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Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Cafe der anderen Art... - zwanglose Begegnung von Mensch zu Mensch, Smalltalk mit und ohne Tiefsinn.

Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Tobias » Fr 12. Jul 2013, 22:29

Ja Edgar, das sehe ich auch so ... fast tupfengleich.

Wir sind zwar als Menschheit auf dem Weg zum eigentlichen Ideal des Anarchismus, aber dazu braucht es
eben noch einiges an Entwicklung.

Der eigentliche anarchistische Staat, im Sinne des Ideals von Freiheit, setzt "globales Erwachen" voraus -
und ein aus ihm hervorgehendes Menschenbild.

Viele Stifter von Religionen, siehe auch Jesus, haben daher ja "das gute Werk" gepredigt. Aber die meisten haben
wohl dabei vergessen, was für sie selbst die Bedingung war, das Soziale so anders zu sehen als viele ihrer
Zeitgenossen. Sie waren in gewisser Weise "erwacht".

Auf dem Weg zur idealen anarchistischen Gesellschaft wäre der erste Schritt, so denke ich, "Globales Erwachen",
da auch mein Ideal die anarchistische Gesellschaft ist. Aber Anarchismus braucht eine personifizierte Ethik,
nicht aufgezwungenes, etwas aus eigener Einsicht erwachsenes ...

ich denke, dass vor dem Anarchismus (als politisches Ideal) erst das "globale Erwachen" kommen muss - nur so
kann sich das Soziale grundlegend verändern.

Die beste Politik, so meiner Ansicht nach, die man tun kann, ist beim "Erwachen" zu helfen.

"Politische Arbeit" hat dabei weniger "Ideologie" zum Inhalt, die wird sich eh in allen Aspekten überholen. Sie
muss beim Erwachen ansetzen - effektiver geht es eigentlich nicht.

Spiritualität war schon immer auch Politik, so sehr das heute ein Nebenthema zu sein scheint.
Und die politische Botschaft ist das "Erwachen" - Buddha war ja zutiefst "Politiker", übte einen sehr
tiefen sozialen Einfluss auf die Menschheit aus ...

weiter ...

der Anarchismus
Tobias
 

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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Tobias » Fr 12. Jul 2013, 22:35

Also "Erwachen" ist für mich sozial "hochgradig politisch" - und will man sich politisch engagieren meiner
Ansicht nach das effektivste.

Man kann das, was man durch das "erwachen" auf der persönlichen Ebene lernt einfach nicht anerziehen.
Will man das soziale fördern, ist es sinnvoller die Einsicht zu fördern - denn es ist ja das Selbstbild des
Menschen, das das Sozial prägt - bzw. mit dem er in Wechselwirkung steht.

Schon die ganze technische Entwicklung, siehe Snowden, zeigt ja, dass das bisherige Selbstbild des Menschen
mit seiner Entwicklung kaum mehr mithalten kann. Die technische Entwicklung wird eine Veränderung
dieses Selbstbildes erzwingen - und man sieht ja auch schon, wie es in Bewegung gerät, global.
Tobias
 

Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Edgar » Fr 12. Jul 2013, 22:51

Tobias hat geschrieben:"Politische Arbeit" hat dabei weniger "Ideologie" zum Inhalt, die wird sich eh in allen Aspekten überholen. Sie
muss beim Erwachen ansetzen - effektiver geht es eigentlich nicht.


Sie ich ähnlich... Erwachen ist letztlich zutiefst politisch. Man kann Spiritualität und Politik da letztlich gar nicht trennen. Spiritualität führt zu Erkenntnissen und zu Ethik, die dann die Politik wiederum umsetzen muss. Für nichts anders hat sie da zu sein (in diesem Sinne: "für den Menschen").

Und letztlich ist ein solches Erwachen auch "die wirkliche Revolution" (und Evolution). Weil es einfach einen riesigen Schritt weitergeht, als einfach nur das bestehende zu "verändern". Es transformiert das grundlegende Übel: Die Trennung, den Trennungsgedanken.
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Tobias » Fr 12. Jul 2013, 22:53

Ja, sehe ich auch so. :icon_wink_small: :tobroll:
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Re: Wir zählen das Jahr 12 (?) des Euro

Beitragvon Edgar » Fr 12. Jul 2013, 22:57

wollte oben noch zufügen: Und der Weg dorthin führt gleichzeitig auch über eine Verknüpfung von "Erwachen" und "Wissenschaft". Erwachen muss also gesellschaftliches Kulturgut werden. Der nächste Schritt der Menschheit. Wenn das (irgendwann) geschieht, könnte das ein Sprung sein wie zur neolithischen Revolution. Also regelrecht ein "kultureller Artensprung".


Apropos:

Re: Wir zählen das Jahr 10 12 des Euro
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Tobias » Fr 12. Jul 2013, 23:17

Edgar hat geschrieben:wollte oben noch zufügen: Und der Weg dorthin führt gleichzeitig auch über eine Verknüpfung von "Erwachen" und "Wissenschaft". Erwachen muss also gesellschaftliches Kulturgut werden. Der nächste Schritt der Menschheit. Wenn das (irgendwann) geschieht, könnte das ein Sprung sein wie zur neolithischen Revolution. Also regelrecht ein "kultureller Artensprung".


