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andrew cohen

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Re: andrew cohen

Beitragvon Tobias » Di 2. Jul 2013, 13:41

Edgar hat geschrieben:
OMG hat geschrieben:Aber ich glaub, Andrew empfindet auch sowas wie echte Reue...das kann ganz heilsam sein. :bgdev: :angel:


Ja, das könnt schon sein...

Wobei solang man jemanden nicht wirklich "persönlich" kennt, kann man von der ferne eh nur schwer urteilen.

Bei ihm kommt halt dazu, daß er jener war, den Papaji offenbar am Ende hauptsächlich damit adressierte als er meinte, daß er ihn nur in den Westen geschickt hätte, um die Botschaft zu überbringen, und nicht, um sich für erleuchtet zu erklären und selber Guru zu spielen. Ich glaube damals gabs viele wirkliche "zumindest-Satori"-Erfahrungen bei und mit Papaji (Poonja). Aber einige haben vielleicht auch nur dieses "du bist schon erwacht" einfach nur "geglaubt", ohne daß es dabei zu einer Erfahrung gekommen wäre. Und haben auch daraus begonnen zu lehren. Also rein intellektuell. Gibts ja auch heute immer wieder solche Beispiele. Das ist halt dann wie ein Pfarrer, der einfach nur erklärt, was er verstanden hat - ohne unmittelbares sehen.

(keine Ahnung, ob Cohen so einer war; glaube eher nicht; sowas großes aufzuziehen wie er, auch derart erfolgreich, da muss schon auch was dahinter gewesen sein. Er ist ja der Gründer vom "Enlightenment"-Magazin. Und hatte viele Begegnungen mit Ken Wilber, und Wilber ist ja auch nicht auf der "Nudelsuppe dahergeschwommen" wie man so sagt, der hätte da nen Fake ziemlich sicher erkannt ... - aber oft schweigt man auch höflich, so who knows ...)


Ja, das ist möglich, dass dieses "du bist bereits erwacht" zur "Nullnummer" wird- aber es ist
zweischneidig. Denn wer es wirklich glaubt, der "erwacht" dadurch auch wirklich, bzw. erkennt
es dann.

Genauso wie dieses "du bist nicht erwacht" zur Methode im Hinweis gehören kann.

In meinem ersten Buch war eine Geschichte, in der ein Autor ein Buch über "Erwachen"
schrieb, "die 1000 Erwachten Indiens" hiess es, glaube ich mich zu erinnern (und auf dieses
Buch stiess ich in einem Traum). Darin erzählte der Autor, wie er bei allen Erwachten
gewesen sei, aber keine verbindliche Gemeinsamkeit gefunden hätte, ausser dass
sie eben "erwacht" waren: "ich bin erwacht". Das "erwacht" war die einzige Gemeinsamkeit,
die er finden konnte.

Und da es die einzige Gemeinsamkeit war, die er fand, war sie ihm auch der einzige Hinweis.

Wenn es also keinen weiteren Unterschied gab, als den, dass er sich für "nicht-erwacht" hielt
und diese sich für "erwacht", musste er nur diese Grundüberzeugung ändern, und er glaubte
nun einfach fest daran, bereits "erwacht" zu sein - egal was das nun genau war - es war
einfach das, was ist - so wie dieses bisher "un-erwacht" war - besser gesagt "so gesehen wurde".

Und in der Veränderung dieses Sichtweise, erkannte er dann was gemeint war und erfuhr Vertiefung darin.

Aber es ist im Falle Cohen seltsam. Denn wenn er es einfach geglaubt hätte, dann hätte
er es ja einfach so weiter gegeben. Aber anscheinend quälte er alle mit allem möglichen, was noch
zu tun wäre, um "erwachen" zu erreichen. Daher bezieht er sich in meinen Augen auf ein
Erlebnis.
Tobias
 

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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 13:42

Norbert hat geschrieben:Ich sehe das von einem etwas anderen Standpunkt aus. Er ist 57 Jahre und hat 27 Jahre davon Erleuchtung zum Thema gemacht. Er hat Bücher geschrieben, Gruppen organisiert, eine Zeitschrift gegründet ... und jetzt will er sich vielleicht einfach mal zurückziehen und in den Ruhestand gehen. Bis dahin für mich völlig ok.


Ich glaube da projezierst du deine Geschichte sehr auf die seine. Als ich begann, deinen Satz oben zu lesen, glaubte ich sogar tatsächlich, du sprichst von dir (in dritter Person). Klang so sehr nach dir....

Ne, hab dort bei Cohen auch nichts gelesen, daß er einfach nur in Ruhestand gehen möchte. Wenns so wäre, würd ich ihm schon zutrauen, das auch einfach so zu sagen und auch "marketingwirksam" auszudrücken (er ist ja Ami, hehehe). Und man kann auch von "Sabbatjahr" sprechen (das ist cool und in), oder von "Rückzug ins Mönchsein", so Paramahansa-Sannyasin"mässig (eremitischer rückzug in die einfachheit). (sowas ist in spirituellen kreisen sehr sehr hipp, vor allem in indien (wo er ja auch immer wieder war)). satyananda saraswati hats z.b. so gemacht. also da hätt er auch viele vorbilder. selbst Aurobindo hatte sich die letzten ca 30 jahre schreibend in seine kammer zurückgezogen und nur mehr "the mother" nach aussen hin machen lassen. und der ist ja auch immerhin ne galionsfigur der "integralen bewegung".

Mir erscheint lediglich die Begründung an den Haare herbeigezogen.

da scheint mir deine Begründung der Begründung bissl mehr an den Haaren herbeigezogen *g*

So als ob er sich nicht mit einem einfachen "das war's, ich habe keine Lust mehr, will mich zurückziehen" verabschieden wollte. Statt sich diesem "und tschüss" zu stellen, saugt er sich etwas aus den Fingern und disqualifiziert damit seine 27 Jahre Arbeit als "Ego-Spielerei".


Ich find das grad lustig, weil eigentlich wollte ich (ich hatte ja noch nicht dein ganzes posting gelesen), also wollte ich oben noch zum ersten Satz schreiben "ne, da ziehst du dir was aus den Haaren". Aber dann fand ichs komisch, und wollt was anderes schreiben, nämlich "da saugst du dir was aus den Fingern". *g* - und dann les ich, daß du das alles selber schon geschrieben hast. :-) :-)

Für mich völlig unverständlich

Naja, wäre das dann nicht ein Grund dies anzuerkennen... wenn man etwas "unverständlich" findet... dann heisst das doch nichts anderes, als das man etwas nicht verstanden hat, oder?? Und dann vielleicht gucken muss, ob es nicht doch ganz anders ist, als man vermutet.

