesehen
rückwärts ergeben. Timeshifting?

Das Bewusstsein ist ein Ganzes, es gibt keine Zeit, die Zeitlinie wie "wir"
sie wahrnehmen ist eine Möglichkeit der Wahrnehmung. Eine Wahrnehmung
"einzelner Dinge" in Reihenfolge. Als weitere Möglichkeit gibt es die Wahrnehmung
ohne Reihenfolge, denn die Reihernfolgenwahrnehmung wird nur durch die Struktur
unserer Erinnerung erst ermöglicht, ohne Erinnerung keine Reihenfolge, ohne
aufsplittende Wahrnehmung, keine einzelnen Details ohne Details keine Abläufe der
Dinge.

Zeitwahrnehmung so wie wir sie kennen, basiert ausschließlich auf der Anwendung
des Gedächnisses und seine Spezialisierung zu sortieren oder aus zu sortieren.

Im Prinzip sind alle Daten aller Zeit möglicherweise immer anwählbar.
Das Bewusstsein hat die Fähigkeit sich in Dinge rein zubegeben, es ist seine
eigene Zeitmaschine und es kann sich eventuell nicht nur Zeiten aussuchen,
sondern auch Perspektiven, also Personen dessen Wahrnehmung zu erleben es
sich "erwünscht"

Ähnlich eines Satellitenempfängers der zwar 2000 Programme zur wählbaren Verfügung
, aber nur ein Programm davon wird dann tatsächlich auf dem Bildschirm sichtbar gemacht.

Es ist nicht so das Du Frank bist oder Henry, diese Personen sind wie Schauplätze, deren
Daten immer aufrufbar sind, aber das Bewusstsein entscheidet sich welche Personen oder
Geschehnisse es aus welcher Perspektive erleben möchte.
In dem Fall bestimmte Personen Objektiv wahrgenommen werden und eine andere Personalität
scheinbar subjektiv.

Wobei keine Person wirklich real subjektiv Wahrneommen wird. Alles über das wir nachdenken ist
Objekt. denken wir über uns nach ,sind wir das Objekt.
Tatsächlich gibt es weder Objekte noch Subjekte, sondern nur unpersönliches Bewusstsein.
Die Perso(en) sind eine Diashow ,Events Bilderreihenfolgen, doch das Licht das eine Projektion ermöglicht
ist immer neutrales Licht.
Bewusstsein ist aber kein Licht das einer äusseren Quelle entstammt, noch ein Licht das auf eine
Leinwandgeworfen wird und eine Strecke damit zurück legt.

Was Seele ist, was Zeit ist, was Gott oder Bewusstsein ist bleibt unaussprechlich, ein offenes aber unbeschreibliches
Geheimniss .

Reinkarnation unterliegt auch keiner Reihenfolge, den wie gesagt schaft erst der gedächnisapparat die
Zeitliche Reihenfolge. Im gewissen Sinne gibt es nur eine "Person" eben Gott oder unpersönliches Bewusstsein
und es entscheidet, welche Personalitäten objektiviert oder aufgerufen werden.

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