Ja, es ist ein echter "kultureller Artensprung", der da absehbar kommen wird. Ich persönlich sehe ihn kommen,
da die Naturwissenschaft sich so rasant entwickelt. Ein solcher "Sprung" manifestiert sich ja auch "materiell",
und da sich nun so viele Dinge materialisieren, spricht das - in meinen Augen - dafür, dass es recht bald
geschehen wird - wobei, was sind 100 Jahre im evolutionären Massstab? - fast nichts.

Gleichzeitig ist es für die irdische Evolution völliges Neuland, das sie betritt, wie in der Persönlichkeitsentwicklung
auch, hin zum Individuum - und nun zum Trans-Idividuum.

Realität erschafft sich ja in gewisser Weise selbst. Und erstaunlicherweise kann sie sich dabei immer wieder selbst in ungeahnter
Weise übersteigern. In meinen Augen erleben wir Realitäts-Konstruktion, und unser Verständnis von Realität wird
sich wohl immer mehr dahingehend ändern, dass Realität - was Schöpfung anbelangt, nichts "festes" ist.

Wir begegnen dem Thema ja schon Ansatzweise in der "virtuellen Realität" zum Beispiel der Computerspiele.
Sie übersteigen immer wieder sich selbst.

Eine "erwachte Menschheit" wird wohl weit intensiver an der "realitiy-construction" teilhaben als jetzt.

Buddha hat ja diesen Menschen in seinen "Gottwelten" thematisiert, wobei er ihn natürlich in seinem
kulturellen Kontext beschreibt. Er hatte paranormale Fähigkeiten - aber das hat heute jeder, der
eine Handy hat - er beherrscht die "Telepathie". :w00t: :icon_cheesygrin:
Tobias
 

Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Ex-Gee » Sa 13. Jul 2013, 16:26

Samon hat geschrieben:Ich hab da viele Jahre hin- und dahinter geschaut. Nun nicht mehr. Es ist eben so und schafft sicher auch die Gegenbewegung und das notwendige Bewußtsein.
Ich bin für meinen Teil fertig damit.
Hab aber auch kein Problem mit Tat twam asi... warum auch.

Meine Aufmerksamkeit widme ich schon seit einiger Zeit Dingen, die auch da sind und sich besser anfühlen.



Hi Samon :001_smile:


Die nächste R(E)volution wird nicht im Außen, sondern im Innersten entstehen, bzw. läuft das Ganze ja - permanent. ;-)

Mich auch in den vermeintlichen "Übeltätern" zu erkennen, als ein Teil von mir selber - denn es gibt ja nichts außer mir - ist wohl der Casus knackus. ;-) Dafür musste ich aber erst mal checken, was hier gespielt wird. Hab's mir genau wie du nun auch einige Jahre angeguckt und zum Glück irgendwann auch mal verstanden.

Das neue systemlose System* steckt schon in den Kinderschuhen, nähert sich auf leisen Sohlen und ich selber füttere es mit meiner Energie, in dem mir bewusst ist, dass ich meine Realität gestalte.

Lass' dich mal drücken ....


Gee

*von Ed geklaut ;-)
Ex-Gee
 

Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon bob » Sa 13. Jul 2013, 16:44

Ex-Gee hat geschrieben:
bob hat geschrieben:naja, es heißt halt, so hat es die geschichte uns gelehrt, dass nur aus der anarchie freiheit wächst.
und ein freund von mir meint, ein system müsse sich alle 60-70 jahre mal resetten, damit es wieder funktioniert.



Ja, dann muss mal wieder ein Krieg "installiert" werden, um die Wirtschaft "hochzufahren" ... meint er das, mit "alle 60-70 Jahre resetten"?

Denn wenn's um das System an sich geht, wären wir da längst überfällig ... ;-)


Bild

naja....

es ist halt so, du kennst doch sicherlich die funktion einer zentralbank, die das geld 'verleiht'.
dieses system verursacht immer mehr schulden, einfach weil man geld als zahlungsmittel verwendet

und dieses ist so eine sache in einem system, welches sich nicht ewig halten kann rein mathematisch.
deshalb ist dieses system dazu verdammt, zu scheitern und neu gestartet zu werden

ich meine auch, dass das die geschichte immer wieder gezeigt hat, dass die systeme alle neu gestartet werden mussten.
sei es jetzt wie in deutschland durch krieg oder durch eine wahnsinns depression, wodurch das system in die knie gezwungen wird
aber das muss passieren.
das ist ja der punkt.

wirkliche freiheit ist ja etwas bleibendes. nichts vorrübergehendes.
ein vorrübergehendes system kann dies nicht garantieren.
du bewegst dich mit einem system immer in einer relativen freiheit.
ergo: nur durch anarchie, also die abwesenheit eines relative freiheit verursachendes system, kann völlige freiheit entstehen.
bob
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon bob » Sa 13. Jul 2013, 19:43

anarchie ist ja ganz klar: kein staat.