Nix für ungut... aber ich glaub da siehst du nen "Norbert auf dem Sofa liegen", dem es "gelungen ist, alles hinzugeben und in Pension zu gehen", und projezierst hier den Norbert auf den Andrew. Das ist auch recht normal sowas, wenn man etwas nicht versteht und nachvollziehen kann, dann fängt das eigene Gehirn an die Sache so zu rekonstruieren, wie es gewesen wäre, wenn man selbst an dessen Stelle wäre. Also die eigenen Motivationen die zu eben solch einer Reaktion führen können ansieht. Und bei dir ists eben "Vorwand suchen um in Ruhestand zu gehen". Aber bei ihm glaub ich doch bissl anders.

fadenscheinigen Entschuldigung


Irgendwas pisst dich da offenbar an.... - "an den Haaren herbeigezogen" ... "aus den Fingern gesaugt" ... "fadenscheinige Entschuldigung".

Und das eigentliche Thema (Ego) lässt du da irgendwie völlig aussen vor. Wieso eigentlich ??

und die watscht er jetzt alle ab mit einer "ätsch - alles nur ein Spiel meines bösen Ego"-Verabschiedung.

Fühlst du dich da ab-ge-watscht ??

Soviel ich mitbekommen habe, hat er seine (engeren) Schüler eher jahrelang "abgewatscht", und sie in devote Haltungen gezwungen. Sogar seine Mutter musste lang kämpfen, um sich von seinen Manipulationen zu befreien ... - kennst du die Stories nicht ??

lg, Edgar
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 13:48

Norbert hat geschrieben:
Tobias hat geschrieben:Es ist einfach nicht vollständig erwacht (Erkenntnis), in meinen Augen, und war es einfach auch nie.


Ich halte nichts von der Idee eines "Teilerwachens". Wenn Erwachen geschieht, ist es unverkennbar. Wenn daran gezweifelt wird, ist Erwachen gar nicht geschehen. Und dieses Erwachen ist GNADE, ja ... aber trotzdem ist das, was vorher geschah, die Suche, die Lehre, die Kontemplation, die Meditation ein Ausdruck dieser Gnade.


Ja, und wie glaubst du war es bei Andrew Cohen ???

Also ich finde schon, daß man unterscheiden kann zwischen der "absoluten Erfahrung" (also der Erfahrung des Absoluten) einerseits... - und dem darauffolgenden "individuellen Prozess". Ersteres stösst zweiteres an.... - aber zweiteres ist ebenso notwendig, um auf individueller Ebene eine gewisse Integration zu erreichen. Die muss nicht erreicht werden (aus absoluter Sicht), das ist klar. Und doch ist es so, daß es diese Integrationsmöglichkeit gibt, daß es da einen "Prozessverlauf" gibt. Und in diesem Prozessverlauf kann man eben auch irgendwo stehenbleiben für längere Zeit (und das ist auch völlig in Ordnung).

Das heisst, ich würd das jetzt nicht so sehr schwarz-weiss sehen im Sinne von "ist dann gar nicht geschehen". Ich sehe da schon beide Möglichkeiten. Sowohl das "ist dann gar nicht geschehen", als auch all die Graubereiche zwischen Satori und "gewöhnlichem Zustand".
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Re: andrew cohen

Beitragvon Tobias » Di 2. Jul 2013, 13:50

Ja, Edgar, sage ich nur - weil es ist oft dasselbe gemeint, aber konträr beschrieben -
liegt wohl daran, dass gerade die Pole der Wahrheit ihr am nächsten scheinen. :icon_cheesygrin:

"Kein Zustand" ist ebenso richtig. "Richtig ist auch "auf ewig in einem Punkt festgenagelt",
wie "vollkommen frei" ...

es ist mehr der Didaktik geschuldet, also der eigenen Art im Hinweis "darüber zu sprechen".

Nenne ich es "Nagel", meine ich z.B. einfach den Punkt, auf den sich die Aufmersamkeit richtet.

Aber diesen Punkt gibt es eigentlich nur für die Aufmerksamkeit, dort wo sie sich an sich selbst
"festnagelt" - sie ruht nun in sich ... es ist natürlich kein echter Nagel ...

nun schaue mal da: da ist der Nagel des Selbst, äh, der Nagel zu deinem Grab ... :biggthumpup: :irre: :irre: :icon_cheesygrin:
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 13:51

Tobias hat geschrieben:Der Sucher steigt zum Gipfel auf, und wo er wieder absteigt, ist er der Finder.

Der Sucher muss hochklettern, was anstrengend ist - der Finder geht den Berg runter,
was heisst, er kann sich einfach der Schwerkraft hingeben - als blödes Beispiel. :icon_cheesygrin:


Find ich ein super Beispiel (das mit der Schwerkraft).

Und das unterscheidet die verschiedenen Lehrer - dieser Prozess.

Wie weit ist das Verständnis gediehen, wie weit ist "Erwachen" integriert?

Daher sind oft die "lange Erwachten" die weiseren Erwachten - wie z.B. Ramesh Balsekar.

Die sind so "abgebrüht", vom "Erwachen" "durchgeknetet" und gegart, als
menschliche Persönlichkeit, dass sie eben vieles klarer sehen, als so
ein "frisch-erwachter Betthupfer" ...


Ja genau ... super beschrieben ...

Und Cohen steht noch vor der Erkenntnis der Permanenz des Erwachens, sonst
würde er, aus meiner Sicht, nicht so einen Käse erzählen.

Sehe ich auch so.
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 13:55

OMG hat geschrieben:Das ist richtig, ich kenn den so rein gar nicht... :bow:

Und naja...ich halt auch große Stücke auf Wilber..., aber der war ja lange Zeit auch sehr angetan..von Adi Da.... :irre:

Hat sich vor Jahren dann öffentlich von ihm distanziert...

aber das ist jetzt auch iwie off topic .... :irre: :icon_cheesygrin:

lG. :angel: <3


haha... den wollt ich auch erwähnen *g*
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 14:12

Tobias hat geschrieben:Ja, das ist möglich, dass dieses "du bist bereits erwacht" zur "Nullnummer" wird- aber es ist
zweischneidig. Denn wer es wirklich glaubt, der "erwacht" dadurch auch wirklich, bzw. erkennt
es dann.

Genauso wie dieses "du bist nicht erwacht" zur Methode im Hinweis gehören kann.


Ja, klar, absolut. Und hat bei Papaji ja auch super funktioniert (bei all jenen, die vorher jahrzehnte bei Osho waren, viel Praxis hinter sich hatten und reif waren wie ein Apfel. Und welche Wohltat und Erleichterung, nachdem ihnen vorher Osho mehr oder weniger dauernd was "unerreichbares" vor die Nase gehalten hat und immer nur von seinem eigenen erleuchtet-sein gesprochen hat... - da war Papaji die reinste Befreiung und es konnte *päng* machen).

