Samadhi - verschiedene Stufen

"Yoga ist Vereinigung mit Gott". Indische Traditionen der Erleuchtung, Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Jnana, Advaita Vedanta (traditionell), verschiedene Stufen des Samadhi u.v.a.m.
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Saradevi
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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Saradevi »

Norbert hat geschrieben:Bei mir wecheln all diese Zustände mehrmals am Tag. Die geben sich sozusagen die Klinke in die Hand. *g*


Puh...dann bin ich ja beruhigt, dann ist ja alles im grünen Bereich :icon_mrgreen_small:

Nora

Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Nora »

Weather Report hat geschrieben: Ramana Maharishi in Höllen mit diesen gottes Blick?

:supercool:

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Michael
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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Michael »

Kürzlich war ich in einem anderem Zusammenhang gerade auf eine Website geraten, auf der dessen Besitzer seine eigenen Samadhi-Erfahrungen schildert. Darin schreibt er ebenfalls von drei verschiedenen "Stufen" (und deren Unterschieden), die erlebt haben will: Bhava Samadhi, Savikalpa Samadhi und Nirvikalpa Samadhi.

Link: http://jnanayoga.org/Samadhi.htm

Da es sich aber um einen längeren englischsprachigen Text handelt, versuche ich einfach mal in eigenen Worten kurz zusammen zu fassen, was er dazu meint ... dann muss nicht jeder, den das Thema nur beiläufig interessiert, diesen langen Text lesen.

Also zunächst weist er auf irgendeine klassische Sanskrit-Formulierung zum Samadhi-Zustand hin (kenne mich selbst damit leider nicht aus), in der er als Sat Chit Ananda beschrieben wird, oder sinngemäß Sein, Bewusstheit und Glückseligkeit. Die Glückseligkeit erklärt er als einen Zustand, in dem man vollkommen von Freude erfüllt ist. Bewusstheit bezieht sich für ihn auf das bewusste Sein oder Achtsam- oder Aufmerksamkeit. Also nicht dass man eine Erfahrung macht, sondern dass man sich auch bewusst ist, diese zu machen. Ein Zustand reiner Bewusstheit, in dem es nichts anderes als diese Bewusstheit gibt. Und das Sein beschreibt er nach den Upanishaden als die Identität zwischen Brahman und Atman Brahman, was ein absoluter Zustand des Seins sein soll (damit ist wahrscheinlich das gemeint, was unter Christen auch als "Unio Mystica" bekannt ist, die Einswerdung).

Im Zustand von Bhava Samadhi, so erzählt der Schreiber, hat er die diese Glückseligkeit erlebt, jedoch ohne Bewusstheit oder Sein. Er war sich aber immer noch seiner Selbst und seiner Umgebung bewusst. Diese Glückseligkeit sei so anziehend, dass jeder, der sie einmal erlebt hat, immer versuchen wird, sie wieder zu erleben.

Im Zustand von Savikalpa Samadhi, erlebte er sowohl die Glückseligkeit als auch die oben beschriebene Bewusstheit. Man soll dann völlig in Samadhi eingetaucht sein und man ist sich nicht der äusseren Umgebung bewusst. Trotzdem ist man sich noch bewusst, dass da jemand ist, der eine Erfahrung macht. Der Sinn für die persönliche Identität soll noch immer vorhanden sein.

Im Zustand von Nirvikalpa Samadhi werden dann alle drei klassischen Formulierungen erlebt: Sein, Bewusstheit und Glückseligkeit. Man erkennt das Einssein von Brahman und Atman. Es gibt keine Unterscheidung mehr. Das Bewusstsein hat den Sinn für das Relative verloren und geht im Absoluten auf.

Natürlich erzählt der Autor noch viel mehr darüber, wie es bei ihm dazu kam, was er dabei fühlte und welche Auswirkungen es noch hatte, aber so ganz kurz und knapp kann man das wohl als "kleine Inhaltsangabe" stehenlassen.


Viele Grüsse
Michael

Norbert

Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Norbert »

Michael hat geschrieben:Die Glückseligkeit erklärt er als einen Zustand, in dem man vollkommen von Freude erfüllt ist.

Wenn dir das mal passieren sollte, dann schau mal, ob du da wirklich jemanden findest, der diese Glückseligkeit erfährt. Nutze diese Gelegenheit. Vielleicht geschieht es ja dann, dass sich der Erfahrende in dieser Glückseligkeitserfahrung verliert - wenn er Glück hat. *g*

Was gibt es dann noch zu suchen, wenn du erkennst, dass alles was du finden könntest, das ist, was du bist?

Tat Tvam Asi

Lässt sich doch prima leben mit oder?

Ein Zustand reiner Bewusstheit, in dem es nichts anderes als diese Bewusstheit gibt.

Kein "Zustand", sondern immer das, was ist.

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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Saradevi »

Folgender Link zum Thema Savikalpa Samadhi ist mir gerade über den Weg gegoogelt, den ich sehr 'praktisch' und passend erklärt finde:

Wie lange kann eine verwirklichte Seele im Savikalpa Samadhi verbleiben?

Sri Chinmoy:
Man braucht keine verwirklichte Seele zu sein, um in das Savikalpa Samadhi einzutreten. Wenn jemand ein großer Sucher ist und wenn er schon viele Jahre meditiert hat, dann kann er in das Savikalpa Samadhi eintreten. Es ist nicht so schwer. Savikalpa Samadhi kann für einige Stunden andauern. Sri Ramakrishna pflegte Sucher zu berühren und ihnen eine Art Trance und Samadhi zu vermitteln, das dann für ein paar Stunden anhielt. Im Savikalpa Samadhi bleibt man nicht länger als ein oder zwei Tage, weil es nicht notwendig und auch nicht ratsam ist. Nur das Nirvikalpa Samadhi hält sieben, acht, neun, zehn Tage an, weil Nirvikalpa Samadhi für unser inneres Leben wichtiger ist.
Für einen spirituell verwirklichten Menschen gibt es keine bestimmte Grenze für sein Savikalpa Samadhi. Er kann nach seinem Willen kommen und gehen. In jedem Moment kann er eintreten und einige Stunden oder Tage darin verbleiben. Sicherlich ist es für einen Sucher nicht leicht, das zu tun, aber für einen Yogi ist es nicht besonders schwierig. Wenn jemand eine verwirklichte Seele ist, wenn jemand ein echter Yogi, ein spiritueller Meister oder Avatar ist, dann ist für ihn Savikalpa Samadhi wie mit Spielzeug zu spielen. Für ihn ist es sehr leicht, aber für einen gewöhnlichen Sucher ist es sicherlich schwierig.


Quelle: http://www.weisheitsrichinmoys.com/samadhi/lange-verwirklichte-seele-savikalpa-samadhi-verbleiben

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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Saradevi »

Oh, wie herrlich, hier geht es noch weiter http://www.weisheitsrichinmoys.com/themen/samadhi#321

:love:

fckw

Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von fckw »

Sehr gutes Buch zum Thema Samadhi in der Therevada- (Vipassana-)Tradition:

The Experience of Samadhi: An In-depth Exploration of Buddhist Meditation
Richard Shankman.

Beschrieben werden die acht Jhanas (plus Nirodha Samapatti), Techniken zur Übung von Samadhi, Abgrenzung von Vipassana-Meditation usw. Ein beträchtlicher Teil des Buches besteht aus - teilweise unterschiedlichen - Ansichten von bekannten Meditationslehrern zu dem Thema.

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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Saradevi »

Cool, danke für den Buchtip :flower:

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Re: Samadhi - verschiedene Stufen

Beitrag von Saradevi »


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