schon seit urzeiten kommt dann das argument, dass fehlgeleitete jungs dann den despotismus wieder einführen, also das recht des stärkeren.
ich traue den menschen allerdings eine soziale struktur ohne staat zu. unsere gehirne sind bereits ein soziales nervensystem, und was die von dir propagierte vorraussetzung angeht, es müssen erst viele menschen die einheit erfahren, kann ich nur sagen: diese erfahrung steckt bereits in allen menschen drinnen. 9 monate im bauch der mutter waren sie mit ihr verbunden.
sowieso, ist eine interessante sache: glaubst du wirklich, irgendjemand benötigt noch die sicht der einheit und hat sie nicht bereits?
also ich kenn das so, wenn mal der blick der einheit gerade da ist, ist ja keiner sonst mehr da außer mir, der diese erfahrung machen könnte.
und andererseits behaupte ich, dass gerade unser staat und seine vorzeitlichen einrichtungen der einzige hier ist, der uns nicht als einzigartig behandelt und damit eine generation von krüppeln nach der anderen heranzieht. aber ok, das kann ich wissenschaftlich nicht beweisen, ist nur mal so 1+1 zusammengezählt. und jetzt erkennt es der staat auch und arbeitet langwierig und hart an einer sache, die sich von selber einstellen würde, wenn wir den staat los wären ;)

und ich habe dich gefragt, wie du dich erlebst, weil du anderen menschen unterstellst, ihnen würde diese stille, die erleuchtung, die erfahrung der ewigkeit und der einheit fehlen.
naja... kann ja sein dass man als rumreißender guru viele solche leute sieht, aber wichtig ist doch einzig und allein einer selber, da beginnt ja jede revolution. und ich für meinen teil empfinde mich inzwischen bereit einen schritt weiter zu gehen und eine 'neue gesellschaftsform' zu gründen. es mangelt einfach nicht an weisheit. bei niemanden.

:thumbup:
bob
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Edgar » Sa 13. Jul 2013, 20:36

bob hat geschrieben:anarchie ist ja ganz klar: kein staat.

schon seit urzeiten kommt dann das argument, dass fehlgeleitete jungs dann den despotismus wieder einführen, also das recht des stärkeren.


Also wenns seit Urzeiten immer wieder kommt, das Argument, dann liegt das ja vielleicht daran, daß es einfach nicht entkräftet werden kann... - wobei mich schon deine Meinung dazu interessieren würde... (also warum du glaubst, daß dem nicht so wäre...).

Und wie gesagt... Anarchie war schon oft... - immer für paar Wochen... und danach war dann irgendeine Diktatur... - der Ruf nach Anarchie ist ja jetzt nicht unbedingt was sensationell neues. Das ist halt der Wunschtraum aller Outlaws seit ewigen Zeiten. Und auch aller Revoluzzer, die halt statt dem bestehenden System ihre eigenen Systemvorstellungen verwirklichen wollen. Siehe deinen Gründungswunsch nach einer "neuen Gesellschaftsform". Letztlich ist auch deine Form von Anarchie nichts anderes als ein "System" - du bist noch immer drin im System und würdest nur das eine durch das andere austauschen, natürlich mit dir als Gründer an der Spitze *g* - tolle Anarchie.

aber ok, das kann ich wissenschaftlich nicht beweisen, ist nur mal so 1+1 zusammengezählt. und jetzt erkennt es der staat auch und arbeitet langwierig und hart an einer sache, die sich von selber einstellen würde, wenn wir den staat los wären ;)


ich glaube du argumentierst hier bisschen zu naiv... "wenn wir den staat los wären"... - wir SIND der Staat. Was du los haben möchtest, ist "Obrigkeit". Du hast einfach nur ein Authoritätsproblem, ich kann da kein politisches Anliegen bei dir erkennen und auch keine Sorge um irgendein Allgemeinwohl. Du wärst bei so einer "Revolution" mit der erste, der sich dann um die neuen Führungsplätze rangeln würde, siehe:

und ich für meinen teil empfinde mich inzwischen bereit einen schritt weiter zu gehen und eine 'neue gesellschaftsform' zu gründen.

Ja, dann mach mal... *g*

Wenn alle Menschen aber jetzt schon so erwacht und weise sind wie du meinst, dann wundert mich, daß du überhaupt irgendwas ändern möchtest (on the first place). Dann brauchts auch keine Anarchie, auch keine Abschaffung des Staates, auch keine "neue gesellschaftsform", NSA ist dann ein Weisheitsprogramm und Politiker allesamt erleuchtete Gurus. Wunderbar.

lg, Edgar
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon bob » Sa 13. Jul 2013, 22:34

da fällt mir jean jaques rousseau ein, den erfinder der gewaltenteilung.
er sah halt einen bedarf eines solchen systems deswegen, weil "die stete erfahrung uns lehrt, dass der mensch böse ist."
und andererseits, im selben abschnitt, glaubt er herausgefunden zu haben, dass der mensch gut ist.
schon allein, weil er sich dessen nicht sicher war, stand jean jaques rousseau nie wirklich hinter seiner republikanischen idee.