Aber genau das macht dann diesen Unterschied aus. Ob das jemand hört, der jahre und jahrzehntelange Suche hinter sich hat, oder ob das jemand hört, der grade mal paar Wochen oder Monate von irgendnem erwachen hörte, oder überhaupt noch nie (ala "du bist erwacht!" - "ach ja, danke, weiss ich; habe heut nacht gut ausgeschlafen und bin auch nicht mit falschem fuss aufgestanden, gracias".).

Ansonsten ja, zustimmung... wenn es wirklich völlig und total geglaubt wird, kann es funktionieren

In meinem ersten Buch war eine Geschichte, in der ein Autor ein Buch über "Erwachen"
schrieb, "die 1000 Erwachten Indiens" hiess es, glaube ich mich zu erinnern (und auf dieses
Buch stiess ich in einem Traum). Darin erzählte der Autor, wie er bei allen Erwachten
gewesen sei, aber keine verbindliche Gemeinsamkeit gefunden hätte, ausser dass
sie eben "erwacht" waren: "ich bin erwacht". Das "erwacht" war die einzige Gemeinsamkeit,
die er finden konnte.

Und da es die einzige Gemeinsamkeit war, die er fand, war sie ihm auch der einzige Hinweis.

Wenn es also keinen weiteren Unterschied gab, als den, dass er sich für "nicht-erwacht" hielt
und diese sich für "erwacht", musste er nur diese Grundüberzeugung ändern, und er glaubte
nun einfach fest daran, bereits "erwacht" zu sein - egal was das nun genau war - es war
einfach das, was ist - so wie dieses bisher "un-erwacht" war - besser gesagt "so gesehen wurde".

Und in der Veränderung dieses Sichtweise, erkannte er dann was gemeint war und erfuhr Vertiefung darin.


Ja, schöne Geschichte.

Der Unterschied ist dann eben meistens, ob es auch eine energetische Regung dabei gibt, Energie frei wird, und sei es nur durch ein heftiges Lachen oder Weinen.

Hatte ich dir auch erzählt von einer Einzelsitzung letztens... so ähnlich... :-)

Aber es ist im Falle Cohen seltsam. Denn wenn er es einfach geglaubt hätte, dann hätte
er es ja einfach so weiter gegeben. Aber anscheinend quälte er alle mit allem möglichen, was noch
zu tun wäre, um "erwachen" zu erreichen. Daher bezieht er sich in meinen Augen auf ein
Erlebnis.


Ja, das wäre ja noch nicht "falsch" per se. Das "Erlebnis" kann am Anfang ja dastehen, tut es ja meistens auch. Nur im Prozess ist er irgendwo halt abgebogen und hat halt auch n großes Guru-Ding draus gemacht. Das ist ja sogar notwendig, wenn man Lehrer sein will, so ein "Lehrer-Ego" herauszubilden (bzw zu erlauben).

Und ich hab auch gelesen, daß er ohnehin nie behauptet hätte, daß das Ego völlig verschwinden würde. Seine Lehre umfasste schon auch, daß "jeder Erleuchtete ebenfalls noch ein Ego hätte". Obwohl mir das auch schon zu wertend war. Er hat dann halt am Ego herumgemodelt, vor allem bei den anderen. Hat die Natur des Egos irgendwie nicht völlig durchschaut offenbar. Und das ist schon ein Prozess.

Und vielleicht hat er auch übersehen, daß ein Ego zwar "verschwinden" kann, temporär, aber auch dieses "Verschwinden" ist immer nur ein Ergebnis, und nie Ursache des Prozesses. Dieses "Ego kaputtmachen" führt nirgendwo hin. Das ist eine Nebenwirkung der eigentlichen Erfahrung, wenn das geschieht. Aber kein tun und keine Methode. Da wird nur totgeschlagen (man könnte es meist "das innere Kind" nennen, ich mach das gern; und da wird eben das Kind immer mit dem Bade ausgeleert. Da bleibt als Ergebnis nur Depression übrig, sonst nix ...).

Und meine Sicht vom Lehrer sein ist mittlerweile nicht die, daß der Lehrer "draussen" ist und von "außen" sozusagen "Menschen fischt" (mit z.b. "Awareness" als Angel). Sondern daß der Lehrer selber den Köder gibt. Also Köder IST (und nicht Angler). Mitten rein geht ins Wasser. Sich naß macht. In tiefen vertrauen (siehe den HO-Prozess letztes Jahr beim Forum-Erleuchtung). Sich selbst als Köder hingibt. Und wenn jemand anbeisst, dann gemeinsam mit dem Menschen rausgeht (und ihn dort "abstellt").

Bei jedem Satori eines Schülers erlebt ein solcher Lehrer auch selbst den selben Satori. Geht gemeinsam raus. Lacht gemeinsam. Weint gemeinsam. Von Ich-zu-Ich, von Bruder-zu-Bruder, ohne Wissen und ohne irgendeinen Unterschied. Ein gemeinsames "De-Identifizieren". Ein Abholen von eben dort, wo der Schüler ist ("drinnen"). Und nicht einfach nur von draussen reinwinken. Weil damit ist man ohnehin ebenso schon "drinnen". Ein Lehrer, der wirklich "draussen" ist, ist kein Lehrer mehr und wird auch gar nicht wahrgenommen. Der ist dann halt als Buddha draussen, fertich.

Und da kommt dann heftig was durcheinander, wenn man das nicht weiss, und glaubt, das eigene "Lehrer-Ego" wäre was besseres oder anderes als irgendsoein "Schüler-Ego". Und das ist bei Cohen offenbar geschehen. Deshalb nun auch die Reue und der Ruf nach Menschlichkeit.

lg, Ed
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Re: andrew cohen

Beitragvon Tobias » Di 2. Jul 2013, 14:28

Wer halt ans Ego glaubt, wird auch sein Opfer ...

so sehe ich das bei Cohen ... :icon_cheesygrin:
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Re: andrew cohen

Beitragvon Vera » Di 2. Jul 2013, 14:35

Edgar hat geschrieben:
Und Cohen steht noch vor der Erkenntnis der Permanenz des Erwachens, sonst
würde er, aus meiner Sicht, nicht so einen Käse erzählen.

Sehe ich auch so.



Nur das eben mit einem Blick gelesen und Ja, JA, JAAA. Dito!! :thumbup: :dance:
Vera
 

Re: andrew cohen

Beitragvon Norbert » Di 2. Jul 2013, 16:00

Edgar hat geschrieben:Soviel ich mitbekommen habe, hat er seine (engeren) Schüler eher jahrelang "abgewatscht", und sie in devote Haltungen gezwungen. Sogar seine Mutter musste lang kämpfen, um sich von seinen Manipulationen zu befreien ... - kennst du die Stories nicht ??