also wir können wohl festhalten, dass der gedanke an anarchie bei uns angst auslöst - angst vor bösen menschen, vor denen uns der staat schützen soll.
jetzt will ich hier einen berechtigten einwand bringen: können wir uns sicher sein, dass die menschen, denen wir macht gegeben haben uns vor der anarchie zu schützen, vielleicht sogar das größere wenn nicht sogar einzige übel ist, welches wir fürchten sollten?
diese gegenfrage ist im moment die beste entkräftigung, die ich bringen kann.


es gab übrigens im spanischen bürgerkrieg im letzten jahrhundert ein paar jahre lang anarchistisch organisierte regionen! ich zitiere hier mal den wikipedia-eintrag:
"Während des spanischen Bürgerkriegs 1936–1939 waren weite Teile des Nordens anarchistisch organisiert. Die anarchistisch verwalteten Gebiete wurden nach dem Grundprinzip des „Jedermann nach seinen Fähigkeiten, jedermann nach seinen Bedürfnissen“ betrieben. An einigen Stellen war Geld völlig eliminiert oder durch Gutscheine ersetzt worden. Unter diesem System hatte Ware oft nur ein Viertel ihrer vorigen Kosten. Trotz der Kritik hinsichtlich maximaler Effizienz produzierten anarchistische Kommunen oft mehr als vor der Kollektivierung. Die kürzlich befreiten Zonen arbeiteten nach völlig freiheitlichen Prinzipien; Entscheidungen trafen Räte und Versammlungen ohne irgendeine Art von Bürokratie. Zusätzlich zur ökonomischen Revolution gab es einen Geist der kulturellen Revolution. Die als unterdrückend empfundenen Traditionen waren verschwunden. Frauen waren Abtreibungen erlaubt und die Idee der freien Liebe wurde populär.
Die nach dem Freischarführer Nestor Machno benannte anarchistische Bauern- und Partisanenbewegung Machnowschtschina, die zwischen 1917 und 1922 während des russischen Bürgerkrieges in der Ukraine aktiv war, gilt als anarchistische Organisierung. In der Zeit ihrer größten Ausdehnung gehörten der Machnowschtschina bis zu 30.000 freiwillige Partisanen auf einem Gebiet von etwa 10.000 km² mit 7 Millionen Einwohnern an. Für den gesamten freien Rayon abgestimmt wurden die Entscheidungen in einem Rayonkongress, einer Vollversammlung der Rätedelegierten.
Die Freistadt Christiania in Kopenhagen und viele Objekte der Hausbesetzerbewegung werden nach anarchistischen Prinzipien organisiert. Das Plenum behandelt die Angelegenheiten, welche die gesamte Gemeinschaft betreffen, als Entscheidungsgremium. Auch die Regenbogentreffen gelten als praktisch gelebte Anarchie."

also ich muss schon sagen, die praxis ist sogar sehr herrlich verlaufen! DAS wird dem heutigen volk natürlich nicht erzählt ;)

dazu, dass auch (meine...) version von anarchie ein system ist:
ja natürlich so kann man das sehen. unser menschliches leben ist ein soziales netzwerk, und dies wird immer so sein. deswegen werden auch in einer anarchie entscheidungen getroffen.
es geht bloß schlicht darum, es gibt keine herrscher mehr und auch keine staatsgewalt! und DAS ist nicht meine version von anarchie, das ist anarchie! und deswegen kann man nicht wirklich von einem system reden, weil ein system doch eine regierung und eine staatsgewalt beinhaltet. es gibt in der anarchie auch keine bürokratie! es ist also kein system so gesehen, sondern ein natürlicher vorgang... und das könnte man natürlich wieder ein "system" nennen, ist aber nicht vergleichbar mit einem echten system.

also wir sind nicht der staat. tut mir leid. ich bin nicht der staat. es gibt einige, die sind der staat, aber ich bin es nicht. ich bin ein autonomes individuum, das niemanden regiert und von niemanden regiert wird.

ach herrje, schriftlich darf ich mich seit jahren euren vorwürfen von "eigentlicher machtbesessenheit" aussetzen.
weißt du, was ich glaube, wie die leute auf sowas kommen?
weil ich eine natürliche autorität besitze. ich bin ein echter generalist, und das merken die leute, wollen mir aber keine autorität zugestehen, weil ich so jung und punkig bin. und es stimmt, gäbe es dieses kleine bisschen ellbogenprinzip in der gesellschaft nicht, wo andere, die meine autorität erkennen, sie aber als autoritätsverlust ihrerseits sehen, würde mich auch keiner denunzieren in der versuchung, mich als schlecht darzustellen weil alle eigentlich merken, dass ich von meinem potential ein gewaltig guter 'anführer' wäre...
nur, und das möcht ich betonen, interessiert es mich nicht mehr, der anführer zu sein. das war ich in der schule oft und eins hab ich gelernt: macht korrumpiert. es ist wie gift.
aber ist ein witziger gedanke *g* erst alle von der anarchie überzeugen und danach alle vom nationalsozialismus mit mir als anführer *gggg*
nein, edgar, im ernst, interessiert mich nicht, denn ich bin gott.
glaubst du wirklich, gott verschwendet seine ewigkeit damit, ein anführer zu sein?
nein, das eine kann ich dir sagen: gott ist anarchist ;)

und warum ich etwas ändern möchte ist ganz einfach edgar: das leben ist fortschritt und nicht stillstand
ich hab halt gerade eine ganz gute ansicht, wie ich finde, mit auch etwas durchblick und finde es teilenswert.
und dann fall ich wieder in momente, wo sich nichts ändern muss, weil alles den weg geht, den ich auch geh.
bob
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Edgar » So 14. Jul 2013, 02:06

bob hat geschrieben:also wir können wohl festhalten, dass der gedanke an anarchie bei uns angst auslöst - angst vor bösen menschen, vor denen uns der staat schützen soll.


Ne, nicht direkt Angst. (ich würd mich wohl verbunkern...).

Aber einfach aus meiner Sicht "berechtigte Zweifel" .... weil ursprünglich die Idee nach "Recht & Gerechtigkeit" und "schützen von Minderheiten" und "friedliches nachsinnen über Lösungen bei Mehrheiten" schon ihren Sinn hatten. Denk einfach deinen Anarchie-Gedanken konsequent zu Ende, und du kommst selber drauf, wo es da hackt. Bleib da nicht in der Mitte stehen.

Bei meinem "systemlosen System" ist es ja z.b. auch so, daß ich davon ausgehe, daß das bestehende System letztlich nicht verbessert werden kann. Hi und da bissl rumschrauben, okay. Aber letztlich muss es sich auflösen, da bin ich ganz bei dir.... - aber das "Chaos" wird erst dann einen Riesenschritt (in Richtung Konstruktivität) machen, wenn auch ein wirklicher Bewusstseinschritt gemacht wurde. Daß alle eins und alle Gott und alle das eine Bewusstsein sind: geschenkt. Das ändert aber nix daran, wo dieses Bewusstsein "in der Masse" und vor allem in seiner "identifizierten Form" momentan steht. Und das ist einfach kosmologische Steinzeit.

jetzt will ich hier einen berechtigten einwand bringen: können wir uns sicher sein, dass die menschen, denen wir macht gegeben haben uns vor der anarchie zu schützen, vielleicht sogar das größere wenn nicht sogar einzige übel ist, welches wir fürchten sollten?


ne, ich sag nicht, daß das momentane system das gelbe vom ei ist, im gegenteil. aber anarchie eben auch nicht. ich halte den "bewusstseinssprung" für wichtig. vorher ändert sich ned viel ... oder eben nur sehr sehr langsam.

nicht falsch verstehn: ich bin für totale revolution und völliges loslassen vom derzeitigen system. aber: schrittweise. und vor allem: global geht das im moment noch überhaupt nicht, weil wir global einfach alle (gesellschaften) woanders stehen (egal wie sehr du da am absoluten standpunkt ala "alles ist gott" bzw deiner persönlichen interpretation dieses standpunkts gerade festklebst). ist nicht umsetzbar in der praxis - die theorie ist hier bestenfalls ne aktennotiz.

(d.h. zum beispiel auch, daß du den staat nicht einfach nur abschaffen kannst, ohne dir im klaren drüber zu sein, dass wir einige jahre später dann von allen um-uns-rum-liegenden staaten erobert wären...)

An einigen Stellen war Geld völlig eliminiert oder durch Gutscheine ersetzt worden. Unter diesem System hatte Ware oft nur ein Viertel ihrer vorigen Kosten. Trotz der Kritik hinsichtlich maximaler Effizienz produzierten anarchistische Kommunen oft mehr als vor der Kollektivierung. Die kürzlich befreiten Zonen arbeiteten nach völlig freiheitlichen Prinzipien; Entscheidungen trafen Räte und Versammlungen ohne irgendeine Art von Bürokratie.


Das klingt für mich nicht nach "Anarchie" sondern nach "direkter Demokratie". Da bin (wär) ich dann ganz bei dir, halt ich für gut.

Für den gesamten freien Rayon abgestimmt wurden die Entscheidungen in einem Rayonkongress, einer Vollversammlung der Rätedelegierten.


Ditto. Das ist für mich "direkte Demokratie".

(Ein Zwischenschritt in Richtung "systemloses System". In einem wirklichen - anarchistischen - systemlosen System braucht es keine Entscheidungsgewalten mehr. Da läuft alles von selbst - alle haben sich - innerlich - auf das eine wahre schöne gute: geeinigt. Ohne jeden Zweifel. Aus innerer Wahrheit heraus. Und zwar. BEWUSST. Was du vorhin, im vorvorigen Posting beschrieben hast (ala "alles ist schon eins"): das ist halt ne "unbewusste" Wahrheit. Die dann nur der wahr-nimmt, der zufällig grad n Satori hat. Da machst du in deiner Schlußfolgerung einen Ebenenbruch.).

Die Freistadt Christiania in Kopenhagen und viele Objekte der Hausbesetzerbewegung werden nach anarchistischen Prinzipien organisiert. Das Plenum behandelt die Angelegenheiten, welche die gesamte Gemeinschaft betreffen, als Entscheidungsgremium.