Nein, Davon habe ich nichts gehört. Ich streiche mein Posting wieder und finde es gut, dass er aufhört und sich entschuldigt. War eh nur eine Spekulation. :icon_biggrin:

Edgar hat geschrieben:Also ich finde schon, daß man unterscheiden kann zwischen der "absoluten Erfahrung" (also der Erfahrung des Absoluten) einerseits... - und dem darauffolgenden "individuellen Prozess".

Wenn du den darauffolgenden Prozess der Integration des Erwachens ins Menschsein mit einbeziehst in den Begriff des "Erwachens", dann gibt es sicherlich inviduelle Ausprägungen des Grads der Integration dessen, was in der Erfahrung erkannt wurde. Wobei ich aber keinen Abschluss dieses Prozesses sehe. Die Vertiefung des Erwachens ist grenzenlos und die "Nebenwirkungen" sind immer individuell. Die Erfahrung des Absoluten mit dem Erkennen von Getrenntheit als "göttlichen Traum" als solches aber, dieser "Moment des Erwachens" ist aber entweder geschehen oder nicht. Und wenn er geschehen ist, dann lebt sich der Prozess danach absolut individuell aus. Wobei ich nicht "sehen" kann, dass der eine "weiter" ist als der andere. Das, was in dem Moment des Erwachens gesehen wird, kann der eine vielleicht besser verbal/verständlich zum Ausdruck bringen als der andere, aber das heißt für micht nicht, dass dieser Mensch dann erwachter ist. Er ist in seiner Fähigkeit, das "danach" für andere nachempfindbar auszudrücken vielleicht mehr oder weniger als Lehrer prädestiniert, aber dafür bringt der andere, der des verbalen Ausdrucks nicht so mächtig ist es vielleicht anders "rüber" (z.B. empathisch oder "geistig in stiller Sprache").

Ersteres stösst zweiteres an.... - aber zweiteres ist ebenso notwendig, um auf individueller Ebene eine gewisse Integration zu erreichen.

Auf jeden Fall. Und jeder hat seine individuellen Bedürnissse in der Phase der Integration und seine individuelle Art, sich mitzuteilen. Wieder andere sind vielleicht gar nicht mehr fähig, sich sozialen Interaktions- und Kommunkationsprozesse auszusetzen und brauchen ärtzliche Hilfe, um überhaupt wieder "Boden unter den Füßen" zu bekommen. Und es ist nicht vorhersehbar, was Erwachen mit dem indiduellen Menschen macht. Ich weiß nicht, wo ich in 2 jahren stehen werde. Das ist absolut offen.

Es ist mir nicht ganz klar, was du mit dem Grad der "gewissen Integration" meinst.

Die muss nicht erreicht werden (aus absoluter Sicht), das ist klar. Und doch ist es so, daß es diese Integrationsmöglichkeit gibt, daß es da einen "Prozessverlauf" gibt. Und in diesem Prozessverlauf kann man eben auch irgendwo stehenbleiben für längere Zeit (und das ist auch völlig in Ordnung).

Es gibt Hilfen zur Integration, ja und Gott sei Dank. Du selbst bis ein Ausdruck dieser Hilfeleistung der Existenz. Du bist immer erreichbar, einmal wöchentlich im Web-Satsang und (bisher) einmal im Jahr on Tour.

Wenn du das mit "gewisser Integration" meinst, dass man einen Punkt erreicht hat, von dem aus man anderen Menschen bei der Integration helfen kann, dann ist meine Frage bereits beantwortet. Aber ich halte trotzdem nichts davon, sich das zum Ziel zu machen. Wenn das geschehen soll, dann wird es so geschehen, da der Prozess der Integration eh eine Art Automatismus in sich trägt. Man kann dann vielleicht versuchen, davor zu fliehen, aber das wird "Reibung" erzeugen, Reibung zwischen dem "Willen des Absoluten" und dem individuellen Willen. Jemand, der zum aktiven Lehrer bestimmt ist, wird nicht aus dieser Haut können, wenn die Existenz sie ihm überstülpt.

Und dann gibt es noch die vielen "stillen" Helfer, die so still arbeiten, dass man sie nicht einmal aufzeigen möchte. Ich kenne mittlerweile viele solcher "stillen Helfer", deren Präsenz unverkennbar andeutet, was bei ihnen geschehen ist. Die sind überhaupt nicht in der" Szene", aber sie machen ihre Arbeit. Die machen sich gar keine Gedanken drüber, wie weit die Integration der Öffnung ihrer Herzens fortgeschritten ist. Sie sind einfach "da", wenn sie gebraucht werden.

Das heisst, ich würd das jetzt nicht so sehr schwarz-weiss sehen im Sinne von "ist dann gar nicht geschehen". Ich sehe da schon beide Möglichkeiten. Sowohl das "ist dann gar nicht geschehen", als auch all die Graubereiche zwischen Satori und "gewöhnlichem Zustand".

Ich kenne Menschen, denen es scheinbar "unbewusst" geschehen ist und die dann erstmal ein wenig "neben sich" stehen. Die sind nur eine kurze Zeit "impressed" und blühen dann nach und nach auf. Ein Nebeneffekt des Erwachens scheint es zu sein, dass man immer mehr Menschen begegnet, die DAS erfahren haben ... mal mehr und mal weniger bewusst. Mal mit mehr und mal mit weniger Nebenwirkungen.

Ich sehe aus dem Grund kein "Teilerwachen", weil wenn das, was als "Erwachen" bezeichnet wird einmal geschen ist, Erwachen aus sich selbst heraus wirkt. Der eine mag dabei Hilfe in Anspruch nehmen, der andere geht einfach "hinüber", als ob NICHTS geschehen ist (was im gewissen Sinne ja auch wahr ist).

Erwachen war für mich die tiefgehenede Erkenntnis, dass ich das bereits bin, was ich mal werden könnte. Der Weg dorthin war plötzlich verschwunden. Und dann war er wieder da. Und gleichzeitig die Erkenntnis, dass dieser Weg nicht nicht das Ziel selbst ist, was sich in einem scheinbaren Weg zu sich selbst ausdrückt. Alles was ist, ist ein Ausdruck von DEM, unabhängig davon, wie weit das im Ausdruck selbst schon realisiert ist. Und mit diesen Augen sehe ich meine Mitmenschen. Das drückt sich bei mir völlig anders aus als es hier in der verbalen Kommunikation den Anschein hat. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, das VERBAL zum Ausdruck zu bringen, was sich hier aktiv auslebt. Es ist sogar so, dass hier eher Blockaden auftreten beim Versuch, das Mysterium zum Ausdruck zu bringen, welches ich hier erlebe. Darum kann ich jeden, der das beherrscht, nur bewundern und meinen Respekt zum Ausdruck bringen. Ich kann das nicht. Es sei denn, man "kitzelt" es aus mir heraus. Aber auch dabei fühle ich mich nicht wohl.

Nun mag man sagen "warum begibst du dich dann in ein solches Medium, wenn du dort nicht auf der Ebene deiner innersten Empfindungen kommunizieren kannst?". Ich weiß es nicht und ich bin ständig hin- und hergerissen, das sein zu lassen. In dem anderen Forum habe ich mich jetzt auch abgemeldet. Und vielleicht mache ich hier auch mal wieder eine Pause. Aber nicht, um mein Ego zu zügeln *g*, sondern ganz einfach, weil ich mir meiner Inkompetenz bewusst bin, etwas gedanklich/schriftlich zum Ausdruck zu bringen, was mich auf einer ganz anderen Ebene berührt.

Vielleicht ist es einfach nur Gewohnheit. Nicht loslassen können von etwas, was mal ein Teil der Suche gewesen ist. Vielleicht ist es das Bedürfnis, alten Freunden nahe zu sein. Ich weiß es nicht. Ich denke über sowas nicht mehr viel nach. Ich folge einfach meinen Intuitionen. Wenn ich spazieren gehe, dann denke ich auch nicht drüber nach, welchen Sinn das macht. Ich tue es einfach und genieße es.

Aber wie gesagt ... ich weiß nicht, was in 2 Jahren sein wird. Schaun wa mal. :)

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Re: andrew cohen

Beitragvon Norbert » Di 2. Jul 2013, 17:42

Tobias hat geschrieben:Der Sucher muss hochklettern, was anstrengend ist - der Finder geht den Berg runter,
was heisst, er kann sich einfach der Schwerkraft hingeben - als blödes Beispiel. :icon_cheesygrin:

Schöne Analogie.

Auch ein Abstieg ist ein Abenteuer, auch wenn der Kraftaufwand geringer ist.

Und Bergführer können sowohl hoch als auch runter helfen.

Und so mancher, der auf den Bergführer verzichtet hat ist schon abgestürzt.

Und in manchen Regionen wimmelt es von Bergführern, die glauben zu wissen, wie es hochgeht, ohne selbst jemals dort gewesen zu sein.

Und dann gibt's noch die, die sagen "brauchst nicht hoch, ist da oben auch nicht anders als hier unten". *g*

Das sind dann die Spielverderber, die einem die Erfahrungen des Aufstiegs und den Gipfelblick berauben wollen, weil sie selbst zu faul sind, mal hochzulaufen oder sich einbilden, schon oben zu sein. "Du bist immer oben, auch wenn du unten bist". *ggg*

:biggrin:
Zuletzt geändert von Norbert am Di 2. Jul 2013, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 17:42

Norbert hat geschrieben:Wenn du den darauffolgenden Prozess der Integration des Erwachens ins Menschsein mit einbeziehst in den Begriff des "Erwachens", dann gibt es sicherlich inviduelle Ausprägungen des Grads der Integration dessen, was in der Erfahrung erkannt wurde. Wobei ich aber keinen Abschluss dieses Prozesses sehe. Die Vertiefung des Erwachens ist grenzenlos und die "Nebenwirkungen" sind immer individuell.


Ja, so seh ich das auch ...

Die Erfahrung des Absoluten mit dem Erkennen von Getrenntheit als "göttlichen Traum" als solches aber, dieser "Moment des Erwachens" ist aber entweder geschehen oder nicht. Und wenn er geschehen ist, dann lebt sich der Prozess danach absolut individuell aus. Wobei ich nicht "sehen" kann, dass der eine "weiter" ist als der andere.


Ne, nicht "weiter". So würde ich das nicht bezeichnen. Sondern eher einfach, daß gewisse Aspekte dann eben schon gesehen wurden, und andere noch nicht. Solche Prozesse laufen schon auch ab, die kann man nicht einfach wegleugnen. Aus meiner jetzigen Sicht war ich nach dem Tag meiner "Einheitserfahrung" noch immer tief schlafend und unwissend. Und falls ich noch paar Jahre lebe, wird sich auch die jetzige Sicht wieder relativiert haben. Das Lernen hört eigentlich nie auf. Selbst neue Zusammenhänge erschliessen sich nach wie vor. Und ich gehe nicht davon aus, daß das irgendwann endet.

Das, was in dem Moment des Erwachens gesehen wird, kann der eine vielleicht besser verbal/verständlich zum Ausdruck bringen als der andere, aber das heißt für micht nicht, dass dieser Mensch dann erwachter ist.


Da machst du nun nen ziemlich grundsätzlichen Themenwechsel und Sprung, merkst du das ? Gerade noch ging es darum, um den "Prozess", der danach folgt. Und die Erkenntnisse und individuellen Veränderungen, die sich daraus ergebnen. Und nicht darum, wie gut man das, was "im Moment des Erwachens gesehen hat", ausdrücken kann. Um das ging es hier nicht. Überhaupt nicht. Also Null. Nada.

Im Gegenteil, wenn dann ging es darum, im immer neuen und frischen *jetzt* diesen "Moment des Erwachens" irgendwann endlich auch loslassen zu können - und neu und frisch zu schauen.

Er ist in seiner Fähigkeit, das "danach" für andere nachempfindbar auszudrücken vielleicht mehr oder weniger als Lehrer prädestiniert, aber dafür bringt der andere, der des verbalen Ausdrucks nicht so mächtig ist es vielleicht anders "rüber" (z.B. empathisch oder "geistig in stiller Sprache").

Wie gesagt, da redest du nun von nem völlig anderen Thema, um das ging es hier überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich denke mal, dass Cohen wohl sehr sehr gut drin war, das, was er "in dem einen Moment erkannte", auszudrücken. Sonst wäre er auch nicht so erfolgreich gewesen mit einer Zeitschrift, die sich "Enlightenment" nennt. ;-)

Wieder andere sind vielleicht gar nicht mehr fähig, sich sozialen Interaktions- und Kommunkationsprozesse auszusetzen und brauchen ärtzliche Hilfe, um überhaupt wieder "Boden unter den Füßen" zu bekommen. Und es ist nicht vorhersehbar, was Erwachen mit dem indiduellen Menschen macht.


Ja Norbert, das mag ja alles schön und gut sein. Aber wir sprachen hier von Andrew Cohen. Einen spirituellen Lehrer. Und seiner Lehre. Was er lehrt. Und wie er damit umgeht. Und nicht über irgendwelche andere, die ärztliche Hilfe brauchen.