"Plenum": Ein wirkliches systemfreies System braucht kein "Plenum". Bestenfalls nur als Übergangslösung. Bin aber da dann ganz bei dir, weil wie gesagt für mich "Anarchie" ganz was anderes bedeutet, als du hier beschreibst (das ist dann völlig ohne irgendwelche "Entscheidungsgewalten").

Du scheinst da zu übersehen, daß das, was die Demokratien SEIN SOLLEN, letzlich nichts anderes ist, als das, was du hier beschreibst. Da waren demokratische Entscheidungsstrukturen "aus dem Volk", also so ein "Plenum" zum Beispiel. Als Gegenmodell zu (monarchistischen oder diktatorischen) Alleinherrschern. Das ist letztlich das, was als "Demokratie" eigentlich "gemeint war". Aber nun halt verkommen ist in Parteidünkelstrukturen. Und eigentlich zeigen diese Parteidünkelstrukturen auch sehr klar die Grenzen nicht nur der Demokratie auf, sondern auch der Anarchie. Die Menschen, die sich in solchen "Gremien" dann nach oben arbeiten tun das nach wie vor mit "Ellbogentechnik" und "Karrieredünkel" und "Lagerdenken".

es geht bloß schlicht darum, es gibt keine herrscher mehr und auch keine staatsgewalt! und DAS ist nicht meine version von anarchie, das ist anarchie! und deswegen kann man nicht wirklich von einem system reden, weil ein system doch eine regierung und eine staatsgewalt beinhaltet.


Ich kann da keinen Unterschied erkennen zwischen das, was du "Staat" nennst, und das was ein "Plenum" sein soll in einem "regionalen Entscheidungsgremium". Das ist doch einfach nur ein Unterschied in der Größe, und sonst nichts. Da werden die Staaten dann halt nur: kleiner. Also so wie im Mittelalter die "Stadtstaaten". Da sind wir mittlerweile schon lang drüber hinausgewachsen. Du willst letztlich zurück in die Höhle, sozusagen.

also wir sind nicht der staat. tut mir leid. ich bin nicht der staat. es gibt einige, die sind der staat, aber ich bin es nicht. ich bin ein autonomes individuum, das niemanden regiert und von niemanden regiert wird.

Hätt ich nun Lust auf einen Ebenensprung wie du zuvor, würd ich dir nun erklären, daß es nur dich gibt, du Gott bist, und es niemals jemand anderen außerhalb von dir gab. Das es keine "einige" gibt und auch nicht sowas wie ein "autonomes individuum". :-)

ach herrje, schriftlich darf ich mich seit jahren euren vorwürfen von "eigentlicher machtbesessenheit" aussetzen.

oh! Ich wusste nicht, daß dir das schon andere gesagt haben... :-) - aber ist halt schon recht offensichtlich... ;-)

weißt du, was ich glaube, wie die leute auf sowas kommen?

ja, ich weiss, wie die leute auf sowas kommen... aber ich weiss nicht, was du dazu glaubst und wie du da persönlich den kopf aus der schlinge ziehst... *gg*

weil ich eine natürliche autorität besitze.

yep... sprich dich ruhig aus... machs dir bequem auf der couch... ich höre zu ... ;-)

und das merken die leute, wollen mir aber keine autorität zugestehen

ja, das sind alles schweine ... :-) ;-)

weil ich so jung und punkig bin.

yeah man.

weil alle eigentlich merken, dass ich von meinem potential ein gewaltig guter 'anführer' wäre...

ja ich habs mir gedacht, wollt aber das wort "führer" vorhin nicht verwenden... - das wär einfach eine zu starke rutsche gewesen für gewisse avatarbildchen, wenn du verstehst was ich meine ;-) - also blieb ich sicherheitshalber beim "gründer" ;-)

(und ich versteh dich da schon... das ist halt ein echo aus unserem "all-eins-sein". ich könnt mir auch ein system mit mir als monarch recht gut vorstellen, beispielsweise... - obwohl irgendwann kommt der sturz. und die verbannung. oder gar guillotine; das weiss man mittlerweile, drum spart man sich das...).

egal ...

und eins hab ich gelernt: macht korrumpiert.

da hast du recht.

aber ist ein witziger gedanke *g* erst alle von der anarchie überzeugen und danach alle vom nationalsozialismus mit mir als anführer *gggg*

vielleicht hast du das noch nicht erlebt, ich habs erlebt.... - es ist wirklich so. genau so funktioniert das. die, die in der ersten reihe stehen und nach "umsturz" schreien, sind die (schlimmeren) diktatoren von morgen.

nein, edgar, im ernst, interessiert mich nicht, denn ich bin gott.

daß du dies mit gewissheit meinst oder gar weisst, hab ich irgenwie schon befürchtet. macht aber nix, kommt ja trotzdem sympathisch rüber.

glaubst du wirklich, gott verschwendet seine ewigkeit damit, ein anführer zu sein?

ja, tut er. immer wieder mal. in seiner rolle als revoluzzer. da macht er dann ne verschwörung und meint, daß er es in einer bestimmten form besser weiss, als das ganze-an-sich. geht von der hingabe in die "bessere idee". das ist das satanische prinzip. und da kann er auch gar nix gegen sich tun, weil er sich da als erstgeborener geschaffen hat, sozusagen. das ist ein langer weg, diese satans-erfahrung ganz an sich ranzulassen. das ist das "ego pur". dagegen ist die gottes-erfahrung ein ringelspiel für kleinkinder.

nein, das eine kann ich dir sagen: gott ist anarchist ;)

ne, der ist alles. gibt ja nichts außer ihm. eigentlich ist er sogar absoluter diktator seiner selbst. und gleichzeitig in totaler hingabe... zu seiner selbst.

und warum ich etwas ändern möchte ist ganz einfach edgar: das leben ist fortschritt und nicht stillstand
ich hab halt gerade eine ganz gute ansicht, wie ich finde, mit auch etwas durchblick und finde es teilenswert.
und dann fall ich wieder in momente, wo sich nichts ändern muss, weil alles den weg geht, den ich auch geh.


ja, gefällt mir eh... ;-)
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon bob » So 14. Jul 2013, 10:00

mhm. ja, das, was du "direkte demokratie" nennst ist wohl genau das, was geschehen wird, wenn anarchie herrscht.

es ist ganz einfach, anarchie bedeutet, jeder hat seine fähigkeiten, seine habe und seine bedürfnisse, dann kommen die menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. und irgendwie muss das ja zustande kommen. garmisch braucht einen hochwasserschutz, also setz ma uns zam...
das liegt einfach daran, weil wir sozial sind und weil wir uns mit allem verbunden fühlen möchten.
was halt weg fällt ist die regierung! und die polizei!

das kannst du bei uns dorfpunks hier in der praxis ganz gut sehen. nik besorgt die drogen, julia das essen und ich zahl miete und strom - und schon haben wir eine perfekt funktionierende anarchistische gesellschaft ohne einen führer. das ist ein echt schönes lebensgefühl.
im heutigen system muss sich jeder rechtfertigen, die anderen sind immer darauf bedacht den anderen zu formen, zu kritisieren, ändern zu wollen.
das fällt bei punks gänzlich weg.

jetzt musss ich nochmal das thema wechseln zum satsang (viel interessanter):
also dieses "alles ist gott". ich weiß nicht man.
also alles ist irgendwie ein einheitliches bewusstsein, ja.
wenn gerade harmonie vorherrscht ist das ganz schön zu erkennen.
aber gott? gott ist nochmal was anderes....
gott ist das, was diese einheit und die nichteinheit wahrnimmt.
und DAS bin ich.
bei jedem satori war immer noch das wahrnehmen da. und es bleibt dabei, das dasein ist eine subjekt-objekt-spaltung, in der es das subjekt gibt, das "alles erkennende, selbst nie erkannte". und dieses bleibt irgendwie immer außen vor, bzw. steckt es nicht drin im theater des bewusstseins und deshalb bleibt auch immer ein kleiner rest von "ich bin trotzdem noch außen vor"

so und da kommt meine derzeitige problematik, die ich auch schon mit meiner freundin besprochen habe...
was ist existenz? also wirkliche existenz kann ich nur bei mir selber feststellen. so wirklich aus sich selbst heraus sein tu nur ich, das subjekt, das alles erkennende, alles andere, das objekt, was meine person mit einschließt, also alles wahrnehmbare, bleibt nur im bezug auf das existente subjekt "existent", bzw. ist es halt da. aber ist es "existent"? es tut doch nur so, mit seiner kontinuität, als ob es so existent wäre wie das subjekt, ist es aber nicht. wenn das subjekt wegfallen würde, würden alle objekte verschwinden, es gäbe sie nicht!
und deshalb kam meine aussage: "ICH bin gott".
und du bist im traum ein guru, aber eben nicht das. du wirst davon wahrgenommen.
versteh mich nicht falsch, ich, bob, werde auch von dem wahrgenommen, aber in tiefer meditation verweilend bleibt da bloß das, was ich bin.
und niemand anderes.
und deshalb glaube ich nicht, dass hier irgendwas gott ist. gott ist einzig und allein das, was ich bin.
...ja, das ist echt ein problem... also wie man jetzt mit dieser erkenntnis praktisch am besten umgeht ohne irgendjemanden dabei ans bein zu pinkeln, wenn ich sage "du existierst nicht, ich schon ;)", denn auf relativer ebene existiere ich auch nicht... obwohl ichs immer noch tue.
naja, jedenfalls klappt es mit dem leben bei mir ganz gut, seit mir die erkenntnis gekommen ist, dass einzig und alleine nur ich gott sein kann.
aber ich hab noch so meine schwierigkeiten damit.
bob
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Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Tobias » So 14. Jul 2013, 12:13

Hi Bob und Edgar,

was die Politik anbelangt, hat eigentlich Edgar in seinem Beitrag das weit
besser gesagt, was ich noch hätte beitragen können. :thumbup: :icon_cheesygrin:

Früher störte mich das Wort "Gott" auch, besonders da "Gott" so ganz anders war,
in meiner mystischen Phase, als halt alles, was ich über "Gott" las. Daher gab ich
damals die Gottesidee als Bezeichnung ganz auf und wählte eine für mich umfassendere.