Ich weiß nicht, wo ich in 2 jahren stehen werde. Das ist absolut offen.

Ja, das ist mir schon klar. Ging hier aber um Cohen, und nicht über dich... - also wie vorhin ja geschrieben, glaube ich, daß du dich da irgendwie mit Cohen identifizierst, dich in ihn "reinversetzen" möchtest aus deiner Sicht usw... (drum auch das Argument mit "will einfach nur seine Ruhe und in Pension gehen"). Dir gestehe ich all das auch zu. Aber um dich ging es hier nicht.

Norbert hat geschrieben:Es ist mir nicht ganz klar, was du mit dem Grad der "gewissen Integration" meinst.

Ich hab nicht über Grade gesprochen.

Ich hab geschrieben:
Edgar hat geschrieben:um auf individueller Ebene eine gewisse Integration zu erreichen


Und da gehts einfach auch um eine gewisse Vertiefung des Verständnisses jener Prozesse, die danach eben ablaufen.

Und nochmal, gings hier vor allem um das "Lehrer-Sein". Ist jetzt total abgedroschen, und 1000mal erwähnt, die Geschichte, daß im Zen es nötig war, oft jahrelang im Kloster zu bleiben, bevor man auf Menschen losgelassen wird. Um das gehts und ging es hier (*imho*). Und Cohen hat eigentlich an dem Tag begonnen zu lehren, als im Papaji sagte, daß er schon erleuchtet ist. Ich will das auch gar nicht groß verurteilen, überhaupt nicht. Sondern ich find hier geht es einfach nur um eine Art "Nachbetrachtung", was möglicherweise zu seinen angesprochenen Problemen führte.

Norbert hat geschrieben:
Edgar hat geschrieben:... um auf individueller Ebene eine gewisse Integration zu erreichen. Die muss nicht erreicht werden (aus absoluter Sicht), das ist klar. Und doch ist es so, daß es diese Integrationsmöglichkeit gibt, daß es da einen "Prozessverlauf" gibt. Und in diesem Prozessverlauf kann man eben auch irgendwo stehenbleiben für längere Zeit (und das ist auch völlig in Ordnung).


Es gibt Hilfen zur Integration, ja und Gott sei Dank.


Ja, ich weiss nicht, ich glaub wir reden aneinander vorbei. Es ging hier nicht um Schüler und deren Integration. Sondern um Lehrer, konkret Cohen, und deren Integration. Und aus meiner Sicht haben ihm die von dir angesprochenen Hilfen da möglicherweise gefehlt.... - er hat sich ja auch recht rasch von Papaji losgesagt.... - und sich auch nix mehr sagen lassen. Selbst als Papaji Cohens Erleuchtung offiziell widerrufen hat, und richtiggestellt... war ihm (Cohen) das völlig schnurz. Das sind halt die üblichen Spielchen... - man möchte sich halt allzufrüh vom Lehrer lösen und das ging in Cohens Fall vielleicht bissl schief. (Wobei absolut gesehen ist ja trotzdem alles perfekt; no problem).

Du selbst bis ein Ausdruck dieser Hilfeleistung der Existenz. Du bist immer erreichbar, einmal wöchentlich im Web-Satsang und (bisher) einmal im Jahr on Tour.

Ja das war Papaji ebenfalls. Trotzdem hat Cohen dieses Angebot offenbar verschmäht.

Wenn du das mit "gewisser Integration" meinst, dass man einen Punkt erreicht hat, von dem aus man anderen Menschen bei der Integration helfen kann, dann ist meine Frage bereits beantwortet. Aber ich halte trotzdem nichts davon, sich das zum Ziel zu machen.


Du sprichst da offenbar nur von dir und nicht von Cohen. Das geht für mich jetzt am eigentlichen Thema vorbei. Und hat dir niemand gesagt, daß du dir irgendwas zum Ziel machen sollst.

Und dann gibt es noch die vielen "stillen" Helfer, die so still arbeiten, dass man sie nicht einmal aufzeigen möchte. Ich kenne mittlerweile viele solcher "stillen Helfer", deren Präsenz unverkennbar andeutet, was bei ihnen geschehen ist. Die sind überhaupt nicht in der" Szene", aber sie machen ihre Arbeit. Die machen sich gar keine Gedanken drüber, wie weit die Integration der Öffnung ihrer Herzens fortgeschritten ist. Sie sind einfach "da", wenn sie gebraucht werden.


Ja. Und es gibt Kakao. Und Sahne gibt es auch. Es gibt sogar Erdbeeren. Und gibt viele Rezepte für Suppen. Alles mögliche gibt es.

(Mir ist nicht ganz klar warum du das alles schreibst und aus welcher Motivation heraus und was das mit dem Thema "Cohen und sein Ego" zu tun haben soll...).

Norbert hat geschrieben:Erwachen war für mich die tiefgehenede Erkenntnis, dass ich das bereits bin, was ich mal werden könnte.

Wenns so war, dann war das kein Erwachen. Also ehrlich jetzt. "was ich mal werden könnte". Das klingt irgendwie bissl schräg. Also entweder bist du es, oder bist du es nicht. Und das ist immer nur JETZT. Nie in der Vergangenheit (bei irgendeiner "ach so tollen Erfahrung in der Erinnerung"), und schon gar nicht in irgendeiner fiktiven Zukunft ("wenn ich mal groß bin, dann werde ich ein Erwachter").

Ne, Norbert... da reden wir grad von zu sehr verschiedenen Themen, echt jetzt.

Der Weg dorthin war plötzlich verschwunden. Und dann war er wieder da.

Das verstehe ich nicht. Wenn "dorthin" verschwindet, weil erkannt wird, daß es "dorthin" gar nicht gibt, sondern einfach nur ein einziges ewiges "hier", dann erscheint auch kein Weg "dorthin" mehr. Dieses "dorthin" gibts dann einfach nicht mehr.

Alles was ist, ist ein Ausdruck von DEM, unabhängig davon, wie weit das im Ausdruck selbst schon realisiert ist.

Ja, Norbert. Aber da sprichst du dann doch wie einer, der es eben nur "weiss" und "verstanden" hat, aber sich so derart dieses Wissen zu eigen macht, daß er sich damit sozusagen selbst blockiert, um wirklich weiterzugehen. Nicht mehr neu und frisch schaut, sondern immer nur irgendwohin zurück.

Und das muss man auch irgendwann mal anerkennen, daß man vielleicht nur durchs Schlüsselloch geschaut hat, aber den Raum nicht gewechselt hat, nicht eingetreten ist. Und da gehören dann solche Stupser dazu. Weil um mehr geht es hier grad auch nicht.