Ich nannte das für mich "Begegnungen mit dem Universum" und "Gott" war eben eine
Vorstellung aus der Antike.

Mit Ramana gefiel mir dann die Bezeichnung Selbst.

Heute sage ich gerne wieder "Gott", aber eben meine ich damit immer was anderes
als die westlich-traditionelle Gott-Vorstellung.

Als Mensch ist für mich "Gott" einfach "die mich bestimmende Macht", und darin
die alles bestimmende Macht. Und diese hat eben nicht nur - das ist meine Erfahrung,
also unverbindlich, einen unpersönlichen Aspekt "alles geschieht einfach so", sondern
auch eine zutiefst persönlichen Aspekt, den des "Weltenschöpfers".

Und diesem "Widerspruch" begegnet man ja auch im Menschen - in ihm personifiziert
sich der Schöpfungsprozess, einfach "das physikalische Geschehen", und existiert
in einer Art "Schizophrenie" einer unbewusst schöpfenden und einer bewusst schöpfenden
Instanz.

Das Problem an "Gott" ist ja auch, dass ich "ihn" (besser: es) nich vom "Anfang Gottes"
und nicht vom "Ende Gottes" trennen kann. "Gott" bleibt eine Einheit über den ganzen
Evolutionsprozess des Universums. Und der ganze Evolutionsprozess ist "Gott".

Nun habe ich ein Problem, versuche ich Gott einzuschränken. "Gott" ist für mich
etwas, das immer umfassend bleibt, wie relativ auch die Verhältnis im "Leib Gottes"
anders aussehen mögen, auch in Hinsicht auf "Person und Nicht-Person.

"Gott" verbindet ebenso alle "Bruchstücke" zu einem "wirklich grösseren" - das sich
aber unserer Zeitvorstellung völlig entzieht.

Für mich war in der Gottesbegegnung dann letztlich einfach hilfreich (persönlich)
zu sehen, dass ich (als Mensch) unter der Allmacht Gottes stehe, die letztlich
umfassend ist. Jede Fingerbewegung unterliegt dieser Allmacht. Jeder Punkt
den ich setze, unterliegt dieser Allmacht.

Und das war für mich (wobei da natürlich Prozesse nach einer Gottbegegnung
stattfinden, das für mich wesentliche.

Und auch das, was mein Verhältnis zu "Gott" auf "neue Beine" stellte - denn ich
bin im Grunde völlig machtlos. Was ich auch schreibe, ist auf keine zu "Gott"
getrennte Weise.

Und es ist diese Einsicht, die dann eben "Demut" gedeihen lässt: Hingabe.

Aber in der Hingabe ist man kein Befehlsempfänger. Da ist einfach keine
weitere Instanz zwischen "Gott" und seinem "Ausdruck".

Aber auf der persönlichen Ebene, entspannt sich einfach vieles. Persönlich
entkompliziert sich die Gott-Beziehung.

Selbst Gott zu sein ist auf der menschlichen Ebene eben Gott
vollständig ausgeliefert zu sein, da der Mensch weder Befehlsempfänger
Gottes ist, noch eine Instanz die wirklich etwas zu sagen hätte, in irgendeiner
Distanz zu "Gott".

Ach, schwer zu artikulieren. Die Beziehung zum Leben ändert sich einfach,
und damit auch "der Wille zur Macht".

Es ist im Grunde viel erfüllender, Gott machen zu lassen und sich selbst
zu entspannen, sich selbst zurückzunehmen - und das geschieht
eben, wie Ramana sagt, aus einer Erkenntnis heraus - nämlich der, der
"wahreren Verhältnisse". :w00t: :icon_cheesygrin:
Tobias
 

Re: Wir zählen das Jahr 10 (?) des Euro

Beitragvon Edgar » So 14. Jul 2013, 14:31

Ja, politisch hab ich da jetzt im Moment eh nix mehr hinzuzufügen....

und Satsang: wie gesagt, am besten wo nen eigenen Thread aufmachen. Ich mag dieses Themengemische halt überhaupt nicht. Kannst ja dann dort den Teil von hier ausschneiden und zitieren.

Aber kurz:
Bob hat geschrieben:also wie man jetzt mit dieser erkenntnis praktisch am besten umgeht ohne irgendjemanden dabei ans bein zu pinkeln, wenn ich sage "du existierst nicht, ich schon ;)", denn auf relativer ebene existiere ich auch nicht... obwohl ichs immer noch tue.

Wer will "am besten" mit irgendeiner Erkenntnis "umgehen" ?? Die ist erstmal nur für dich. Und nicht, um damit "(her)umzugehen". Und wer ist das "du", dass hier nicht existiert? Wen sprichst du damit an ?? Wer soll dir zuhören? Und wer könnte davon angepisst sein? Wer ??

(Du vermischt da einfach die Ebenen und die Spielfigur nimmt ihr Gottsein persönlich. Das ist aber kein Problem sondern ne zeitlang völlig normal; das Leben (aka Gott) lehrt dich dann von selbst. just enjoy the ride.).

lg, Edgar
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