Vielleicht hat ja ähnlich mal Papaji zu Cohen gesprochen, wer weiss. Und vielleicht ist es auch gerade deshalb dein Thema.

Und auch zu mir hat irgendwann mal jemand gesagt, ich solle nicht an irgendeiner vergangenen Erfahrung festhalten, sondern neu schauen und neu das würdigen, was *jetzt* ist (wie erleuchtet oder unerleuchtet das auch immer scheinen mag).

Und mit diesen Augen sehe ich meine Mitmenschen. Das drückt sich bei mir völlig anders aus als es hier in der verbalen Kommunikation den Anschein hat. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, das VERBAL zum Ausdruck zu bringen, was sich hier aktiv auslebt. Es ist sogar so, dass hier eher Blockaden auftreten beim Versuch, das Mysterium zum Ausdruck zu bringen, welches ich hier erlebe.


Ja, siehste, ich versteh zum Beispiel auch gar nicht, warum du dir hier den Schuh (von Cohen) überhaupt anziehst. Und dich beginnst zu "rechtfertigen" in dem wie du bist und was du tust. Also ich versteh es schon, aber ich bin nicht sicher, ob dir das auch auffällt. Es ist absolut alles in Ordnung mit dir, und mit deinem Prozess, und wie immer das auch verläuft. Da gibts keinen Grund was rechtzufertigen.

Der Prozess läuft ab und auch das, was du schreibst, gehört da einfach mit dazu. Und was ich schreibe, ebenso. Wir sind verbunden.

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Re: andrew cohen

Beitragvon Tobias » Di 2. Jul 2013, 17:46

Edgar:
Ne, nicht "weiter". So würde ich das nicht bezeichnen. Sondern eher einfach, daß gewisse Aspekte dann eben schon gesehen wurden, und andere noch nicht. Solche Prozesse laufen schon auch ab, die kann man nicht einfach wegleugnen. Aus meiner jetzigen Sicht war ich nach dem Tag meiner "Einheitserfahrung" noch immer tief schlafend und unwissend. Und falls ich noch paar Jahre lebe, wird sich auch die jetzige Sicht wieder relativiert haben. Das Lernen hört eigentlich nie auf. Selbst neue Zusammenhänge erschliessen sich nach wie vor. Und ich gehe nicht davon aus, daß das irgendwann endet.


Schön gesagt :thumbup:
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Re: andrew cohen

Beitragvon Norbert » Di 2. Jul 2013, 18:22

Edgar hat geschrieben:Ne, nicht "weiter". So würde ich das nicht bezeichnen. Sondern eher einfach, daß gewisse Aspekte dann eben schon gesehen wurden, und andere noch nicht.

Das mag sein. Wobei das Sehen des bisher Ungesehenen ja auch einen gewissen Reiz hat. Das macht den Weg beschaulich, interessant und motiviert weiter zu gehen. Wenn das Leben mir nichts mehr Neues zeigen kann, dann wird es öde finde ich.

Aus meiner jetzigen Sicht war ich nach dem Tag meiner "Einheitserfahrung" noch immer tief schlafend und unwissend. Und falls ich noch paar Jahre lebe, wird sich auch die jetzige Sicht wieder relativiert haben.

Das meine ich. Es gibt auch sicherlich "Schnittpunkte", wo man dann gemeinsam aus der gleichen Perspektive heraus schaut. Das sind schöne Erfahrungen immer. Du hast das schön beschrieben in dem Beispiel, wo der Lehrer den Satori des Schülers nochmal mit erlebt. Wenn sich solche Momente hier bei uns (meiner Frau und mich) auftun, haben wir immer viel Spaß, einfach so, lachen für eigentlich nichts. Da ist gerade etwas synchron und das erheitert uns. Und dann ist sie mal wieder in einem ganz anderen Film unterwegs, einen den ich bisher noch nicht kannte. Dann komme ich nicht mit. Ich weiß nicht, wo sie gerade "unterwegs" ist. Und dann kommen wieder so Momente, wo wir uns begegnen, im gleichen Film. So in der Art "ach, du auch hier? *lach* *gröhl*". Das Leben ist schon richtig spannend und beschert uns immer wieder neue Überraschungen. Die Vorstellung, das alles schon zu "kennen" wirkt für mich eher abturnend.

Das Lernen hört eigentlich nie auf. Selbst neue Zusammenhänge erschliessen sich nach wie vor. Und ich gehe nicht davon aus, daß das irgendwann endet.

Sehe ich genauso. Das Mysterium ist so dermaßen gigantisch, dass man eigentlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Nur durch irgendwelche Umstände, bei mir sind es meist "alte Filme", die zurückkehren, geht das zwischendurch verloren. Aber auch diese alten Aspekte wollen gelebt werden. Da tue ich mich noch schwer damit, dies dann auch zuzulassen.

Da machst du nun nen ziemlich grundsätzlichen Themenwechsel und Sprung, merkst du das ? Gerade noch ging es darum, um den "Prozess", der danach folgt. Und die Erkenntnisse und individuellen Veränderungen, die sich daraus ergebnen. Und nicht darum, wie gut man das, was "im Moment des Erwachens gesehen hat", ausdrücken kann. Um das ging es hier nicht. Überhaupt nicht. Also Null. Nada.

Ja stimmt. Diese Erfahrung ist hier aber immer noch "eingebrannt" und begleitet mich. Wird wohl Zeit, das mal loszulassen.

Im Gegenteil, wenn dann ging es darum, im immer neuen und frischen *jetzt* diesen "Moment des Erwachens" irgendwann endlich auch loslassen zu können - und neu und frisch zu schauen.

Ja. Ich weiß, was du meinst. Werde mir das zu Herzen nehmen, mehr auf das zu schauen, was JETZT ist. Danke.

Wie gesagt, da redest du nun von nem völlig anderen Thema, um das ging es hier überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich denke mal, dass Cohen wohl sehr sehr gut drin war, das, was er "in dem einen Moment erkannte", auszudrücken. Sonst wäre er auch nicht so erfolgreich gewesen mit einer Zeitschrift, die sich "Enlightenment" nennt. ;-)

:) Ja.

Ja Norbert, das mag ja alles schön und gut sein. Aber wir sprachen hier von Andrew Cohen. Einen spirituellen Lehrer. Und seiner Lehre. Was er lehrt. Und wie er damit umgeht. Und nicht über irgendwelche andere, die ärztliche Hilfe brauchen.

ok

Ja, das ist mir schon klar. Ging hier aber um Cohen, und nicht über dich... -

ok

also wie vorhin ja geschrieben, glaube ich, daß du dich da irgendwie mit Cohen identifizierst, dich in ihn "reinversetzen" möchtest aus deiner Sicht usw... (drum auch das Argument mit "will einfach nur seine Ruhe und in Pension gehen"). Dir gestehe ich all das auch zu. Aber um dich ging es hier nicht.

verstanden

Und da gehts einfach auch um eine gewisse Vertiefung des Verständnisses jener Prozesse, die danach eben ablaufen.

Muss man das wirklich verstehen, was "danach" abläuft?

Und nochmal, gings hier vor allem um das "Lehrer-Sein".

Da habe ich überhaupt keine Ahnung von. Aber immerhin ist mir das jetzt bewusster als vorher. :)

Ja, ich weiss nicht, ich glaub wir reden aneinander vorbei. Es ging hier nicht um Schüler und deren Integration. Sondern um Lehrer, konkret Cohen, und deren Integration. Und aus meiner Sicht haben ihm die von dir angesprochenen Hilfen da möglicherweise gefehlt.... - er hat sich ja auch recht rasch von Papaji losgesagt.... - und sich auch nix mehr sagen lassen. Selbst als Papaji Cohens Erleuchtung offiziell widerrufen hat, und richtiggestellt... war ihm (Cohen) das völlig schnurz. Das sind halt die üblichen Spielchen... - man möchte sich halt allzufrüh vom Lehrer lösen und das ging in Cohens Fall vielleicht bissl schief. (Wobei absolut gesehen ist ja trotzdem alles perfekt; no problem).

Aber gut, dass er es öffentlich macht. So können es andere vielleicht früher sehen als er, dass die Erfahrung allein noch keinen Lehrer macht.

(Mir ist nicht ganz klar warum du das alles schreibst und aus welcher Motivation heraus und was das mit dem Thema "Cohen und sein Ego" zu tun haben soll...).

Thema verfehlt. Ok, sehe ich ein.

Also entweder bist du es, oder bist du es nicht. Und das ist immer nur JETZT.

Ja. Danke für die Erinnerung.

Der Weg dorthin war plötzlich verschwunden. Und dann war er wieder da.

Das verstehe ich nicht. Wenn "dorthin" verschwindet, weil erkannt wird, daß es "dorthin" gar nicht gibt, sondern einfach nur ein einziges ewiges "hier", dann erscheint auch kein Weg "dorthin" mehr. Dieses "dorthin" gibts dann einfach nicht mehr.

Das "dort" ist immer hier. Ja.

Alles was ist, ist ein Ausdruck von DEM, unabhängig davon, wie weit das im Ausdruck selbst schon realisiert ist.
Ja, Norbert. Aber da sprichst du dann doch wie einer, der es eben nur "weiss" und "verstanden" hat, aber sich so derart dieses Wissen zu eigen macht, daß er sich damit sozusagen selbst blockiert, um wirklich weiterzugehen. Nicht mehr neu und frisch schaut, sondern immer nur irgendwohin zurück.

Das sind die Tendenzen meiner Gedanken, Erfahrungen in eine Geschichte zu verpacken und sie damit "abzutöten". Danke dass du das nochmal aufgezeigt hast.

Und das muss man auch irgendwann mal anerkennen, daß man vielleicht nur durchs Schlüsselloch geschaut hat, aber den Raum nicht gewechselt hat, nicht eingetreten ist. Und da gehören dann solche Stupser dazu. Weil um mehr geht es hier grad auch nicht.

Danke für die Stupser!

Vielleicht hat ja ähnlich mal Papaji zu Cohen gesprochen, wer weiss. Und vielleicht ist es auch gerade deshalb dein Thema.

Ja, finde ich schon krass, wie sich das hier gerade nochmal wiederholt und ich die Rolle des Cohen eingenommen habe. Wie sich das alles immer und immer wieder wiederholt. :irre:

Und auch zu mir hat irgendwann mal jemand gesagt, ich solle nicht an irgendeiner vergangenen Erfahrung festhalten, sondern neu schauen und neu das würdigen, was *jetzt* ist (wie erleuchtet oder unerleuchtet das auch immer scheinen mag).

Ich habe es mir zu Herzen genommen. Danke für den Stupser ins Jetzt.

ich versteh zum Beispiel auch gar nicht, warum du dir hier den Schuh (von Cohen) überhaupt anziehst

Ich verstehe das auch nicht. Ich habe es einfach laufen lassen, was sich hier gedanklich aufgetan hat. Und da stand plötzlich der Cohen selbst auf der Matte. Jetzt muss ich erstmal schauen, dass ich den wieder loswerde. :closedeyes:

Und dich beginnst zu "rechtfertigen" in dem wie du bist und was du tust. Also ich versteh es schon, aber ich bin nicht sicher, ob dir das auch auffällt. Es ist absolut alles in Ordnung mit dir, und mit deinem Prozess, und wie immer das auch verläuft. Da gibts keinen Grund was rechtzufertigen.

Der Prozess läuft ab und auch das, was du schreibst, gehört da einfach mit dazu. Und was ich schreibe, ebenso. Wir sind verbunden.


Danke für die Anschubser und das Augenöffnen. Freu mich gerade, dass ich mich doch getraut habe, das mal hier hineinzuwerfen, was sich beim dem Thema hier alles aufgetan hat.

Ich gehe damit mal in eine Pause. So viel Anregungen, die müssen erstmal verinnerlicht werden ....

<3 :bow: <3
Norbert
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Re: andrew cohen

Beitragvon Edgar » Di 2. Jul 2013, 18:48

Norbert hat geschrieben:
Und da gehts einfach auch um eine gewisse Vertiefung des Verständnisses jener Prozesse, die danach eben ablaufen.

Muss man das wirklich verstehen, was "danach" abläuft?


Niemand versteht was. Niemand kann was verstehen. Niemand muss was.

Aber Verständniss *kann* geschehen. Und Vertiefung *kann* geschehen. Und üblicherweise geschieht sie auch.

Aber gut, dass er es öffentlich macht. So können es andere vielleicht früher sehen als er, dass die Erfahrung allein noch keinen Lehrer macht.

Ich weiss nicht. Ich denke schon, daß zur "Vertiefung als Lehrer" auch "Training on the job" gehört. So funktioniert halt Existenz. Da gehts nicht darum, daß irgendjemand was draus lernt, überhaupt nicht. Das ist alles try & error ...

Will damit sagen: Ich find das schon alles okay, gleichzeitig. Auch daß er Lehrer ist oder war.

Nur die ganze Argumentation (von ihm) ist halt am Kern vorbei. Aber ist letztlich auch egal - ist wie es ist.

und ich die Rolle des Cohen eingenommen habe

ja, und das sogar "freiwillig". Auf dem Tablet präsentiert... *g* - bescheuert irgendwie *g*

Anyway..... alles Liebe und schöne Pause (egal wie lang oder kurz).

lg, Edgar
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